Hyperhidrose: Wenn Schwitzen zum Horror wird

APSchweißperlen stehen auf der Stirn, am Hemd zeichnen sich dunkle Flecken ab: Schwitzen Menschen übermäßig, setzt sie das unter psychischen Druck. Viele isolieren sich und werden sogar depressiv. Einige Behandlungen helfen - manche sind umstritten.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-905175.html
  1. #1

    Sympathektomie vergessen

    Der Artikel hat noch eine Behandlungsmethode vergessen, die Sympathektomie. Dabei wird ein Nervenknoten neben der Wirbelsäule (hinter der Lunge) an oder durchgeschnitten so dass man bei Hyperhidrose an Händen oder im Gesicht weniger schwitzt. Ich habe diesen Eingrif März 2003 durchführen lassen und bin shehr zufrieden mit dem Ergebnis.
  2. #2

    neues Leben

    Bei mir ging es mit 11 Jahren los. Ich schwitzte den ganzen Tag stark unter den Armen. In der Pubertät, in der andere gern mit der neusten Mode experimentieren, trug ich schwarze, weite T-Shirts. Das Gefühl permanent beobachtet zu werden und das Problem vertuschen zu müssen begleitete mich durch die gesamte Schulzeit. Meine Eltern nahmen mich nicht ernst, vielleicht gerade weil ich das Schwitzen jederzeit gut verbergen konnte. Erst als Studentin ging ich es an. Die Elektrotherapie brachte so gut wie keine Verbesserung. Ich verbrannte mich jedoch einmal ziemlich stark an den Pads, weil ich vor lauter Elan den Strom zu hoch eingestellt hatte. Die Botox-Anwendung war teuer und schmerzhaft, da an jeder Achsel unzählig viele Stiche vorgenommen wurden, aber effektiv, leider nur für einige Monate. Eine echte Änderung brachte nur das Absaugen. Für ca. 900 Euro wurde der Eingriff in kurzer Zeit vorgenommen und hat mein Leben verändert. Ich schwitze nicht mehr und kann mich bewegen und kleiden wie ich will. Viele, auch meine Eltern, sagten mir, dass ich mich verändert habe. Ich sei lockerer, ausgeglichener und lebensfroher geworden. Das kann ich nur bestätigen. Ich arbeite als öffentliche Person und bin jeden Tag dankbar für die Therapie, die es mir ermöglicht hat, meinen Job ohne das Gefühl des Ausgeliefert-Seins und Beobachtet-Werdens zu machen. Ich kann jedem mit Hyperhidrose nur empfehlen, sich therapieren zu lassen. Es verändert das Leben.
  3. #3

    .

    "die Übergänge zwischen normaler und übermäßiger Schweißproduktion sind fließend" ..... genau!
  4. #4

    Ja, die nächste Jahrhundertkatastrophe naht …

    Flut ist erledigt, jetzt kommt der Hitzekoller. Kaum scheint mal einen Tag die Sonne, geht es auch schon los: Hyperhidrose, explodierende Autobahnen, Zugklimaanlagen, Babies im Schatten … Menschen am Rande des Abgrunds, Homestories über Schattenexistenzen werden folgen. Was war der Print-Spiegel mal für eine Nachrichtenmagazin – und was ist das für ein dämlicher Katastrophismus?
  5. #5

    Keine OP, keine Medikamente

    so würde ich für mich entscheiden, wenn die Symptomatik der Krankheit den Wechseljahrbeschwerden ungefähr entspricht. Starkes Schwitzen, Hitzewellen sind mir in diesem Kontext leider sehr vertraut. Öfter waschen, Deo, Kleidung häufig wechseln....dann kann ich damit leben. Aber ich habe durchaus Verständnis für Menschen, die sich nicht schlagkräftig wehren können und jede Therapie dankbar annehmen. Die Gehässigkeiten der Mitmenschen können unerträglich werden, bringt man sie nicht umgehend zum Schweigen. Dass Menschen sich so verhalten, macht mich traurig und wütend.
  6. #6

