Geschichtsunterricht im Bunker: "Hier halte ich es nicht lange aus"

DPAEs ist eng, kalt und dunkel - saarländische Gymnasiasten drängen sich für ihren Geschichtsunterricht in einen alten Bunker. Während die Schulleiterin dort unten mit der Platzangst kämpft, fehlt den Schülern etwas anderes: das Internet.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/w...-a-900190.html
  1. #1

    Gegenschlag der Saarländer

    Ich komme selbst aus der Gegend und finde es gut dass die Kinder auch in Die Bunker geführt werden. Leider lässt die geschichtliche Aufarbeitung für diese aber zu wünschen übrig wie an den Kommentaren der Kinder abzulesen ist (kalt dunkel, kein Internet....).
    Weiters ist es entweder beschämend für die Schulleiterin oder den Journalisten der falsch zitiert hat:

    Ich nehme an dass die saarländische LANDESregierung zu keiner Zeit in der Lage gewsen wäre einen atomaren Gegenschlag zu organisieren, da:
    - Deutschland lediglich atomare Teilhabe hatte und dies dann ausschliesslich durch die USA genehmigt werden konnte in letzter Instanz und keinesfalls durch eine von mehreren in dem Fall konkurriernden Landesregierungen, auch wenn dieser im Verteidigungsfall Sonderkompetenzen zugestanden werden.

    Zudem gab es auf saarländischem Boden nur sehr kurz französische Atomwaffen auf die Dtld. gar keinen Zugriff hatte.
  2. #2

    Geschichtsunterricht mit Originalrelikten

    In den vergangenen Jahren konnte ich erfahren für was Lehrende an Grundschule und Gymnasien die wertvolle "Schulzeit" vergeudeten. Die Besichtigung des Bunkers aus der Zeit des "Kalten Krieges" für 11 / 12 Jährige halte ich auch für absolut unnötig. Es wäre sinnvoller unserem Nachwuchs etwas Bedeutungsvollers für die Zukunft zu vermitteln!
  3. #3

    Zitat von mapesa Beitrag anzeigen
    Ich komme selbst aus der Gegend und finde es gut dass die Kinder auch in Die Bunker geführt werden. Leider lässt die geschichtliche Aufarbeitung für diese aber zu wünschen übrig wie an den Kommentaren der Kinder abzulesen ist (kalt dunkel, kein Internet....).
    Weiters ist es entweder beschämend für die Schulleiterin oder den Journalisten der falsch zitiert hat:

    Ich nehme an dass die saarländische LANDESregierung zu keiner Zeit in der Lage gewsen wäre einen atomaren Gegenschlag zu organisieren, da:
    - Deutschland lediglich atomare Teilhabe hatte und dies dann ausschliesslich durch die USA genehmigt werden konnte in letzter Instanz und keinesfalls durch eine von mehreren in dem Fall konkurriernden Landesregierungen, auch wenn dieser im Verteidigungsfall Sonderkompetenzen zugestanden werden.

    Zudem gab es auf saarländischem Boden nur sehr kurz französische Atomwaffen auf die Dtld. gar keinen Zugriff hatte.
    1. Es sind Kinder, und in dem Bunker ist es kalt und dunkel. Desweiteren hat der Schüler bestimmt nicht vom Krisenfall berichtet sondern nur allgemein gesagt das er dort ein paar Tage leben könnte. Jetzt das wieder so zu interpretieren das der Unterricht schlecht ist nur weil das Internet für die Kinder heute so selbstverständlich ist wie das Telefon oder die Zeitung halte ich für vermessen.

    2. Ist von einem atomaren Gegenschlag im Artikel überhaupt nicht die Rede.
  4. #4

    Zitat von clemensbarono Beitrag anzeigen
    Die Besichtigung des Bunkers aus der Zeit des "Kalten Krieges" für 11 / 12 Jährige halte ich auch für absolut unnötig.
    In einer Zeit, in welcher Atomenergie und Rüstung mit Atomwaffen in den Ländern des nahen Ostens voran geht, ist eine Rückschau auf den kalten Krieg wohl kaum unnötig, eher weitsichtig. Der Bunker-Besuch wird kaum der inhaltliche Kern der Einheit sein. Praktische Eindrücke fördern vielmehr das Interesse und schalten das emotionale Gedächtnis hinzu. Können sie in jedem pädagogisch-psychologischen Grundlagenwerk nachschlagen.

