"Huck Finn" als Graphic Novel : Platz frei, ich bring 'ne Lady mit!

Olivia Vieweg/ SuhrkampVom Mississippi an die Saale: Die junge Zeichnerin Olivia Vieweg hat den Klassiker "Huckleberry Finn" von Mark Twain nach Ostdeutschland verlegt. Eine warmherzige, lässige, hochsommerliche Graphic Novel, in der Huck ein Mädchen aus dem Eroscenter retten will.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-908259.html
  1. #1

    Erstaunlich, wie ähnlich sich Zeichnerin und Gezeichnete sehen.
    Die Idee finde ich genial
  2. #2

    Heutzutage

    nennt sich wohl jeder dahergelaufene Comic "Graphic Novel".
    Ich erinnere mich noch gerne daran, dass dieses Prädikat mal nur großen Würfen wie "From Hell" oder "Blankets" verliehen wurde.

    Bitte liebe Autoren, schämt euch nicht für das was Ihr tut und nennt die Dinge beim Namen. Comic bleibt Comic, da ist nichts abwertendes dran!
  3. #3

    Zwei Gründe

    Zitat von Gordon Bleue Beitrag anzeigen
    nennt sich wohl jeder dahergelaufene Comic "Graphic Novel".
    Ich erinnere mich noch gerne daran, dass dieses Prädikat mal nur großen Würfen wie "From Hell" oder "Blankets" verliehen wurde.

    Bitte liebe Autoren, schämt euch nicht für das was Ihr tut und nennt die Dinge beim Namen. Comic bleibt Comic, da ist nichts abwertendes dran!
    Ich denke, der inflationäre Gebrauch von "Graphic Novel" hat zwei Gründe. Einerseits gilt in Deutschland leider immer noch "Comic" = Mickey und Co. und anderseits trägt die teutonische Künstlerschaft das eigene "kreative Schaffen" ja gerne wie eine mit Neonreklame geschmückte Monstranz vor sich her, entsprechend gewichtig muss auch die Bezeichnung des Werkes ausfallen - "graphic novel" - das klingt nach was...
  4. #4

    Zitat von el-gato-lopez Beitrag anzeigen
    Ich denke, der inflationäre Gebrauch von "Graphic Novel" hat zwei Gründe. Einerseits gilt in Deutschland leider immer noch "Comic" = Mickey und Co. und anderseits trägt die teutonische Künstlerschaft das eigene "kreative Schaffen" ja gerne wie eine mit Neonreklame geschmückte Monstranz vor sich her, entsprechend gewichtig muss auch die Bezeichnung des Werkes ausfallen - "graphic novel" - das klingt nach was...
    So ist es wohl. Allerdings glaube ich nicht, dass E-Kultur-Snobs Comics als höherwertig ansehen, bloß weil "Graphic Novel" draufsteht. In der Verwendung solcher pompöser Begriffe drückt sich doch nur allzu deutlich ein Minderwertigkeitskomplex aus.

    Im übrigen sehen die Zeichnungen von "Huck Finn" doch recht bescheiden aus, finde ich. Also wenn das schon eine Graphic Novel ist, was sind dann "Watchmen", "Die geheimnsivollen Städte" oder "Reisende im Wind"?
  5. #5

    Gattung

    Zitat von h.hass Beitrag anzeigen
    Im übrigen sehen die Zeichnungen von "Huck Finn" doch recht bescheiden aus, finde ich. Also wenn das schon eine Graphic Novel ist, was sind dann "Watchmen", "Die geheimnsivollen Städte" oder "Reisende im Wind"?
    Sry Leuz, aber Moore nachplappern reicht nicht. Die Wirkung der Gattungsbezeichnung mag sich zwar finanziell wiederspiegeln, aber grundsätzlich sagt "graphic novel" nur eins: Graphische Erzählung. Als Abgrenzung zum Seriencomic ist es völlig in Ordnung, abgeschlossene Comic-Bücher als Erzählung, sprich als "Graphic Novel", zu bezeichnen. Wer damit automatisch Qualität in Verbindung bringt, ist leider einfach nur dämlich. Keiner würde auf die Idee kommen, alle Romane in eine Schublade zu stecken, bloß weil überall Roman drauf steht...

    Man mag sich darüber streiten, ob Comic-Roman vielleicht die bessere Gattungsbezeichnung wäre, aber auch "Roman" als Gattung hat wiederum Eigenheiten, die nicht jede GN bedient. Erzählung, also "NOVEL", ist da allgemeiner und somit m.M.n. sinnvoller.

    Nebenbei: Der Comic hat seinen Status sehr wohl verändert. Guckt euch um - überall sind Comics zu finden. Überall gibt es Comic-Verfilmungen. Überall kann man den Comic-Stil wiederfinden. Die Zeiten ändern sich...ist es nicht viel eher so, dass man mit "COMIC" heute mehr Geld macht, als mit "Graphic Novel"?

    So meine 2Cents für euer Genörgel, über welches ihr euch scheinbar keine Gedanken gemacht habt, weil ihr es einem berühmten Comic-Autor aus dem Mund genommen habt. Danke.