    Kenne das Thema aus eigener Erfahrung

    Ich bin ein eher leichter Fall. Aber wenn ich, was in beruflichen Situationen häufig passiert, ein Jackett tragen muss, so kann ich es nicht mehr ausziehen, da das Hemd darunter völlig durchgeschwitzt ist. Ebenso habe ich nach längerem, angelehnten Sitzen (Auto, Bahn, Flugzeug ...) einen nassen Rücken. Nun gibt es Freizeithemden aus Funktionsstoffen, die diese Feuchtigkeit perfekt ableiten. Keine nassen Flecken auf der Brust und am Rücken, so soll es sein. Leider ist diese Kleidung bunt und mit gewaltigen Markenlogos versehen, also in formalen Situationen nicht nutzbar. Warum kommt eigentlich kein Bekleidungsunternehmen auf die Idee, dezente Business-Hemden aus so einem Material herzustellen? Das würde für mich 70% der Problematik entschärfen.
  7. #7

    Aluminium ohne Nebenwirkung

    Hatte zwar starkes aber nicht krankhaftes Schwitzen, allerdings relativ schnell mit Achselgeruch. Ueber die Internetseite von Prof. Raulin in Karlsruhe, der fuer alles was mit Haut zu tun hat eine gute Loesung hat, bin ich auf https://www.sweat-off.com gekommen. Mein Schwitzen ist stark zurueckgegangen, und auch nach Wochen habe ich keinen Achselgeruch mehr! Und da die Konzentration des Roll-On nicht so hoch ist, gibt es keine Nebenwirkungen, wenn man es wie vorgeschrieben gebraucht: mehrere Male am Anfang, und dann nach Notwendigkeit. Das neue Hand-Fuss Produkt habe ich noch nicht testen koennen.
    Ich habe keine Verbindung zur Firma, ich bin nur ein zufriedener, weil trockener Kunde!
  8. #8

    Im Gegensatz zu unserer Medizin, die den Menschen als Einzelteil-Reservoir bezeichnet, ist die chinesische Medizin schon vor Jahrtausenden weiter gewesen - und sah und sieht den Menschen als Ganzes und jede Krankheit als Qi-Störung (Überschuss oder Mangel). Fließt Qi harmonisch, gibt es keine Krankheit. Daher zielt die TCM darauf ab, Qi zum Fließen zu bringen, Stockungen aufzuheben.
    Eine der effektivsten Methoden ist Qi-Gong. Unter Anleitung gelernt und regelmässig geübt, führt es zu einem dauerhaften Zustand von Gesundheit und Energie.
    Die Harmonisierung des Qi führt dazu, dass sowohl starkes Schwitzen als auch starkes Frieren aufhören. Das ist schon bei täglich Übenden der Fall; und der Fortgeschrittene wird sich bei 38° frisch fühlen - und bei -15° weniger Kleidung benötigen als gemeinhin üblich.
    Qi-Gong-Praktizieren ist Vorsorge und Heilvorgang zugleich - und kostet nur die anfänglichen Kurse (denn man sollte von einem Lehrer lernen) - aber keine Medikamente, bzw. bedeutet bei Krankheit eine schrittweise Reduktion derselben.
  9. #9

    Schwitzen ist nicht Schwitzen

    na endlich; es ist heiß und der Schubladenartikel kann erscheinen. Danke SPON, dass Ihr das Thema Hyperhidrose bekannter macht, denn die Betroffenen leiden wirklich. Aber eben nicht nur wenn es heiß ist. Denn - anders als es hier dargestellt wird - ist Hyperhidrose gar kein dermatologisches Problem, sondern in den meisten Fällen ein neurologisches. Die Betroffenen haben eine veränderte Dynamik in der Nervenregulation der Schweißdrüsen. Und die ist eben doch meistens angeboren, heißt erblich. Keinesfalls will ich hier dermatologische Kollegen schelten, denn sie sind in der Regel die wichtige erste Anlaufstelle schwitzender Patientinnen und Patienten. Aber ein bisschen mehr Kenntnis der physiologischen Zusammenhänge ist wichtig, besonders wenn es um die richtigen Behandlungsverfahren geht (zum Beispiel wenn das 12 Jahre alte Laserverfahren hervorgeholt wird, das eigentlich "um die Ecke" ist, aber neue Verfahren wie die Radiofrequenz-Thermotherapie RFTT nicht erwähnt werden. Und dass OPs die letzte Option sind ist klar, dennoch sind sie eben eine Option). Daher an alle Betroffenen: finden sie sich nicht mit ihrem Schwitzen ab. Suchen Sie Ihre Hausärzte, Dermatologen, Neurologen, Gynäkologen und Chirurgen auf und „nerven“ sie sie. Dann lernen alle was dazu und können zukünftig fast einer Million Betroffenen in Deutschland besser helfen. HG Dr. Schick