Ägypten: Schießereien zwischen Mursi-Anhängern und Opposition

AP/dpaDie Zusammenstöße kamen mit Ansage: In Ägypten sind mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende Menschen verletzt worden, als Anhänger und Gegner von Präsident Mursi aufeinander losgingen. Landesweit sind Millionen Ägypter auf den Straßen.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-909098.html
  1. #1

    optional

    "In den nächsten Monaten soll das Volk dann zuerst eine neue Verfassung verabschieden und dann einen neuen Präsidenten wählen."

    Und wenn sich das Volk dann wieder zu über 70% für die "Islamisten" entscheidet? Nächster Putsch, nächste Wahl? Das hat ja schon EU-Charakter... so oft wählen, bis das richtige Ergebnis kommt.
  2. #2

    Das Militär hat völlig recht...

    ...unabhängig davon, ob man Mursi mag oder nicht (und ich mag ihn nicht): Wenn ihm etwas an seinem Land und nicht nur an der Machterhaltung von Islamisten oder Muslimbrüdern liegen würde, dann würde er von selbst zurücktreten. Das Land ist zutiefst gespalten und die Streitereien und Proteste führen dazu, daß keine Touristen mehr kommen. Damit geht es allen Leuten noch viel schlechter als vorher.
    Das Militär verhindert nun eine Eskalation und stellt die Ruhe wieder her. Dann werden (hoffentlich) fähige Leute eingesetzt und hoffentlich mit Verstand aus allen Volksgruppen. Und vielleicht findet sich dann ja auch jemand, der für die Mehrheit des Volkes wählbar ist, damit das Land endlich zur Ruhe kommen kann...
    Demokratie braucht vor allem Zeit. In Deutschland hat es auch nicht auf Anhieb geklappt.
  3. #3

    Zitat von Twanger Beitrag anzeigen
    "In den nächsten Monaten soll das Volk dann zuerst eine neue Verfassung verabschieden und dann einen neuen Präsidenten wählen."

    Und wenn sich das Volk dann wieder zu über 70% für die "Islamisten" entscheidet? Nächster Putsch, nächste Wahl? Das hat ja schon EU-Charakter... so oft wählen, bis das richtige Ergebnis kommt.
    Da hat jemand Demokratie nicht verstanden.
    Demokratie ist nicht die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit.
    Minderheiten haben in Demokratien unveräusserliche Rechte.

    Die Menschenrechte der 10 % Christen und der modernen Ägypter dürfen nicht beschnitten werden, auch wenn eine Mehrheit aus islamhörigen Analphabeten ihr Kreuz bei den Islamisten macht.

    Und dass das Volk nochmal den offensichtlichen Totalversager und Spalter Mursi wählt ist unwahrscheinlich. Denn fast allen Ägyptern geht es heute deutlich schlechter als vor 3 Jahren.
  4. #4

    w/o comment

    Interessanter Meinungsspiegel auf Transparenten von Demonstranten, hier:

    Guest Post: Egyptians Love Us For Our Freedom | Zero Hedge
  5. #5

    Es würde mich nicht wundern, ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zusammenstöße kamen mit Ansage: In Ägypten sind mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende Menschen verletzt worden, als Anhänger und Gegner von Präsident Mursi aufeinander losgingen. Landesweit sind Millionen Ägypter auf den Straßen.

    Tote bei Schießereien zwischen Mursi-Anhängern und Opposition in Kairo - SPIEGEL ONLINE
    ... wenn schon heute Nacht Panzer auffahren, in Kairo und Alexandria. Bevor es noch mehr Tote gibt. Es ist traurig, dass es des eigenmächtigen Handelns des Militärs bedarf, um die Demokratie zu schützen.
  6. #6

    optional

    Siehe Beitrag #3 von sahnekefir. Was da in Ägypten abgelaufen ist, war mitnichten "1 Jahr Demokratie". Das war eine Diktatur der Mehrheit. Gewaltiger Unterschied, denn nicht alles, was man mit Wahlen erreicht, ist eine Demokratie, siehe unsere eigene Geschichte, an verschiedenen Stellen.

