Hochwasser in Sachsen-Anhalt: "Man kann nichts mehr machen"

SPIEGEL ONLINEIn Magdeburg sinkt der Pegel, die Flut wandert weiter - und überflutet nun weiter nördlich Orte an der Elbe. Deiche brechen, Menschen flüchten, Militärkonvois ziehen durchs Land. Und ein Bürgermeister muss zusehen, wie sein Dorf zur Insel wird.

http://www.spiegel.de/panorama/hochw...-a-904904.html
  1. #1

    Lasciare ogni speranza !

    Selbst wenn alle Dämme fertig gewesen wären, kein Deich gebrochen wäre, es hätte genau die selbe Überschwemmungskatastrophe gegeben!

    Wenn man die Elbe dazu zwingen wollte in Ihrem Flussbett zu bleiben, müssten die Dämme wahrscheinlich 30 oder 40 Meter hoch sein bei diesen Wassermassen.

    Selbst dann hätte es eine Katastrophe gegeben, weil das Regenwasser dann eben nicht mehr in die Elbe abfliessen könnte und alles im Regen ersaufen würde!
  2. #2

    Wer es verdient hat

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Magdeburg sinkt der Pegel, die Flut wandert weiter - und überflutet nun weiter nördlich Orte an der Elbe. Deiche brechen, Menschen flüchten, Militärkonvois ziehen durchs Land. Und ein Bürgermeister muss zusehen, wie sein Dorf zur Insel wird.

    Hochwasser in Sachsen-Anhalt: Deiche brechen bei Stendal - SPIEGEL ONLINE
    Bei allem Leid, das die Flut über die Menschen bringt, gibt es zwei Gruppen, die es meiner Ansicht nach so richtig verdient haben:

    Erstens:
    Die egoistischen Wutbürger, die mit ihren dreisten Bürgerinitiativen jahrelang den Aufbau eines wirksamen Hochwasserschutzes verhindert oder zumindest verzögert haben. Diese Leute sollten auf jeden Fall von jeder Unterstützung und Hilfe ausgeschlossen werden, besser noch, deren Vermögen sollte zugunsten der unschuldigen Hochwasseropfer eingezogen werden. Wie viel Leid hat der Egoismus dieser Personen über Tausende anderer Menschen gebracht?

    Zweitens:
    Dreiste Deutsche Unternehmen, die mit ihrer kurzsichtigen und asozialen Personalpolitik dafür gesorgt haben, dass Tausende hochqualifizierte Menschen Deutschland verlassen mussten, aber jetzt in unglaublich dreister Manier über ihren hausgemachten Fachkräftemangel jammern. Soviel Dreistigkeit gehört schlicht und einfach bestraft, und hier ist das Hochwasser die gerechte Strafe.
  3. #3

    Ich frage mich, ob dies von den verschiedenen Redaktionen bewusst so dargestellt wird, oder ob es tatsächlich so geschieht in den Überschwemmungsgebieten: Auf Fotos und Beschreibungen sieht man ständig Menschen mit primitivsten Mitteln gegen die Flut kämpfen. Freiwillige, die auf die Strasse gekippte Sandhaufen mit dem Spaten in Sandsäcke abfüllen, obschon es für solche Zwecke längst Maschinen gibt, die dies viel schneller können, kilometerlange Sandsackmauern, die von vielen Helfern in mühevoller Kleinarbeit aufgerichtet werden, obschon es für diesen Zweck mobile Systeme gibt, die mit weniger Personal und in einem Bruchteil der Zeit aufgestellt werden können (z.B. sog. Beaver-Schläuche). Und dann sieht man Bundeswehrsoldaten mit ihrer gewöhnlichen Uniform hüfttief im Wasser stehen. Jeder weiss doch, dass man da bei dieser Kälte spätestens nach einer halben Stunde erledigt ist.