    Zitat von clemensbarono Beitrag anzeigen
    Es wäre sinnvoller unserem Nachwuchs etwas Bedeutungsvollers für die Zukunft zu vermitteln!
    Was ist Geschichtsunterricht? Vergangene Ereignisse aufarbeiten, um sie auf aktuelle Situationen anwendbar zu machen. Bunker, Kriegsschauplätze, Konzentrationslager und der ganze Rest des "Schützenfestes" sollten (!) auf keinen Fall frontal und theoretisch vermittelt werden. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob man vor einem Verbrennungsofen im KZ gestanden hat oder ob man ihn im Geschichtsbuch auf einem Foto sieht. Das dürften selbst sie kapieren.

    Wer unseren Kindern klar machen kann, welche Auswirkungen allein das Vorhandensein von Atomwaffen auf unser Leben und die Gesellschaft hat, der hat seinen Job als Geschichtslehrer gut gemacht. Der kalte Krieg ist ein ernstes Thema und geht meist hinter dem klassischen Thema des 2. WK unter.
  5. #5

    Unterricht im Bunker

    [QUOTE=sysop;12874025]Es ist eng, kalt und dunkel - saarländische Gymnasiasten drängen sich für ihren Geschichtsunterricht in einen alten Bunker. Während die Schulleiterin dort unten mit der Platzangst kämpft, fehlt den Schülern etwas anderes: das Internet.

    Die Lehrerin kämpfte sicher nicht mit Platzangst (der Angst über Plätze zu gehen), sondern mit dem Gegenteil (Klaustrophobie).
  6. #6

    optional

    Geschichte zum anfassen ist immer etwas tolles, sonst verkommt Geschichtsunterricht zu einem Fach wo es nur um die Taten toter weißer Männer und trockene Jahreszahlen geht. Nur muss ein Besuch einer historischen Stätte (wie hier der Bunker) auch in den Unterricht integriert werden.
    Wenn es auf sich allein gestellt ist und nur als Selbstzweck dient (wie oftmals Filme im Geschichtsunterricht), dann sollte man es besser lassen. Wer danach sofort wieder den alltäglichen Unterricht weiterführt, der enttäuscht nicht nur seine Schüler, sondern macht die Exkursion auch allgemein uninteressant und degradiert sie zu einer Nebensächlichkeit.

    Man muss als Lehrer seiner Klasse auch eine Aufgabe geben, nicht nur aussetzen und gucken und anfassen lassen. Der Bunker ist sicherlich ungemein interessant, nur muss der Besuch auch inhaltliche Zwecke erfüllen. Was ist euch aufgefallen? Was habt ihr gefühlt? Warum wurden diese Bunker errichtet? Wie war die politische Situation damals?
    Man kann nicht immer davon ausgehen, dass die SuS sich bei der Besichtigung automatisch diese Fragen stellen.
  7. #7

    Platzangst ungleich Klaustrophobie

    Was für ein Fauxpas in diesem Themenbereich: "Während die Schulleiterin dort unten mit der Platzangst kämpft". Platzangst beschreibt die Angst, bspw. über große Plätze zu gehen. Es ist also genau das Gegenteil von Klaustrophobie. Das deutsche Wort für Klaustrophobie ist Zimmerangst. Das ist so peinlich Frau Reichert.
  8. #8

    Platzangst

    Laut Wikipedia und Duden ist "Platzangst" ein umgangssprachliches Wort für "Klaustrophobie". Das Wort "Zimmerangst" habe ich noch nie gehört. Steht nebenbei auch nicht im Duden (Duden online).
  9. #9

    @martinhenke

    Genau: Umgangssprachlich. Soll das der Anspruch eines Journalisten sein? Nur weil es die Mehrheit nicht besser weiß, ist es eben nicht richtig.