Congress Plaza in Chicago: Hotelstreik endet nach zehn Jahren mit Niederlage

Getty ImagesAlles umsonst: Zehn Jahre lang streikten die Angestellten eines Chicagoer Hotels für einen besseren Lohn. Nun kehren sie schwer gedemütigt an ihren Arbeitsplatz zurück. Besitzer Albert Nasser zahlt ihnen jetzt Löhne so niedrig wie 2003.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/...-a-903301.html
  1. #1

    Borniert

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alles umsonst: Zehn Jahre lang streikten die Angestellten eines Chicagoer Hotels für einen besseren Lohn. Nun kehren sie schwer gedemütigt an ihren Arbeitsplatz zurück. Besitzer Albert Nasser zahlt ihnen jetzt Löhne so niedrig wie 2003.

    Congress Plaza in Chicago: Arbeitnehmer beenden zehnjährigen Streik - SPIEGEL ONLINE
    Ich frag mich wirklich wie man so borniert sein kann, wie der Besitzer. Warum kann er nicht einfach seinen Mitarbeitern noch mehr zahlen als alle anderen Hotels und dafür zum Besten Hotel mit den motiviertesten Mitarbeitern werden und so am Ende noch mehr verdienen?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Alles umsonst: Zehn Jahre lang streikten die Angestellten eines Chicagoer Hotels für einen besseren Lohn. Nun kehren sie schwer gedemütigt an ihren Arbeitsplatz zurück. Besitzer Albert Nasser zahlt ihnen jetzt Löhne so niedrig wie 2003.

    Congress Plaza in Chicago: Arbeitnehmer beenden zehnjährigen Streik - SPIEGEL ONLINE
    Ich frage mich eher, wie dämlich man sein kann, 10 Jahre lang für nix zu streiken. So groß können die Vorteile der langen Betriebszugehörigkeit nicht sein.
    Hätten die alle innerhalb der ersten Streikwochen gekündigt, wäre das Hotel Pleite gewesen. So schnell kann man nämlich 130 Leute nicht anlernen. Und mal ehrlich: Wer wäre unter den entsprechenden Umständen dort hin? Doch nur die, die woanders eh keinen Job bekommen hätten. Aus dem Hotel wäre ganz schnell eine Absteige geworden.
  3. #3

    Eine Kündigung kam für die meisten jedoch nicht in Frage.

    Eine Kündigung kam für die meisten jedoch nicht in Frage. Unter anderem, weil sie die Ansprüche aus ihrer langen Betriebszugehörigkeit nicht verlieren wollten.

    Das kann sich doch nicht rechnen. Da gibt es doch nur eins. Neuer Job, oder sind die bereits unvermittelbar? Da wird einem schnell klar warum es Leute mit Mindestgehalt gibt, und sich die "Geschäftsleute" fast alles erlauben dürfen. Nächste Stufe ist Sklavenhaltung, einfach unwürdig was mit Geld alles getrieben wird. Dem Syrer war´s egal diesen Verlustposten zu behalten. Warscheinlich sportlich gesehen - gewonnen.
  4. #4

    Zitat von enemenemurausbistdu Beitrag anzeigen
    Ich frag mich wirklich wie man so borniert sein kann, wie der Besitzer. Warum kann er nicht einfach seinen Mitarbeitern noch mehr zahlen als alle anderen Hotels und dafür zum Besten Hotel mit den motiviertesten Mitarbeitern werden und so am Ende noch mehr verdienen?
    Weil mehr Gehalt nur kurzfristig die Motivation steigert.
  5. #5

    Nun, sollte mich mein Leben noch

    Zitat von wastl300 Beitrag anzeigen
    Eine Kündigung kam für die meisten jedoch nicht in Frage. Unter anderem, weil sie die Ansprüche aus ihrer langen Betriebszugehörigkeit nicht verlieren wollten.

