Offener Brief zum "Tannhäuser"-Skandal: Wagner wagen!

DPADarf man Wagners Werke mit Nazi-Assoziationen inszenieren? Unbedingt, finden die israelischen Künstler Udi Aloni und Itay Tiran. Sie fordern eine Wiederaufnahme der abgesetzten "Tannhäuser"-Produktion an der Oper Düsseldorf. Wir dokumentieren ihren Offenen Brief.

Offener Brief zur abgesetzten Inszenierung von Wagners "Tannhäuser" - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Das...

    ...ist das moderne deutsche Bildungsbürgertum: Blut, Dreck und Nazis sind von den Opern- und Theaterbühnen nicht mehr wegzudenken. Dagegen erscheint das Dschungelcamp als reine Hochkultur! Die Amis (die sind uns ja kulturell unterlegen) nennen das Euro Trash!
  2. #2

    optional

    Es geht doch darum, was die Inszenierung mit Tannhäuser zu tun hat.
  3. #3

    Zensur den Zensoren

    Himmel, die ganze Wagner-Ecke stinkt doch nach Nazi. Oder warum wurde er von denen so verehrt, gebraucht, mißbraucht. Und doch: tolle Musik. Also beides auf die Bühne, in die Ohren, in den Kopf. Und ey, die besten Zensoren waren die Nazis. Also bitte: Geht nicht hin, wenn es Ihr das nicht mögt. Ich mag das. Ich mag keine Zensoren.
  4. #4

    Wo unterschreiben?

    Als Deutscher und als jemand, der die Musik Wagners mag (gerade auch die Tannhäuser-Ouvertüre), halte ich den Inhalt dieses Briefs für absolut richtig. Wo kann man den unterschreiben? :-)
  5. #5

    "Die deutsche Gesellschaft, die es ablehnt, sich mit dem Trauma ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen..." - come on, ist doch nicht dein Ernst. Dann schau mal weniger Dschungelcamp und mehr Ard/zdf/3sat.
  6. #6

    Tragweite der Entscheidung nicht verstanden???

    HIer geht es um die Zensur eines künstlerischen Werkes! Haben meine beiden Vorposter das nicht verstanden? Das ist das Problem!! Es kann nicht sein das in unserem Land, in dem Meinungsfreiheit herrscht, ein Werk zensiert wird, nur weil sich ein Teil der Bevölkerung empört! Empörung, Wut, Freude, Leibe, Hass, all das sind Emotionen die durch die Kunst ausgelöst werden können, und damit muss ein aufgeklärter Staat und seine Bürger klar kommen. Ich für meinen Teil habe nie verstanden warum man z.B. ein Buch (Ja, ich rede hier von Mein Kampf) verboten werden kann. Ich halte es da eher wie die US- Amerikaner, die das ganze anders handhaben. Es ist bloß ein BUch! Buchstaben auf Papier! Nicht das BUch sollte verboten werden, man sollte sich damit auseinandersetzen und dafür sorgen, das die Menschen verstehen WAS an diesem Gedankengut falsch ist. Aber nein, Verbote Verbote Verbote....
  7. #7

    Meinungsfreiheit?

    Natürlich gibt es auch in Deutschland Zensur. Aber darum geht es bei der Kritik an der Tannhäuser-Inszenierung in Düsseldorf nicht - und auch nicht um Nazi-Symbole. Der Antisemitismus Wagners ist weltbekannt, unstrittig und von ihm selbst dokumentiert. Eine Verbindung mit den Nazis herzustellen ist also legitim und wird ja auch genügend getan.

    Der Deutschen Oper in Düsseldorf mit Ihrem Leiter und dem Regisseur ging es also nur darum, Aufsehen zu erwecken und dabei ist eine erbärmliche Qualität zur Aufführung gekommen.
    Der offene Brief ist also aus dem Grunde, aber auch in der Beurteilung der Wagner-Feierlichkeiten mit den vielen Beiträgen zur Verquickung mit der Nazi-Ideologie, voll daneben! Hier kocht eben jede(r) seine eigene Suppe!
  8. #8

    "Die deutsche Gesellschaft, die es ablehnt, sich mit dem Trauma ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen..."

    Diese Aussage ist vorsichtig gesagt eine Frechheit, denn kein Land hat sich mehr mit seiner Vergangenheit beschäftigt als Deutschland.
    Zudem kann ich das Düsseldorfer Publikum und Theater verstehen, denn wer Wagner sehen will, der will Wagner sehen und keine geisteskranke Inszenierung, die nur auf schnelle Publicity scharf ist, indem sie mir Nazi Symbolik herumfuchtelt.
  9. #9

    Geisteskranke Inszenierung?

    Auch so eine Nazi-Keule: Jemand als krank zu diffamieren, als geisteskrank. Jetzt fehlen nur noch die Strauß-Ratten und wir sind da, wo so manche hingehören - in die Vergangenheit.