Kenianer auf Deutschland-Visite: Samuel und die guten Menschen von Wuppertal

Magdalena SchaarwächterWie sehen Menschen im Ausland die Deutschen? Rassistisch seien manche wohl, mutmaßte der kenianische Taxifahrer Samuel Kimotho vor gut einem Jahr auf die Frage von SPIEGEL ONLINE. Wuppertal wollte ihm das Gegenteil beweisen - und lud ihn ein.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-910142.html
  1. #1

    Man schon, aber Samuel?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Und du kannst hier einen Monat lang Auto fahren, ohne dass dich die Polizei anhält?
    Lustige Frage ist, ob auch Samuel das kann? DAS haette man mal ausprobieren sollen. Vielleicht ohne zig Journalisten und Reisefuehrer im Auto, aber gut dann waere das Urteil moeglicherweise auch anders ausgefallen. Denn z.b. einen Monat mit der Bahn fahren ohne von der Polizei behelligt zu werden wuerde fuer ihn wohl schwer werden, ne?!
  2. #2

    Rassismus in Wuppertal

    In Wuppertal gibt es Rassisten, und das nicht wenige. Ich lebe seit 21 Jahren in DE, habe einen Hochschulabschluss und bin voll integriert. Als ich letzens bei meinem Nachbar über seinen aggressiven Hund beschwerte, bekam ich vor Augen meiner in DE geborenen Kinder zu hören: "Haut ab in eure Heimat". So etwas habe ich nicht einmal in konservativen Stuttgart erlebt, wo ich jahrelang wohnte. Alles schön reden hilft nichts, genau so wie alles Sch... finden.
  3. #3

    Habe selber die letzten 5 Jahre in Nairobi gelebt - es sind zwei verschieden Welten, wobei ich als Kunde keine der beiden vorziehen würde.
    Solange man die Preise kennt (die Touristen bezahlen immer schnell das Doppelte, weil es für sie verhältnismässig billig ist), ist es bei mir immer super gelaufen im Taxi - was neben dem eigenen Auto für mich Forbewegungsmittel Nr. 1 war.

    Ausserdem sind die Fahrer, wie Samuel, eigentlich ohne Ausnahmen immer nett, offen und lustig. Wenn man um 3 Uhr morgens auf dem Weg nach Hause ist, erlebt man die besten Gespräche ;)
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Aber wir wollten jemanden einladen, der sich für unsere Stadt interessiert. Und wir wollten ihm ein anderes Deutschlandbild vermitteln, als er es sich womöglich in Kenia zugelegt hat."
    Was zum Teufel interessiert es uns, was ein x-beliebiger Kenianer über uns denkt? Die Sudanesen haben unsere Botschaft gestürmt, und die bekamen weder Einladungen noch Streubomben.
    Nichts gegen Kenia, aber deren Verbindungen zu Deutschland sind doch eher vernachlässigbar. Sollten wir uns nicht mal besser um die Leute kümmern, deren Meinung uns was bedeuten sollte? Zum Beispiel die Leute, mit denen wir in einem Staatenbund sind, oder so?
    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Wir wollten zeigen, dass wir in Wuppertal weltoffen und großzügig sein können", sagt Andreas Tervort. Auch er war mit einer kleinen Spende dabei. "Wir wollten zeigen, dass auch wir etwas zu bieten haben."
    Ich bin mir sicher, die Wuppertaler Obdachlosen oder Kinder aus sozial schwachen Familien hätten sich auch über so einen Beweis der Großzügigkeit gefreut. Aber die sind ja nicht so medientauglich. Je fremder Jemand schon optisch aussieht, desto besser kann man sich für seine ach so umwerfende Toleranz feiern lassen.
    Bin mir sicher, der halbe Heimatort von dem Mann plant inzwischen schon, in das so tolle und großzügige Deutschland auszuwandern.
  5. #5

    Wie rassistisch Deutschland ist...

    bemerkt man üblicherweise dann, wenn ein kenianischer Besucher ein Touristenvisum für Deutschland beantragt. Dann wird es erst so richtig offensichtlich, mit welchen Maßstäben Deutschland seine Besucher aus Afrika misst. Es ist für einen Kenianer, der nicht aus den "oberen Zehntausend" stammt, heutzutage nur äußerst schwierig, ein Visum zu bekommen, in einem Großteil der Fälle wird trotz Familie und Job in Kenia mangelnde Rückkehrbereitschaft attestiert und das Visum nicht erteilt.
    Schön, dass die Behörden in diesem Fall sich dazu überreden ließen, dieses Feigenblatt über der Blöße zu genehmigen, das hat aber mit der Realität der meisten kenianischen Besucher und der Praxis der deutschen Botschaft in Kenia kaum etwas zu tun.
  6. #6

    Klar, dass man den Rassismus nicht bemerkt, wenn man als VIP nach Deutschland reist. Er musste sich hier ja weder einen Job noch eine Wohnung suchen, noch mit irgendwelchen Behörden herumschlagen. Der Sinn dieser Aktion ist mir komplett unklar.
  7. #7

    Was

    für eine rührende Geschichte
  8. #8

    Erfahrungsbericht

    Ich bin im Bergischen geboren, aufgewachsen, spreche nur Deutsch und bin dort zu Hause. Aber nur wegen einem leicht südländischen Aussehen habe ich mein Leben lang Rassismus erfahren und erfahre ihn noch. Die meisten Deutschen sind rassisten! Nicht alle, ja, aber die Meisten.
  9. #9

    Erfahrungsbericht

    Ich bin im Bergischen geboren, aufgewachsen, spreche nur Deutsch und bin dort zu Hause. Aber nur wegen einem leicht südländischen Aussehen habe ich mein Leben lang Rassismus erfahren und erfahre ihn noch. Die meisten Deutschen sind rassisten! Nicht alle, ja, aber die Meisten.