Geplante Meldepflicht: NRW feilscht um archäologische Schätze

DPAIm Boden Nordrhein-Westfalens liegen viele Schätze aus früheren Epochen - wem gehören sie? Bislang dürfen Finder einen Teil behalten, nun aber beansprucht sie das Land. Die Aufregung ist groß.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-904016.html
  1. #1

    Ein Schatzregal

    ohne fiskalische Entschädigung der Finder ist meines Erachtens Verfassungswidrig.

    Eine Regelung die Verfassungswidrig ist von Anfang an unwirksam und braucht nicht befolgt zu werden.
  2. #2

    Einen Vorteil hätte das ganze

    In der Vergangenheit gab es im Grenzgebiet zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hauptsächlich Fundmeldungen auf der NRW-Seite, auch wenn die Funde in RLP gemacht wurden. Der Grund ist klar. ;-)

    Dies hatte aber sehr negative Folgen für die Archäologie, da die Verortung dieser Funde dann systematisch falsch war.
    Mit dem neuen Gesetz wäre dieses Problem zumindest gelöst.
  3. #3

    Zitat von kölschejung72 Beitrag anzeigen
    ohne fiskalische Entschädigung der Finder ist meines Erachtens Verfassungswidrig.

    Eine Regelung die Verfassungswidrig ist von Anfang an unwirksam und braucht nicht befolgt zu werden.
    Das Bundesverfassungsgericht hat 1988 klargestellt, dass eine bloße Chance auf Eigentum oder eine Möglichkeiten, auf Verdienst nicht durch das Grundgesetz (Art. 14) geschützt sind. Genau so eine Chance ist jedoch im Bundesgesetzbuch in Bezug auf einen Schatzfund festgeschrieben, wodurch auch die Schatzregalien der Bundesländer verfassungsmäßig sind. Auch bei andern Gütern, z. B. im Bereich Wald und bei Bodenschätzen, gilt das Eigentumsrecht nicht absolut.
  4. #4

    Ja kann man so machen

    ... oder auch nicht. Letzt endlich sind archäologische Funde Allgemeingut.
    Und schon scheiden sich die Geister, historische Funde wecken Begehrlichkeiten. Kann sich doch eine Kommune, ein Museum oder ein Land sich schön mit solchen Funden schmücken. Noch schöner wenn man diese Dinge für Lau bekommt.
    Andererseits gehören solche Funde auch nicht unbedingt in eine Zigarrenkiste im Wohnzimmerschrank.
  5. #5

    Ich denke nun wird vieles verschwinden

    Ich vermute die die Anzahl der gemeldeten Funde wird schlagartig sinken. Kein wunder , man kann diese neue Regelung auslegen wie man will. Schade , dadurch wird vieles Verloren gehen , weil keiner mehr etwas erfährt.
  6. #6

    Wie denn nun?

    "Von außen wird sorgfältig beobachtet, was derzeit in Nordrhein-Westfalen geschieht, denn kaum sonstwo in Deutschland oder auch in Europa ist archäologisch so viel los wie hier: Nicht nur die Reste der Römerzeit sind dichter als anderswo, sondern auch der Neandertaler hinterließ schon jede Menge Spuren. Deshalb schielen andere Bundesländer - und durchaus auch das Ausland - oft auf Nordrhein-Westfalen. "Die Archäologie des Landes strahlt weit über Nordrhein-Westfalen hinaus und wird international sehr beachtet", fasst Siegmund zusammen. "Das Land kann hier viel Akzeptanz und Prestige gewinnen - aber auch verlieren."

    Wie passt das denn zusammen?

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/nrw-streicht-finanzierung-von-archaeologie-und-denkmalpflege-a-891307.html
  7. #7

    Hmtja

    Zitat von Delago Beitrag anzeigen
    In der Vergangenheit gab es im Grenzgebiet zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hauptsächlich Fundmeldungen auf der NRW-Seite, auch wenn die Funde in RLP gemacht wurden. Der Grund ist klar. ;-)

    Dies hatte aber sehr negative Folgen für die Archäologie, da die Verortung dieser Funde dann systematisch falsch war.
    Mit dem neuen Gesetz wäre dieses Problem zumindest gelöst.
    Dieses Problem hätte aber auch durch eine Änderung der rheinland-pfälzischen Gesetze gelöst werden können, nicht wahr?
  8. #8

    Zitat von ugt Beitrag anzeigen
    Andererseits gehören solche Funde auch nicht unbedingt in eine Zigarrenkiste im Wohnzimmerschrank.
    Stimmt, aber genau da werden sie landen.
  9. #9

    Kein Titel

    Zitat von kölschejung72 Beitrag anzeigen
    ohne fiskalische Entschädigung der Finder ist meines Erachtens Verfassungswidrig.
    Das sieht das BVerfG in seiner bisherigen Rechtsprechung aber anders - und dessen Rechtsauffassung dürfte etwas maßgeblicher als die Ihrige sein. Der Eigentümer des Grundstücks auf dem eine herrenlose Sache gefunden wird, ist nun einmal genauso wenig deren rechtmäßiger Eigentümer wie das jeweilige Bundesland. Von daher ist jede Eigentumszuerkennung arbiträr und letzten Endes verfasssungskonform. Ein nicht gegebenes Eigentumsrecht kann auch nicht verletzt werden, zudem kann das Schatzregal durch das übergeordnete öffentliche Interesse an einer sach- und regelgerechten archäologischen Aufarbeitung der Funde mitsamt späterer öffentlicher Ausstellung in einem der Öffentlichkeit zugänglichen Museum begründet werden. Der Finder könnte bestenfalls noch einen Finderlohn nach § 971 BGB beanspruchen, wenn das jeweilige Landesrecht (in der Regel das Denkmalschutzgesetz) keine gesonderten Bestimmungen dazu enthält.