Astronaut Thomas Reiter über Effekthascherei: Gitarren im Weltall

APFrüher arbeitete Thomas Reiter auf der ISS und griff auch mal zur Gitarre. Heute ist er Direktor der Europäischen Raumfahrtagentur und mahnt: Die wissenschaftliche Arbeit auf der ISS sollte stärker im Vordergrund stehen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/w...-a-907761.html
  1. #1

    der mann hat recht. man hatte in den letzten jahren immer mehr den eindruck, die ISS würde nur noch als prestigeobjekt unterhalten. nette anekdoten und natürlich immer wieder äußerst interessante und wunderschöne fotos von da oben/unten haben mich nicht davon abgehalten, mir die frage nach der sinnhaftigkeit des projektes zu stellen. es ist nicht wahr, dass die allgemeinheit sich nicht für die wissenschaftliche seite interessiert...es sei denn, es wird wirklich nur noch kokes da veranstaltet...das würde natürlich erklären, weshalb man so wenig fundiertes mitbekommt, es gäbe ja nix...
  2. #2

    Herr Reiter,

    ich melde mich freiwillig für die erste bemannte Jupiter-Mission... :-)
    Da müssen aber ein paar Leckereien mit...
  3. #3

    Funddierte Infos über die Experimente...

    ... und Ausßeneinsätze gibt es auf www.nasa.gov/station.

    Dort gibt es tägliche Updates und auch Details zu einzelnen Versuchsreihen.

    Es wäre nicht schlecht, wenn man bei der ESA (oder wo auch immer) eine deutschsprachige Version dieser Seiten bereithält - bekanntlich kann nicht jeder Englisch.

    Da gibt es mehrere lange Meßreihen zur Strahlenbelastung, Augen- und Gefäßfunktion, Verhalten von Flüssigkeiten, Feuer, Materialien, ... Versuchsreihen ohne Ende, aber auch die ein oder andere Routinearbeit (die später von den Nachfolgern des "Robonaut 2" und der "Spheres" übernommen werden soll - weitere laufende Versuchsreihen).

    Ich lese die NASA-Seiten hin und wieder gern, allerdings auch nur in Abständen. Manche Experimente ziehen sioch lange hin, deswegen wird dass zwichenzeitlich auch mal "langweilig".
    Die Videos (Station Tour etc,) sind auf jeden Fall ein Hingucker und geeighet, die Leute für die Raumfahrt zu interessieren :-)
  4. #4

    Effekthascherei ??

    "In allererster Linie erledigen wir dort oben wissenschaftliche Aufgaben, und das sollte eigentlich im Vordergrund stehen."

    Ich weiß nicht warum Herr Reiter hier Bedenken wegen 'Effekthascherei' hat - und halte das für falsch. Was in den Köpfen der Menschen hängen bleibt sind gerade solche Dinge wie z.b. Hadfields Video. Oder die Weihnachtsbotschaft von Apollo 8. Oder Shepards Golfschläge auf dem Mond. Raumfahrt wird sexy wenn die Astronauten Rockstars sind - was sie einmal waren. Mein Patenkind interessiert sich jetzt für Raumfahrt, weil Baumgartner eine großartige Effekthascherei gelungen ist - nicht weil ein Experiment wichtige Daten geliefert hat. Der Großteil der Bevölkerung interessiert sich wenig für Grundlagenforschung. Dann muss man eben zunächst Begeisterung erzeugen - dann wird es denke ich einfacher sie auch für die Arbeiten und Ergebnisse zu interessieren.
  5. #5

    #3 @Heiko M: Wer kein Englisch kann...

    ...ist wohl auch zu doof, um die Experimente zu kapieren. Deshalb spielt Hadfield Gitarre, da sollte auch Reiter den Ball flach halten. Wir leben nun mal in einer Demokratie. Man erlebt es oft hier in der SPON-Wissenschaftsrubrik: Die ersten Posts von ewigen Freizeitprofis? Was kommt? "Wissenschaft ist doof". Noch nicht mal die einfachste Aufbereitung von Forschungsergebnissen geht in die Köpfe solcher Menschen. Also: Keep on playing, Hadfield!
  6. #6

    nichts verstanden, der Mann!

    Im Gegensatz zu Chris Hadfield hat der Herr Reiter es nicht begriffen, dass es nicht ausreicht in einem Elfenbeinturm die Erde zu umrunden!
    Hadfield ist es mit seinen Aktionen gelungen, die Menschen für die Raumfahrt zu begeistern und sie begreifbar und anfassbar zu machen.

    Die nunmal leider vorhandene Arroganz der Wissenschaft allein hat da eher den gegenteiligen Effekt.

    Ohne Steuergelder keine Raumfahrt.
    Für entmenschte Wissenschaftler in schwerelosen Elfenbeintürmen gibt man freiwillig wohl eher weniger Steuergelder aus.
    Für Menschen die in der Schwerelosigkeit Wissenschaft betreiben schon eher.

    PS Gibt's eigentlich so etwas wie schwerelosen Neid?
  7. #7

    Was der Wissenschaft so oft fehlt ist doch die Inspirierung von (Noch-)Nicht-Wissenschaftlern, insbesondere der zukünftigen Generation. Ich kann nur vermuten, wieviele Kinder nach '69 Forscher oder Ingenieure geworden sind, weil die Menschheit auf dem Mond war - und wieviele in der Inspirations-Durststrecke danach ('80er ff.) Anlageberater... wahrscheinlich zu viele.
    Genau aus diesem Grund brauchen wir öffentlichkeitswirksame Wissenschaft. Noch viel mehr als jetzt. Eine Reality-Show aus der ISS im Vorabendprogramm... vielleicht zu viel. Aber Wissenschaftler müssen wieder die Helden der Geselschaft werden - und das muss gerade der Direktor einer großen Forschungseinrichtung verstehen: es geht um die Zukunft, auch die der ESA.
    Übrigens schön zu sehen, dass andere Kommentatoren das ähnlich sehen.
  8. #8

    @Michaelkaloff: Warum habe ich wohl ...

    ... eine Übersetzung ins Deusche als sinvoll angeregt, genau *deshalb*, weil Leute, die kein Englisch können, nicht *deshalb* "zu doof" sind, "um die xperimente zu kapieren".
  9. #9

    @Michaelkaloff (5), Heiko M (3,8)

    Es gibt ja den Raumzeit Podcast von Tim!
    http://raumzeit-podcast.de/

    Äußerst hörenswert!