Zeuge im NSU-Prozess: Wie ein BKA-Mann Zschäpe zum Reden brachte

Getty ImagesIm NSU-Prozess schweigt die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, doch das war nicht immer so: Geschickt verwickelte ein BKA-Beamter Zschäpe nach ihrer Festnahme in Plaudereien. Er habe ihr von der RAF erzählt, sie ihrem Ärger über ihre Verteidiger Luft gemacht - und Emotionen gezeigt.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-909279.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im NSU-Prozess schweigt die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, doch das war nicht immer so: Geschickt verwickelte ein BKA-Beamter Zschäpe nach ihrer Festnahme in Plaudereien. Er habe ihr von der RAF erzählt, sie ihrem Ärger über ihre Verteidiger Luft gemacht - und Emotionen gezeigt.

    NSU-Prozess: Beamter berichtet von Unterhaltung mit Zschäpe - SPIEGEL ONLINE
    Iura vigilatibus scripta sunt (das Recht ist für Hellen geschrieben).
  2. #2

    Tja..

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im NSU-Prozess schweigt die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, doch das war nicht immer so: Geschickt verwickelte ein BKA-Beamter Zschäpe nach ihrer Festnahme in Plaudereien. Er habe ihr von der RAF erzählt, sie ihrem Ärger über ihre Verteidiger Luft gemacht - und Emotionen gezeigt.

    NSU-Prozess: Beamter berichtet von Unterhaltung mit Zschäpe - SPIEGEL ONLINE
    ..nicht ohne Grund gilt der eiserne Grundsatz:Sobald die Polizei im Spiel ist,Aussage verweigern"!Ein unumstößliches Rechtsgut,dass immer befolgt werden sollte!
  3. #3

    ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im NSU-Prozess schweigt die Hauptangeklagte Beate Zschäpe, doch das war nicht immer so: Geschickt verwickelte ein BKA-Beamter Zschäpe nach ihrer Festnahme in Plaudereien. Er habe ihr von der RAF erzählt, sie ihrem Ärger über ihre Verteidiger Luft gemacht - und Emotionen gezeigt.

    NSU-Prozess: Beamter berichtet von Unterhaltung mit Zschäpe - SPIEGEL ONLINE
    Ich verstehe den Artikel nicht ... Zschäpe sagt nix, will nix sagen, die Anwälte raten ihr nix zu sagen, aber wenn man ihr menschlich kommt, sagt sie ganz viel?
  4. #4

    Das "journalistische" Beitrage zum NSU Prozess nun unter der Rubrik "Panorama" veröffentlicht werden wundert niemanden, der sich mit dem Thema ensthaft auseinander setzt. Sind die Beteiligten (ob nun freiwillig oder nicht) doch nur Statisten in einem absurden Theaterstück voller (im besten Fall) Halbwahrheiten. Zeugen haben keine "Aussagegenehmigung", vor dem NSU- Untersuchungsausschuss treten Sie sogar im Kostüm auf und die ach so seriöse Presse setzt Schwerpunkte in der Mimik der Angeklagten. Was für eine Farce.
  5. #5

    Dass solche gezielten Verletzungen der Rechte Beschuldigter vom BGH nicht gestoppt werden, ist eines der größten Ärgernisse für einen Strafverteidiger. Deshalb sage ich meinen Mandanten auch immer, dass man überhaupt nicht mit der Polizei ohne Anwalt redet, auch nicht über das Wetter oder Fussball. Zumal der Polizist hinter her alles mögliche behaupten kann, von Missverständisse oder phonetischen Irrtümern mal ganz zu schweigen.
  6. #6

    optional

    Ohne die beiden ersten und den letzten Absatz wäre das ein wirklich sachlicher Artikel geworden.

    Warum ist hier schon wieder der Unterton notwendig? Was wäre denn Ihrer Meinung nach richtig gewesen? Weghören, wenn die Dame erzählen möchte? Damit die nächste Überschrift lauten kann "Zschäpe wollte reden - aber die Polizei wollte mal wieder die Wahrheit nicht hören"?

    Natürlich hat der Beschuldigte das Recht zu schweigen. Aber es obliegt ihm allein, ob er das auch durchhält oder nicht. Die Polizei darf ihn natürlich nicht durch Folter, Drohung oder Lüge dazu bringen, gegen seinen Willen etwas zu sagen.

    Und natürlich kann ein Polizeibeamter alles aufschreiben, was er so den lieben langen Tag über erfährt und erlebt.

    Der Unterschied entsteht erst bei der Würdigung durch das Gericht. Natürlich kann ein Gericht einen Vermerk über ein Gespräch nicht werten, wie eine von beiden unterschrieben Vernehmung. Als Indiz taugt es dennoch.

    Natürlich sind diese juristischen Feinheiten kompliziert und füllen normalerweise Bücher, weshalb es etwas schwierig wäre, alles in jedem kurzen Artikel darzulegen.
    Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn gerade bei einem so wichtigen Thema wie dem NSU-Prozeß nicht immer gleich der Rechtstaat in Frage gestellt würde, nur weil sich juristische Fragestellungen mit dem üblichen Tatort-Krimi-Halbwissen in zwei Sätzen beantworten lassen.

    Obwohl es manchmal tatsächlich der gesunde Menschenverstand tut: Fragen Sie sich doch bitte selbst einmal, wie so ein Gespräch in einem Verfahren, in dem die ganze Welt nach Aufklärung schreit, ihrer Meinung nach hätte ablaufen sollen. Wäre es Ihnen lieber gewesen, Frau Zschäpe hätte rumgedruckst und offensichtlich etwas sagen wollen, und der Beamte hätte gesagt: "Na, na, Frau Zschäpe. Sie wollten doch nichts sagen. Schauen Sie mal lieber aus dem Fenster und halten den Mund."?
  7. #7

    Intellektuell überfordert?

    Man könnte meinen, Zschäpe sei wohl von Situation intellektuell überfordert - aber was hat sie denn tatsächlich von sich gegeben? Nichts wirklich Verwertbares, wie es scheint. Unzufriedenheit mit ihren Anwälten - ja und? Erstens ist das nichts Weltbewegendes und wahrscheinlich hat sie ja auch recht. Sicher, ein für sie riskantes Spiel bleibt es allemale, aber bisher scheint sie dieser Herausforderung durchaus gewachsen zu sein.
  8. #8

    Wer sagt, dass das alles so stattgefunden hat? Das BKA in Person seines Präsidenten Ziercke hat ja auch nach Bekanntwerden der Pannen vollmundig erklärt, es seien Fehler gemacht worden, aber nicht beim BKA.
  9. #9

    Völlig legitim.

    Ich bin keine Juristin, finde diese Vorgehensweise aber völlig legitim. Es wurde ja nichtmal ein verdeckter Ermittler eingesetzt, sie hat ja sogar gewusst, dass es sich um einen Polizisten handelt. Frau Zschäpe bekommt einen rechtsstaatlichen Prozess gemäß unserer Verfassung. Irgendwo muss die Polizei ermitteln dürfen.