Stadtplanung in Moskau: Traum von der Fahrradrevolution

REUTERSFür Radfahrer ist der Moskauer Verkehr die Hölle. Bürgermeister Sobjanin kündigt jetzt mit viel Mediengetöse an, die Metropole zum Radler-Paradies zu machen. Alles spricht dafür, dass er damit scheitert.

http://www.spiegel.de/reise/staedte/...-a-910476.html
  1. #1

    Haha

    Russland? Moskau? Das Land in dem man staendig eine Kamera an der Frontscheibe braucht? Das Land in dem Panzer quer ueber die Strasse heizen und große Limos mit Blaulicht Fußgänger umnieten? Selten so gelacht...
  2. #2

    Rette sich, wer kann

    Radfahren ist in ganz Russland saugefährlich, egal ob Kleinstadt, oder Großstadt. Deshalb sieht man auch kaum Räder auf der Straße. Im Verkehr gilt das Gesetz des Stärkeren - wenn Autos und LKWs schon keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen, weshalb sollten sie sich dann Radfahrern gegenüber anständiger verhalten ?

    Bin schon sechs mal in Russland gewesen. Es ist jedes Mal eine Umstellung. Beim Straßenüberqueren muss man schnell sein - kommt ein Kraftfahrzeug gilt das Motto: Rette sich, wer kann, selbst wenn da ein Zebrastreifen ist. Verglichen mit den Verhältnissen auf deutschen Straßen, sollte man in Russland doppelt so wachsam sein.

    Bis sich daran etwas ändert, das beinahe eine Generationenfrage. Die Verhältnisse in der gesamten russischen Gesellschaft müssen ziviler und rechtsstaatlicher werden, erst dann wird auch auf der Straße wieder mehr Frieden einkehren.
  3. #3

    Guten Morgen Spiegel...

    "12.000 Menschen sterben jährlich bei Verkehrsunfällen"
    Vielleicht eine Null zu viel???
  4. #4

    Guter Bericht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für Radfahrer ist der Moskauer Verkehr die Hölle. Bürgermeister Sobjanin kündigt jetzt mit viel Mediengetöse an, die Metropole zum Radler-Paradies zu machen. Alles spricht dafür, dass er damit scheitert.

    Moskau will Fahrradhauptstadt Europas werden - SPIEGEL ONLINE
    Obwohl ich eigentlich kein Russophob bin, eher das Gegenteil, kann man diesen Plan wirklich nur als Totgeburt bezeichnen. Es wird darauf hinauslaufen, das die paar verbliebenen Strassenbaeume den Radwegen geopfert werden - die Radwege werden dann sofort als Parkplatz fuer Autos missbraucht. Sobjanin macht leider den zweiten Schritt vor dem ersten - ein Konzept zur Linderung der Parkplatznot waere sinnvoller - aber da alle noch freien Flaechen im Zentrum mit Einkaufspassagen zugeknallt werden, ist davon auszugehen, dass alles so bleibt wie es ist.
  5. #5

    Masochist?

    Viele Wochen versinkt die 11,5-Millionen-Einwohner-Metropole in Schnee und Eis. Wer da nicht Metro oder Auto fährt, ist entweder Masochist oder Selbstmörder.
    was ist denn das für ein schwachsinniger Kommentar vom Autor. Waren etwa hier in Deutschland alle Radfahrer im Winter Masochisten oder potentielle Selbstmörder? Der letzte Winter war hier in Deutschland nicht so viel anders.

    Ich selbst fahre seit 20 Jahren täglich bei jedem Wetter ca. 10km pro Strecke, auch bei -25°C was wir hier schon ab und an hatten. Und ich bin beileibe bei weitem nicht der einzige Radler in der Jahreszeit. Auch wenn der Winter in Moskau regulär etwas länger dauert, so ist es nur eine Frage der persönlichen Einstellung dazu.


    Jemand der solche Radler als Masochisten bezeichnet sollte dann lieber in die Karibik ziehen, wenn es ihm hier zu kalt ist.
  6. #6

    1:1

    12.000 Verkehrstote pro Jahr allein in Moskau sind nur ein Beispiel dafür, daß sich Russland seit langem im Zustand des latenten Bürgerkriegs befindet. Jeder gegen jeden. Die dritthöchste Homizidrate weltweit ein anderes Beispiel dafür, daß das Land unaufhörlich ins Chaos und den Bürgerkrieg schlittert. Die Ereignisse der letzten Tage in Pugatschow sind 1:1 das Szenario, das sich am Vorabend der Jugoslawienkriege auf dem Balkan abgespielt hat. Schwere Erschütterungen bahnen sich an im Imperium Wladimir Putins.
  7. #7

    Stimme zu

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Für Radfahrer ist der Moskauer Verkehr die Hölle. Bürgermeister Sobjanin kündigt jetzt mit viel Mediengetöse an, die Metropole zum Radler-Paradies zu machen. Alles spricht dafür, dass er damit scheitert.

    Moskau will Fahrradhauptstadt Europas werden - SPIEGEL ONLINE
    Der Artikel schätzt die Lage der Radfahrer in Moskau wohl richtig ein. Gegenüber meinem letzten Aufenthalt dort im Sommer 2010 wird sich die Situation nicht dramatisch verbessert haben. Ich habe einen (!) mutigen Radler gesehen - mit Helm, Warnweste und Atemschutz.
    Mein russischer Begleiter meinte, Radfahrer würden in Moskau auch generisch als "Organspender" bezeichnet.
  8. #8

    Um Faktor 10 verkehrte Daten

    [QUOTE=sysop;13200677Der Verkehr in der russischen Hauptstadt ist chaotisch und brutal. __12.000__ Menschen sterben jährlich bei Verkehrsunfällen. Das sind dreimal mehr als in ganz Deutschland, das siebenmal mehr Einwohner hat als Moskau.[/QUOTE]
    Entweder Komma verrutscht, oder statt Moskauer Daten die Halbjahreszahl für ganz Rußland genommen.

    Für Moskau liegt die Anzahl der Verkehrstoten pro Jahr in der Größenordnung um etwa 1000, für ganz Rußland hat sie vor kurzem die 30.000-Marke unterschritten.
  9. #9

    Das wird nichts

    Als ich das erste mal in St. Petersburg war, wunderte ich mich über die fast nicht vorhandenen Radfahrer auf den Straßen. Hin und wieder sah ich mal einen auf dem Bürgersteig. Mein russischer Freund erklärte mir dann mal den dafür verantwortlichen Teil der russischen Mentalität. Er sagte, Faussgänger und Radfahrer haben kein Geld um sich ein Auto zu leisten zu können, und wer kein Geld hat ist nichts Wert, weshalb man im Verkehr keine Rcksicht nehmen muss. Das erklärte mir auch die Fahrweise der Russen, die sind krank und man sollte ihnen die AUtos wegnehmen und wieder Pferdewagen in die Hand drücken.