Reform der Reifeprüfung: Das kleine Wunder von Wittenberg

DPADie Kultusminister gleichen die Abituraufgaben an - doch der Weg dahin ist lang, und verbindlich wird die Regelung nicht sein. Doch angesichts der 16 streitlustigen Landesminister ist auch dieser kleine Schritt schon ein großer Erfolg.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-907086.html
  1. #1

    Grundgesetzwidrig

    Durch die sehr unterschiedlichen Lehrpläne der einzelnen Länder wird de facto die Freizügigkeit - jedenfalls für Eltern schulpflichtiger Kinder - ausser Kraft gesetzt.
    Warum hat noch keine Eltern, die deshalb auf einen eigentlich attraktiven Arbeitsplatzwechsel verzichteten, in Karlsruhe geklagt?
  2. #2

    Kultur Hoheit abschaffen

    Der beste Weg, zumal sie aus der Zeit der Besatzung stammt.
  3. #3

    Bildung im ungebremsten Fall

    Ich hatte das Glück im letzten Jahr Teil dieses Bildungssystems zu werden und viele der unausgereiften und selten durchdachten Reformen zu erleben. Die Vorbereitung aufs Abitur ist in zwei Schulen in einer Stadt schon oft nicht zu vergleichen. Teilweise nicht mal in zwei Kursen in einer Schule. Eine Gleichschaltung aller Abiturprüfungen kann somit nur einen erheblichen Qualitätsverlust darstellen, falls die Bundesregierung nicht vorhat, in einigen Bundesländern das Abitur zu streichen.
    Es geht immer weiter bergab. In NRW wurde versprochen, das nach dem wegfallen des Doppeljahrganges keine Lehrerstellen abgebaut werden, um die Klassen zu verkleinern und eine bessere Bildung zu ermöglichen. In den Schulen lässt sich jetzt sehen, dass ausscheidende Lehrer nicht ersetzt werden und Landesweit Vertretungsstellen gestrichen werden. Wohin geht das Geld, was da eingespart wird?
    Ich weiß nicht an welchem Schulsystem sich hier im Moment orientiert wird. Der Hintergrund scheint klar zu sein: Ein Dummes Volk lässt sich leichter regieren!
  4. #4

    Wenn schon zentral, dann richtig

    Zitat von Antaris Beitrag anzeigen
    Der Hintergrund scheint klar zu sein: Ein Dummes Volk lässt sich leichter regieren!
    Meine Güte, diese Uralt-Ideologie vom dummen Volk, das sich angeblich leichter regieren lässt, kann ja kein Mensch mehr hören. Welches hochentwickelte Industrieland kann wohl ein Interesse an bewusst dumm gehaltenen Bürgern haben? Das ganze Land quillt über von Bildungsangeboten, die meisten davon kostenfrei - und dann soll da irgendwo eine hinterhältige anonyme Macht verborgen sein, die die Leute dumm halten will?
    Es wäre oftmals aber wünschenswert, dass man am Ende seiner Schullaufbahn wenigstens den Dreisatz beherrschen möge, denn sonst wird man (nicht vom bösen hinterhältigen Staat), sondern vom Handwerker oder Marktschreier um die Ecke locker betuppt und merkt's nicht einmal. Da scheint mir das größere Problem zu liegen.
    Aber abgesehen davon, wenn man, wie in Frankreich, ein Zentralabitur einführen möchte, muss auch der Rest -von der Lehrerausbildung bis zum Unterrichtsstoff - zentralsiert werden, sonst gibt es keine objektiven Ergebnisse. Das kann ich mir aber für Deutschland beim besten Willen nicht vorstellen.
  5. #5

    !

    Zitat von Antaris Beitrag anzeigen
    ...
    In NRW wurde versprochen, das nach dem wegfallen des Doppeljahrganges keine Lehrerstellen abgebaut werden, um die Klassen zu verkleinern
    ...
    Die politische Führung von NRW setzt das um, was Bildungs-"Experte" Prof. Dr. Wilfried Bos, Gesamthochschule Dortmund, bezüglich kleiner Klassen in sogenannten Studien nachzuweisen versucht hat.

    TU Dortmund - Fakultät 12 - Bos, Wilfried

    Professoren Bos und Prenzel präsentieren Studien-Ergebnisse - MSW NRW Bildungsportal
  6. #6

    !

    Zitat von dervolksanwalt Beitrag anzeigen
    Der beste Weg, zumal sie aus der Zeit der Besatzung stammt.
    Recht so! Hamburg, Bremen, Berlin und Düsseldorf geben das Niveau vor. Jedem das Alditur!
  7. #7

    Zertifizieren oder qualifizieren?

    Bei der lauten Jammerei über den Bildungsföderalismus stelle ich die Frage nach der Qualität. Wie es bisher gelaufen ist, werden in Zukunft die Messlatten so weit abgesenkt, dass möglichst alle 16 das Ziel erreichen. Mahlzeit!
  8. #8

    Es geht doch nur um die Pöstchen in den einzelnen Kultusministerien der Länder?

    Ich denke, dass wir die Vergangenheit in einem Europa wirklich hinter uns lassen sollten?

    Mir dreht sich der Magen um, wenn ich überlege, wie viele gute Ärzte aus Hessen mit einem leichteren Abitur hervorgegangen sind und wie viele Bayern sich mit ihrem - ja so guten bayerischen Abitur - mit einer 3,0 "nur" ein ungeliebtes Studium als frustrieter Pädagoge "leisten" konnte - und damit noch mehr Kinder "versaut"?
  9. #9

    Artikel gelesen?

    Zitat von discipulus_neu Beitrag anzeigen
    Recht so! Hamburg, Bremen, Berlin und Düsseldorf geben das Niveau vor. Jedem das Alditur!
    „Einen vagen Anhaltspunkt für die hohe Güte der süddeutschen Reifeprüfung liefert zwar das Statistische Bundesamt, demzufolge bei den akademischen Abschlüssen acht Jahre nach Ende der Schullaufbahn die bayerischen Abiturienten vorne liegen - allerdings gilt das auch für jene aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen Schleswig-Holstein und, ausgerechnet, Berlin.“