    Die in vielen Diskussionen aufgetauchte Forderung, dass man der Elbe mehr Platz zugestehen müsse, beispielsweise durch Errichtung von Hochwasserpoldern, ist das eine. Das andere wäre, dass man den Helfern geeignetes und modernes Werkzeug zur Verfügung stellt.
  4. #4

    jeder kann etwas beisteuern

    auch wenn das Unheil selbst nicht mehr zu verhindern ist, kann jeder einzelne versuchen zu helfen. Dafür haben wir eine Website geschaffen, die Sachspender und Bedürftige auf regionaler Ebene zusammen bringt. Über unsere Website http://fluthilfe.regio-boerse.de kann jeder etwas zur Hilfe beisteuern -- viele Dinge, die von Menschen nicht mehr benötigt werden, werden aktuell in anderen Gebieten benöigt. Vollkommen kostenfrei natürlich.
  5. #5

    optional

    @diskutierender
    was bitte hat denn das hier mit fachkräftemangel zu tun? und was ist daran so schlimm, im ausland zu arbeiten?
    @rrblah
    das hab ich mich bei den ganzen bildern auch gedacht: dafür muss es doch maschinen geben.
  6. #6

    Zitat von capote Beitrag anzeigen
    Selbst wenn alle Dämme fertig gewesen wären, kein Deich gebrochen wäre, es hätte genau die selbe Überschwemmungskatastrophe gegeben!

    Wenn man die Elbe dazu zwingen wollte in Ihrem Flussbett zu bleiben, müssten die Dämme wahrscheinlich 30 oder 40 Meter hoch sein bei diesen Wassermassen.

    Selbst dann hätte es eine Katastrophe gegeben, weil das Regenwasser dann eben nicht mehr in die Elbe abfliessen könnte und alles im Regen ersaufen würde!
    Bin auch nicht Sachkundig in Sachen Hochwasserschutz, aber so wie Sie es schildern schätze ich es auch ein.

    Bei der letzten Katastrophe 2002 hatte man teilweise Schwierigkeiten die Hilfsgelder alle unter zu bringen.----Denke auch dieses mal, werden die meisten adäquat entschädigt werden.Ansonsten würde es ja auch eine regelrechte Flucht aus den betroffenen Regionen einleiten.

    Was mich jedenfalls ärgert sind eben z. B. Autohäuser die sich in den Medien präsentieren und ihren abgesoffenen PKW-Bestand in Millionenhöhe zur Schau stellen.----Da frage ich mich, war die Flut so unvorhersehbar wie ein Monsunregen oder ein Tsunami?---Oder könnte es sein, das man von vornherein aus Gewohnheit darauf gesetzt hat, das die Flut auch ein Geschäft sein kann?
  7. #7

    Der Salzstock von Gorleben

    Auch Gorleben liegt unmittelbar bei der Elbe. Besteht da nicht auch die Gefahr, dass bei einem zukünftigen "Jahrtausendhochwasser" der Salzstock des geplanten evt. Atommülllendlagers absaufend könnte? Wieso wurde dieses Problem noch nie in der Öffentlichkeit erörtert?
  8. #8

    Zitat von rrblah Beitrag anzeigen
    ... obschon es für diesen Zweck mobile Systeme gibt, die mit weniger Personal und in einem Bruchteil der Zeit aufgestellt werden können (z.B. sog. Beaver-Schläuche). ....
    Ich bitte Sie! Dieses System wurde erst am 24.10.2002 vorgestellt. Da können Sie doch nicht schon erwarten, dass das bereits 2013 im Einsatz ist.

    Und wer soll das bezahlen? Lasst doch die Bürger absaufen und deren Schaden aus der eigenen Tasche bezahlen; kurbelt sogar die Wirtschaft an.

    Und was macht man bitteschön mit den Beaver-Schläuchen, wenn das Hochwasser weg ist? Lagern und vergammeln lassen? Oder einen Mitarbeiter extra zu deren Pflege einstellen? Und wer soll das bezahlen? Rest s.o..

    Und überhaupt: Lt. uns Merkel hat sich Deutschland als Hochtechnologieland eh verabschiedet, da wir noch nicht mal Stuttgart21 hinbekommen oder BER oder ein läppisches Konzerthaus (auch Elbphilharmonie genannt) oder ...
  9. #9

    Kommt aber vielleicht noch irgendwann

    Zitat von louis2 Beitrag anzeigen
    Auch Gorleben liegt unmittelbar bei der Elbe. Besteht da nicht auch die Gefahr, dass bei einem zukünftigen "Jahrtausendhochwasser" der Salzstock des geplanten evt. Atommülllendlagers absaufend könnte? Wieso wurde dieses Problem noch nie in der Öffentlichkeit erörtert?
    Ein Supergau, und das wäre ein absaufen der Salzstöcke wohl , wird solange ignoriert bis nichts mehr zu retten ist.
    Radioaktiv kontaminiertes Trinkwasser ist das letzte was die jetzt gebrauchen könnten.