    Was dort im Moment abläuft ist der Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit. Witzigerweise waren die sogenannten Diktatoren, Mubarak, Gaddafi, Assad und wie sie alle heißen, schonmal weiter. Die haben ihre Völker "nur" in herkömmlicher Hinsicht (Eigentum, freie Meinungsäußerung etc.) ein bisschen unterdrückt, aber niemandem vorgeschrieben, was er zu glauben hat, solange er/sie das friedlich und zu Hause getan hat. Die Ägypter können fast vom Glück sagen, dass ihr Militär offenbar auch was gegen Totalitarismus hat und sich da jetzt schon zum zweiten Mal regulierend reinhängt. Vielleicht kriegt man dort ja den Übergang mit weniger Blutvergießen hin als hierzulande, wo Inquisition und Gegeninquisition, garniert mit feudalen Kriegen, den Rückzug der Glaubenswächter zäh und blutig gestaltet haben.
  7. #7

    Mubarak ist anscheinend bald zurück

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Zusammenstöße kamen mit Ansage: In Ägypten sind mindestens zwei Menschen getötet und Dutzende Menschen verletzt worden, als Anhänger und Gegner von Präsident Mursi aufeinander losgingen. Landesweit sind Millionen Ägypter auf den Straßen.

    Tote bei Schießereien zwischen Mursi-Anhängern und Opposition in Kairo - SPIEGEL ONLINE
    Heute könnte man sagen, ein Fühling der keiner war.
    Schade um das viele Blut, daß vergossen wurde und jedes Land bekommt die Despoten, die es verdient!
    Mursis Vorgänger sind dabei, den ersten demokratisch gewählten Präsidenten zu stürzen und einen despotischen Freund des Westens zu installieren, was sowohl Sadat als auch Mubarak waren.
  8. #8

    Das Ende des Frühlings!

    Die Sekularisten schaufeln sich mit dieser absurden Vorgehensweise das eigene Grab. Wenn ihnen jedes Mittel recht ist (inkl. Militärputsch!) um Mursi loszuwerden, dann können sie nicht wirklich überrascht sein, falls die Muslimbruderschaft auch zur Gewalt greift. In einem Land, das dermassen von Tourismus abhängig ist, ist das ein unverzeilicher Fehler. Wer Gewalt sät, wird Gewalt ernten. Klüger wäre es, dem gewählten Präsidenten seine Zeit zu gönnen und dann abzuwählen wenn er nicht liefert. François Hollande wird auch nicht einfach gestürzt, weil sein Leistungsausweis nach einem Jahr dürftig ist. Obama hat ausser seinem "Obama care" auch nichts vorzuweisen (nach 5 Jahren!). Fairerweise muss man festhalten, dass weder Mursi noch El-Baradei oder Amr Musa die riesigen strukturellen Probleme Ägyptens in einem Jahr lösen können. Griechenland ist nun im fünften Jahr in Rezession und das trotz tatkräftiger Unterstützung seitens EU. Wer in Ägypten Wunder erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht...
  9. #9

    Mir scheint, ...

    Zitat von derandersdenkende Beitrag anzeigen
    Heute könnte man sagen, ein Fühling der keiner war.
    Schade um das viele Blut, daß vergossen wurde und jedes Land bekommt die Despoten, die es verdient!
    Mursis Vorgänger sind dabei, den ersten demokratisch gewählten Präsidenten zu stürzen und einen despotischen Freund des Westens zu installieren, was sowohl Sadat als auch Mubarak waren.
    ... wenn man anders denkt als "der andersdenkende" liegt man immer richtig. In Syrien sind Sie gegen die Islamisten und in Ägypten für sie? Seltsam! Zu ihrer Information: Mursi ist kein demokratisch gewählter Präsident. Selbst wenn die Wahlen korrekt waren, was stark zu bezweifeln ist, hat er aufgehört ein demokratisch legitimierter Präsident zu sein, als er Dekrete erlassen hat, die seine Entscheidungen über die der Gerichte gestellt haben. Er hat damit die dritte Gewalt und somit auch die Demokratie abgeschafft. Ein Ermächtigungsgesetz a la Hitler.