Wie sieht die Zukunft der Raumfahrt aus?

In Florida startet die erste Testversion einer Rakete, die den Spaceshuttle beerben soll. Sie ist Teil eines Plans, Menschen zum Mond und zum Mars zu senden. Doch das Geld wird knapp. Platzen jetzt alle Träume von künftigen bemannten Fernmissionen? Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Raumfahrt aus? Diskutieren Sie mit!
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Florida startet die erste Testversion einer Rakete, die den Spaceshuttle beerben soll. Sie ist Teil eines Plans, Menschen zum Mond und zum Mars zu senden. Doch das Geld wird knapp. Platzen jetzt alle Träume von künftigen bemannten Fernmissionen? Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Raumfahrt aus? Diskutieren Sie mit!
    Wenn ich mich richtig erinnere, so nutzt die ARES-Rakete, von der hier wohl die Rede ist, Shuttle-Technologie. Die Erststufe ist nämlich ein Feststoffraketentriebwerk.
    Die bemannte Raumfahrt kann man meiner Meinung nach als kein sinnvolles Ziel mehr ansehen. Auf dem Mond ist nichts zu holen und zum Mars schafft man es nicht mit diesen Spielzeugen.
  2. #2

    Bemannte Raumfahrt ist notwendig

    Im Gegensatz zu meinem Vorredner halte ich die bemannte Raumfahrt für sehr wichtig. Kein Roboter( zumindestens in nächster Zukunft), kann die Eindrücke vermitteln, die ein Mensch während seines Aufenthalts im Weltraum bekommt. Neugier und das Verlangen nach Verständnis in welcher Welt( Kosmos ) wir leben sind eine wichtige Triebfeder unseres Verhaltens, die auch in der bemannten Raumfahrt zum Ausdruck kommen. Das dies viel Geld kostet ist unbestritten. Meiner Meinung nach sollte sich die Menschheit auf ein gemeinsames Raumfahrtprogramm einigen, was sicherlich auch in einer globalisierten Welt angesagt wäre. Apropos Geld. Das Geld was gierige Banker und Manager alleine dieses Jahr uns an Geld gekostet haben, könnten wir Deutschen alleine die NASA für die nächsten Jahre finanzieren.
  3. #3

    Ich halte die bemannte Raumfahrt im Augenblick für überflüssig. Was sollen wir jetzt da oben?

    Für das ganze Geld kann man viel besser die unbemannte Rauffahrt fördern und man wird dadurch viel mehr wissenschaftliche Ergebnisse rausholen als anders.
  4. #4

    Abenteuerspielplatz für Enthusiasten und Geeks

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Florida startet die erste Testversion einer Rakete, die den Spaceshuttle beerben soll. Sie ist Teil eines Plans, Menschen zum Mond und zum Mars zu senden. Doch das Geld wird knapp. Platzen jetzt alle Träume von künftigen bemannten Fernmissionen? Wie sieht Ihrer Meinung nach die Zukunft der Raumfahrt aus? Diskutieren Sie mit!
    Naja, würden die fünf wirtschaftsstärksten Nationen ihr Militärbudget um 25% senken und das Geld in Bildung und Raumfahrt investieren, wären wir vielleicht in wenigen Jahren einen bedeutenden Schritt weiter.

    Fakt ist, dass wir seit rund 50 Jahren aktiv bemannte Raumfahrt betreiben. Während es auf fast allen Gebieten, insbesondere bei Funk und Fernsehen, Computer, Haushaltsgegenstände, Automobile usw in den letzten 50 Jahren enorme Fortschritte gegeben hat, ist bei der Raumfahrt die Entwicklung ÄUSSERST schleppend verlaufen. Ich will damit sagen, dass ein Astronaut heute immernoch mit ungefähr demselben Risiko umzukommen ins All geschossen wird, wie eben in den ersten Tagen der bemannten Raumfahrt.
    Noch immer haben wir nur eine reine Forschungsstation mit stark begrenztem Raum im All, die lediglich die Mir abgelöst hat, noch immer hält sich der DIREKTE Nutzen der Raumfahrt für die Menschheit in Grenzen.

    Bin ich nun gegen oder für die Raumfahrt? Eindeutig dafür!

