Zugkatastrophe in Kanada: Bislang fünf Tote geborgen

REUTERSAuch 32 Stunden nach dem verheerenden Zugunglück im kanadischen Lac-Mégantic brennen einzelne Waggons noch. Die Polizei bestätigte, insgesamt fünf Leichen geborgen zu haben - Tendenz steigend. Derweil zeichnen sich erste politische Konsequenzen aus der Katastrophe ab.

http://www.spiegel.de/panorama/gesel...-a-909891.html
  1. #1

    Das Problem

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Auch 32 Stunden nach dem verheerenden Zugunglück im kanadischen Lac-Mégantic brennen einzelne Waggons noch. Die Polizei bestätigte, insgesamt fünf Leichen geborgen zu haben - Tendenz steigend. Derweil zeichnen sich erste politische Konsequenzen aus der Katastrophe ab.

    Zugunglück in Lac-Mégantic: Polizei bestätigt 3 Todesopfer - SPIEGEL ONLINE
    Das Problem ist, das es bei den meisten Zügen, auch bei Gefahrstoffen, keinen sog. "Totmannknopf" gibt. Wird dieser nicht dauerhaft oder auch intervallweise manuell betätigt, bremst der Zug vollautomatisch ab. Würde dieser endlich zum weltweiten Standard gäbe es wesentlich weniger Zugunglücke.
  2. #2

    Totmannknopf...

    heißt glaub ich " Indusi"...man hätte auch mit einem Kasperl (Bremsschuh) absichern können...
  3. #3

    Zitat von bortroc Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, das es bei den meisten Zügen, auch bei Gefahrstoffen, keinen sog. "Totmannknopf" gibt.
    Ja, ne is klar, der Experte hat gesprochen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sicherheitsfahrschaltung


    Zum Thema: ich frage mich ob es in Knanda auch üblich ist in bestimmten Betriebssituationen einen bzw. mehrere Hemmschuhe vor die Räder zu legen.

    Möglich wäre auch ein Anschlag, da ja angeblich der Lokführer ordnungsgemäss gehandelt hat.
    Immerhin gibt es eine Blackbox. Bald werden wir mehr wissen.
  4. #4

    Alles was man sich vorstellen kann, passiert auch...

    wie immer sehr pietätvoll, bringt Pro7 derzeit den Tony Scott Film "Unstoppable". Fiction wird immer irgendwie von der Wahrheit eingeholt...
  5. #5

    Grrr

    Zitat von Ragnarrök Beitrag anzeigen


    Zum Thema: ich frage mich ob es in Kananda auch üblich ist in bestimmten Betriebssituationen einen bzw. mehrere Hemmschuhe vor die Räder zu legen.
    Peinlich. Auch nicht so ganz richtig. Hemmschuhe werden vor allem beim Rangierbetrieb am Ablaufberg benutzt und vllt. bei kurzem abstellen. Bei richtig abgestellten Waggons, Loks, Arbeitsgeräten (z. B. Stopfmaschinen wird scheinbar ein Radvorleger verwandt.
    Radvorleger

    Sollte auch in Kanada Vorschrift sein, gerade an Gefällstrecken. Warten wir es ab.

    Nochmal zum ersten Beitrag. Es wäre außerdem unlogisch nur bestimmte Loks mit Sifa (o. ä.) auszurüsten. Man bekäme ein Logistikproblem bzw. eine Menge Leerfahrten und gerade das ist Kanada weniger toll. ;-)
  6. #6

    Zitat von bortroc Beitrag anzeigen
    Das Problem ist, das es bei den meisten Zügen, auch bei Gefahrstoffen, keinen sog. "Totmannknopf" gibt. Wird dieser nicht dauerhaft oder auch intervallweise manuell betätigt, bremst der Zug vollautomatisch ab. Würde dieser endlich zum weltweiten Standard gäbe es wesentlich weniger Zugunglücke.
    Alle modernen Lokomotiven in Nordamerika besitzen Sicherheitssysteme dieser Art. Wenn sich ein Zug mit 5 Dieselloks und 72 100-Tonnen Wagen ungewollt in Bewegung setzt vermute ich eher menschliches Versagen (Zug nicht richtig gesichert, Bremsschläuche nicht verbunden) oder technisches Versagen. Ist schon öfters passiert und auch schon öfters schlimm ausgegangen.

    Für bessere Bilder der Unglücksnacht siehe hier:
    A road train exploded near my home town,here are few shots - Imgur
  7. #7

    erstaunlich

    ich bin kein Experte, aber sind diese Zuege nicht mit Bremsen gesichert die sich automatisch schliessen, und mit Druckluft geöffnet werden wenn der Zug in Betrieb genommen wird?
  8. #8

    Sichern von Zügen

    Abgestellte Züge dürfen nur für begrenzte Zeit mit der druckluftbremse gesichert werden, da der allmähliche Luftverlust die Wirkung der Bremse mindert. Je nach Neigungsverhältnissen ist ab einer bestimmten Zeit der geplanten Abstellung deshalb das Anziehen der Handbremsen bzw. vorlegen von Hemmschuhen/Radvorlegern bei deutschen Bahnverwaltungen vorgeschrieben.
  9. #9

    Zitat von C_S Beitrag anzeigen
    .....Wenn sich ein Zug mit 5 Dieselloks und 72 100-Tonnen Wagen ungewollt in Bewegung setzt vermute ich eher menschliches Versagen (Zug nicht richtig gesichert, Bremsschläuche nicht verbunden) oder technisches Versagen......
    Hervorhebung von mir
    Nein, auch das ist falsch. Scheinbar keine Eisenbahnfreunde hier. :-(
    Dann müssten aber auch die Leitungen mit den Absperrhebeln gesperrt worden sein (das wäre wiederum ein Hinweis auf Sabotage), weil ein Waggon bei dem keine Luft im Bremssystem ist (wir reden jetzt von einfachen Systemen wie sie für Güterwagen üblich sind) liegen die Bremsklötze an. Anders: bei luftlosem Bremsen liegen die Bremsklötze voll an. ------->
    Zitat:
    Die Bremse ist gelöst (inaktiv), wenn alle Hilfsluftbehälter gefüllt sind und in der Hauptluftleitung der Regelbetriebsdruck herrscht. Wird der Druck in der Hauptluftleitung abgesenkt, so leiten die Steuerventile die Druckluft aus den Hilfsluftbehältern in die Bremszylinder, die darauf über ein Bremsgestänge die Bremsklötze an die Räder oder Bremsscheiben drücken bzw. die Bremszangen der Scheibenbremsen betätigen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Druckl...se_(Eisenbahn)

    Ich habe vor langen Jahren einen ähnlichen Fall erlebt.
    Da hat ein minderbemittelter Lokführer (mitsamt Rangierer) eine große Bahnbaumaschine - ziemlich lang weil ne Menge Arbeitswagen dran - so weit zurückgedrückt (Fachjargon) - umgangssprachlich so weit zurück geschoben-
    das die Maschine "sauber" (muaha) mit dem letzten Gestell (3 Radpaare), vom Rangierlokführer aus gesehen, im "Loch" (ohne Gleise) stand.
    Vermtl. hat er sich noch gewundert das die Lok das nicht mehr geschafft hat. War aber nur Sachschaden.
    Hätte er seinen Rangierer nach hinten geschickt wäre das nie passiert.