Gleichstellung: Gericht in Kalifornien legalisiert Homo-Ehe

REUTERSDas Verbot der Homo-Ehen in Kalifornien ist aufgehoben: Damit folgt der Bundesstaat dem bahnbrechenden Urteil des Obersten US-Gerichts. Kurz nach der Entscheidung geben sich die ersten Paare das Ja-Wort.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-908497.html
  1. #1

    Worüber nicht informiert wird

    Es gab bereits die Homo-Ehe in Kalifornien. Nur hat die ein Volksbegehren 2008 gekippt.

    Und hier kommen wir in ein delikaten staatsrechtlichen Problem. Ist das höchste Gericht eines Landes der Souverän oder das Volk? Entscheidet das Oberste Gericht im Namen des Volkes oder im eigenen Namen nach Geschmack und Zeitmode? Hier hat eindeutig der Supreme Court gegen den Souverän entschieden und damit seine eigene Rechtlichkeit in Frage gstellt. Das darf ein Gereicht nicht, sich über das Volk stellen. Und auch nicht über das Naturrecht (Rousseau, Hobbes). Kann man natürlich bezweifeln und das Recht des zeitweise Stärkeren wieder an Stelle des menschlichen (auch willkürlichen) Rechtssystems setzen.

    All das wird nichts an der gesellschaftlichen Akzeptanz oder Nichtakzeptanz der Homo-Ehe ändern. Sie werden weiterhin nur unter sich bleiben und den Pendelschlag der Gegenrichtung abwarten müssen. Denn der wird kommen. Wie bei jeder gesellschaftlichen Entwicklung.
  2. #2

    .

    Das das Gericht hat offensichtlich gegen den Willen des Volkes entschieden. Heißt es bei den Amis eigentlich auch "Im Namen des Volkes?"
  3. #3

    optional

    Na endlich mal wieder ein Lichtblick in der zwangsheterosexuellen Welt. Es fehlt im Artikel allerdings noch eine Information dazu, ob mit der Legalisierung der Homoehe auch sämtliche Grundrechte verbunden sind. Hier in Deutschland ist das ja noch ein nerviger Kampf. Im Unterschied zur traditionellen Ehe haben homosexuelle PartnerInnen nach wie vor keine steuerlichen Vergünstigungen und kein Recht auf Insemination bzw. Adoption.
  4. #4

    Dringend?

    War das jetzt das dringendste Problem in Kalifornien, dass es so umgehend bearbeitet werden musste? War Kalifornien in den letzten Jahren nicht immer (fast) pleite und hatte viele gravierende strukturelle Probleme??? Sollte man sich nicht eher darum kümmern? Als um eher abseitige Nebenschauplätze von Gesellschaft und Politik? Wenn diese Sache den Kaliforniern anscheinend so wichtig war, scheint es ihnen doch viel besser zu gehen, als man den Eindruck hatte. Dann doch irgendwie beruhigend. Das mit den Bediensteten in Zwangsurlaub, den verrottenden Schulen, den entlassenen Lehrern war wohl doch nicht soo schlimm, dass man sich als erstmal darum kümmern müsste!

    Nach langjähriger Ehe habe ich persönlich auch den Eindruck, dass sich die Homosexuellen doch eher Illusionen hingeben, was diese Institution betrifft.
  5. #5

    optional

    das war ja längst überfällig!
  6. #6

    Tja

    Die Gegner der Homo-Ehe haben verloren, aber nichts in ihren Rechten eingebüßt. Die Schwulen und Lesben habe gewonnen und viele erreicht.
  7. #7

    Ich gehe so weit zu sagen...

    ... das es für einen modernen Staat eine Verpflichtung ist, die Rechte von Homosexuellen nicht geringer zu schätzen als die von Heterosexuellen! Und ich bin - auch wenn mir die politische Ausrichtung der FDP / CDU nicht liegt - stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem offen schwul lebende Politiker Außenminister werden können! Jetzt auch volle Rechte für Homosexuellen in Deutschland! Ich freue mich mit allen Lesben und Schwulen über diesen Etappensieg in den USA! Eric Prüter
  8. #8

    optional

    Wann kapieren die Gegener endlich, dass die Tatsache, dass Homosexuelle heiraten dürfen, auf ihr Leben absolut keinen Einfluss hat? Den heterosexuellen Paaren werden doch keine Rechte weggenommen. Und bevor sie Homosexualität verdammen, weil die Bibel es sagt, sollten sie das Buch mal genauer lesen und bitteschön alle "Regeln" befolgen. Außerdem tauchen laut einiger Theologen auch in der Bibel Homosexuelle auf, die keineswegs verdammt werden.
  9. #9

    Zitat von carolian Beitrag anzeigen
    Es gab bereits die Homo-Ehe in Kalifornien. Nur hat die ein Volksbegehren 2008 gekippt.

    Und hier kommen wir in ein delikaten staatsrechtlichen Problem. Ist das höchste Gericht eines Landes der Souverän oder das Volk? Entscheidet das Oberste Gericht im Namen des Volkes oder im eigenen Namen nach Geschmack und Zeitmode?
    Ich nehme an, das ist wie in Deutschland: das höchste Gericht muss Entscheidungen, von wem auch immer getroffen (sei es nun die Bevölkerung selbst oder deren Repräsentanten im Parlament) auf deren Vereinbarkeit mit der geltenden Verfassung hin überprüfen. Widerspricht die jeweilige Entscheidung der Verfassung, ist sie ungültig, da verfassungswidrig.

    Nach Ihrer Argumentation dürfte nie irgendein Gesetz vom Verfassungsgericht kassiert werden - da es ja immer mit demokratischer Mehrheit der vom Volk gewählten Repräsentanten zustande gekommen ist. Die Verfassung steht aber über ALLEM - und wenn "das Volk" will, dass der eine oder andere Artikel aus der Verfassung gestrichen wird, dann muss es die VERFASSUNG ändern.