    Das kann sich doch nicht rechnen. Da gibt es doch nur eins. Neuer Job, oder sind die bereits unvermittelbar? Da wird einem schnell klar warum es Leute mit Mindestgehalt gibt, und sich die "Geschäftsleute" fast alles erlauben dürfen. Nächste Stufe ist Sklavenhaltung, einfach unwürdig was mit Geld alles getrieben wird. Dem Syrer war´s egal diesen Verlustposten zu behalten. Warscheinlich sportlich gesehen - gewonnen.
    einmal nach Chicago führen, werde ich mir sicher ein anderes Hotel nehmen.
    Vielleicht sollte man ein Quality Label für Fair Employment bei Hotels einführen. Wer wirklich nicht anders kann weil er oder sie es sich nicht leisten kann, geht zum Congress Hotel - wenn es denn wirklich das billigste ist.
    Ansonsten geht man zu einem Fair House.
  6. #6

    Extrem borniert

    Ich frage mich, was solche Leute reitet. Da will man einen höheren Lohn erpressen, indem man das Hotel nahezu in die Pleite treibt. Streiken könnte ja noch ok sein, aber man unterlässt nichts, um dem Unternehmen zu schaden, nur um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Das ist doch pervers. Würde man die gleiche Mühe in einen besseren (anderen) Job investieren, wäre man viel besser beraten.

    Dem Unternehmer kann man für seine Standhaftigkeit nur gratulieren.
  7. #7

    Zitat von zerr-spiegel Beitrag anzeigen
    Ich frage mich eher, wie dämlich man sein kann, 10 Jahre lang für nix zu streiken. So groß können die Vorteile der langen Betriebszugehörigkeit nicht sein.
    Kommt darauf an. In den USA gibt es jede Menge von Betriebsvereinbarungen zu Renten, Abfindungszahlungen bis zur Krankenversicherung, die von der Dauer des Arbeitsverhältnisses abhängig sind und bei einer Kündigung seitens des Arbeitnehmers wegfallen. Das kann schon massive finanzielle Verluste bedeuten.

    Zumal es ja anscheinend nicht so war, dass die Mitarbeiter die kompletten 10 Jahre als Streikposten vor dem Hotel herumgestanden sind.
  8. #8

    Zitat von enemenemurausbistdu Beitrag anzeigen
    Ich frag mich wirklich wie man so borniert sein kann, wie der Besitzer. Warum kann er nicht einfach seinen Mitarbeitern noch mehr zahlen als alle anderen Hotels und dafür zum Besten Hotel mit den motiviertesten Mitarbeitern werden und so am Ende noch mehr verdienen?
    Der Mann ist nicht borniert sondern zäh und es hat sich für ihn ausgezahlt der Erpressung nicht nachzugeben. Nach einiger Zeit gewöhnen sich die Gäste an die Streikposten vor der Tür.

    Als Ralphs in Kalifornien bestreikt wurde haben mich die Streikposten vor der Tür auch nicht sonderlich beim einkaufen gestört.

    Tarifverhandlungen zu führen heißt ja nicht dass man allen Forderungen der Gewerkschaften nachgeben muss.
  9. #9

    Zitat von zerr-spiegel Beitrag anzeigen
    Ich frage mich eher, wie dämlich man sein kann, 10 Jahre lang für nix zu streiken. So groß können die Vorteile der langen Betriebszugehörigkeit nicht sein.
    Hätten die alle innerhalb der ersten Streikwochen gekündigt, wäre das Hotel Pleite gewesen. So schnell kann man nämlich 130 Leute nicht anlernen. Und mal ehrlich: Wer wäre unter den entsprechenden Umständen dort hin? Doch nur die, die woanders eh keinen Job bekommen hätten. Aus dem Hotel wäre ganz schnell eine Absteige geworden.
    Ich bin kein Profi in der US Rentenversicherung. Ich Vermute mal das es den Krankenversicherungen ähnlich ist. Einmal gefeuert hat man keine Ansprüche mehr und dementsprechend in den Jahren davor für "nix" gearbeitet.

    Allgemein scheint mir das soziale Netz in den USA die Arbeitnehmer enorm vom Arbeitgeber abhängig zu machen. Was, wie im vorliegenden Fall, gekonnt ausgenutzt werden kann.

    Das der Steik überhaut so lange dauert, dürfte auch an dem tiefen Geldbeutel von Herrn Nasser liegen. Wenn man 10 Jahre lang ein "totes" Investment verkraften kann, dann sieht man solchen Streiks natürlich gelassen entgegen.

    Nichts desto trotz, aus Sicht der FDP natürlich ein leistungsorientiertes Vorbildmodell.