Abrechnungsaffäre: Der Spesen-Professor

Ulrich van Stipriaan /TU DresdenRestaurantbesuche, Bücher, Reisen: Ein Dresdner Professor hat seine Spesen jahrelang über eine schwarze Kasse beglichen. Sein privates "Viertmittelkonto" wurde mit Software-Gebühren von Studenten gefüllt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/wun...-a-909525.html
  1. #1

    Aufregenswert?

    Die "freundschaftliche" Unterstützung beim Hausbau, das Abzweigen/Generieren von Geld für eine schwarze Kasse an Lehrstühlen und Instituten ist doch nichts Neues. Es ist ständige Übung an vielen Unis. Allerdings lassen sich (leider) nur die wenigsten sog. "Hochschullehrer" dabei erwischen. Und die disziplinarischen Folgen für den Meister dürften sehr gering sein.
  2. #2

    Elfenbein

    Ja, so ein Leben im Elfenbeinturm kann einem manchmal den Blick für die Realität stark trüben! - Wenn jetzt noch VroniPlag über die Doktorarbeit herfällt und ein Plagiat feststellt, wird die Sache rund!

    Glückwunsch, ihr "Erhabenen"
  3. #3

    Und wo ist der Skandal?

    Wenn die Softwaregebühren gerechtfertigt waren, ist das Vorgehen ok. Die Verwaltungsbürokratie ist derart auswuchernd und weltfremd, dass ein solches Konto Sinn macht.
  4. #4

    ist doch prima

    Wir leben in einer Gesellschaft, in der auch solch vermeintliche "Kleinigkeiten" das Zeug haben, bundesweit in die Nachrichten zu kommen. Da möchte ich doch auch mal sagen: Das finde ich gut! Wir sind offensichtlich doch nicht durch und durch korrupt.
    Ciao
    Tina
  5. #5

    Die BRD ist ein von Korruption durchfressenes

    staatsähnliches Gebilde unter Besatzungsrecht stehend, welches bei jeder ernsten Krise - vom Krieg wollen wir mal vorsichtshalber gar nicht erst sprechen - zusammenbrechen wird wie ein Kartenhaus. Und das ist systemimmanent und durch keine Wahl heilbar, ebensowenig wie in der DDR ja faktisch der Sozialismus in seinem Irrsinn abgewählt werden konnte.
  6. #6

    Interessant gewesen wäre zu erfahren, wie das ganze denn nun aufgeflogen ist. Zumindest die Sekretärin, die die Gelder von den Studenten angenommen hat, muss ja davon gewusst haben. Aber wie ist es nun aufgeflogen?

    Ist einem Student mal aufgefallen, dass von dem Programm auch eine kostenlose Version gibt und der hat sich dann gewundert und mal genauer nachgefragt? Oder die Revision ist wie auch immer von selbst drauf aufmerksam geworden?

    Was sagt eigentlich der Hersteller des Programms dazu, dass da ein Professor privat Lizenzgebühren von Studenten abkassiert und auf schwarze Kassen einzahlt, wovon der Programmhersteller wahrscheinlich nix von abbekommt?
    Wenn er es kostenlos unter der Hand verteilen würde, wäre das zumindest moralisch noch in Ordnung und ich könnte das zumindest noch nachvollziehen, weil es nur der Lehre dient und 120€ für ein einziges Programm für einen Studenten ein Haufen Geld wäre. Aber wenn er da auch noch abkassiert und die Studenten hinter's Licht führt, sieht die Sache schon anders aus.

    Da bleibt zu hoffen, dass die Revision der Uni gut arbeitet und am Ende auch die entsprechenden dienstrechtlichen Konsequenzen gezogen werden, je nachdem was die Revision ermittelt.

    Und für den Doktoranden, der da seine Doktorarbeit sieht's auch mau aus. Ihm wird jetzt für immer der Makel anhängen, es wäre ja möglich, er habe sich die Note seiner Doktorarbeit mit seinem mehrere Tausend Euro teuren Gefallen an den Chef erkauft, auch wenn es bei der Bewertung immer noch mehr Gutachter als nur den Chef gibt. Aber dennoch. Mit solchen Gefallen an den Chef sollte man halt vorsichtig sein, wenn dieser einem die Abschlussarbeit bewertet, selbst wenn der Gefallen nur in der Freizeit erbracht wird.

    Habe mal in meinen Doktorandenzeiten an einem unserer Nachbarinstitute mal einen ähnlichen Fall mitbekommen. Das ging am Ende auch nicht gut aus, weder für den Chef noch für den Doktoranden.
  7. #7

    Dann bin ich aber mal gespannt,

    ob hier mal wieder nur gewulfft wird und was davon im Ergebnis übrigbleibt. Bis jetzt sind das nur Behauptungen und Vermutungen. Aber ein tragfähiges Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten wiederspricht offenbar der aktuellen journalistischen Berufsauffassung.
  8. #8

    Schwarze Kassen an den Unis können mit diversen Methoden gefüllt werden

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Restaurantbesuche, Bücher, Reisen: Ein Dresdner Professor hat seine Spesen jahrelang über eine schwarze Kasse beglichen. Sein privates "Viertmittelkonto" wurde mit Software-Gebühren von Studenten gefüllt.

    Viertmittelkonto von Professor in Dresden enthüllt - SPIEGEL ONLINE
    Schwarze Kassen an den Unis können mit diversen Methoden gefüllt werden. Es hängt letztlich an der Aufmerksamkeit und dem Mut von Studenten und Mitarbeitern ab, ob so etwas auffliegt.

    Studenten sollten grundsätzlich skeptisch sein, wenn sie Dinge bar bezahlen sollen. Was wird ihnen dabei eigentlich verkauft, sollten sie sich fragen. Sind es eventuell Sachmittel eines Lehrstuhl? Bücher, Umdrucke oder Reisekosten, die aus Landesmitteln eigentlich bereits bezahlt wurden? Auf diese Weise werden nämlich öffentliche Mittel vielfach in schwarze Kassen umgewandelt. Dabei gibt es viele Tricksereien mit kombinierter Bezahlung von Dingen aus Sachmitteltöpfen und "Studentenbeiträgen".

    Natürlich braucht es einigen Mut solche Dinge zu hinterfragen oder gar einen Missbrauch öffentlich zu machen. Der Student oder Mitarbeiter ist in aller Regel abhängig von seinem Prof. Diesen Prof. anzuschwärzen wird also die eigene Karriere beschädigen oder sogar beenden.
  9. #9

    Master in Mauschelei

    Und wenn dann doch mal die Staatsanwaltschaft zu Besuch kommen will, wiegelt die Hochschulleitung ab. Fast tägliche Praxis. Dass sich die Damen und Herren Professoren (vor allem die in der echten Arbeitswelt unvermittelbaren und gescheiterten) zu Steuerzahlers Lasten die Taschen füllen, ist so neu wie die Tatsache, dass uns die Amerikaner ausspionieren.