    Nur muss endlich aufgehört werden, Laienforschung zu betreiben. Es hat keinen Sinn, auf den Mond zu touren um ein paar Felsbrocken einzusammeln. Es ist eine Verschwendung von Menschen und Material, zum Mars aufzubrechen und dort AUCH nur Gesteinsmaterial aufzuklauben. Sinnvoller ist es dagegen, die Basis für interplanetare Raumfahrt zu legen. Und die beginnt nicht auf dem Mars, nicht einmal auf dem Mond, sondern im Orbit um die Erde.

    Die Rede ist von einer größeren Raumstation, die auch eine "Raumwerft" beinhaltet um größere Raumschiffe direkt im Orbit zu bauen. Gerade für die Reise zum Mars ist ein Shuttle oder vergleichbares Gefährt zu klein und unsicher, da muss tatsächlich ein "echtes" Raumschiff gebaut werden. Immerhin ist die Reise zum Mars ein wenig länger als zum Mond und einfach so abbrechen kann man die Mission auch nicht, ist sie einfach angelaufen.
    Wenn also Astronaut M. ein Magengeschwür hat, muss das an Bord des Raumschiffes behandelbar sein, das setzt eine "Krankenstation" und einen Arzt voraus.

    Also grob: Mars-Mission - ja. Aber nur mit einer vielleicht 30-köpfigen Crew in einem richtigen, "tiefenraumfähigen" Raumschiff. Und dann bitte sollen da nicht nur Steine aufgesammelt, sondern wichtige Grundlagenforschungen durchgeführt werden, um zum Beispiel die Machbarkeit von Kolonien auf eben dem Mars zu bestimmen.

    Die Raumfahrt des 21. Jahrhunderts sollte also zum Ziel haben, dem Menschen "interplanetare Flügel" zu verleihen und auch gewisse wirtschaftliche Ziele befriedigen können, denn ansonsten bleibt der Weltraum nur ein Abenteuer für Enthusiasten und Geeks ... und genau das soll er nicht bleiben.
  5. #5

    30.000 Hungertote jeden Tag, aber im Weltraum fliegen!

    Es steht der Welt nicht gut zu Gesicht, wenn wir Geld in die Weltraumtechnologie stecken während jeden Tag aus Wassermangel und Hunger 30.000 Menschen verrecken!
  6. #6

    .

    Zitat von geisterhoernchen Beitrag anzeigen
    Es steht der Welt nicht gut zu Gesicht, wenn wir Geld in die Weltraumtechnologie stecken während jeden Tag aus Wassermangel und Hunger 30.000 Menschen verrecken!
    Was ist das denn für eine verquere Logik? Hätte die Dampfmaschiene nicht erfunden werden dürfen, weil irgendwo auf der Welt Menschen existierten denen es schlecht ging? Die zivile Luftfahrt? Die Kommunikationstechnologie überhaupt?
  7. #7

    Zitat von geisterhoernchen Beitrag anzeigen
    Es steht der Welt nicht gut zu Gesicht, wenn wir Geld in die Weltraumtechnologie stecken während jeden Tag aus Wassermangel und Hunger 30.000 Menschen verrecken!
    Tja, wenn Sie meinen Beitrag gelesen hätten, wüssten Sie, dass ich vorgeschlagen habe, Gelder vom Militärbudget der 5 wirtschaftsstärksten Nationen abzuzwacken. Da hungert kein Mensch mehr oder weniger als vorher.

    Mal abgesehen davon: ich finde es viel perverser, dass Menschen hungern, weil die Anbauflächen für Nahrung nun denen für Biosprit weichen müssen. DAGEGEN muss mal was getan werden.

    Zitat von stuermer Beitrag anzeigen
    Was ist das denn für eine verquere Logik? Hätte die Dampfmaschiene nicht erfunden werden dürfen, weil irgendwo auf der Welt Menschen existierten denen es schlecht ging? Die zivile Luftfahrt? Die Kommunikationstechnologie überhaupt?
    Bedenkt man auch, dass zum Beispiel die Dampfmaschine in Indien überhaupt erst die industrielle Revolution angekurbelt hat, wenn auch deutlich später als in den heutigen Industriestaaten und damit gerade hier der Hunger immer stärker zurückgedrängt wird, ist es geradezu widersinnig, Gelder für sinnvolle Forschungsprojekte verweigern zu wollen.

    Allein ein Kritikpunkt steht: die Raumfahrt muss zielgerichteter Forschung betreiben. Auf den Mond fliegen, Flaggen hissen und Gestein einsammeln ist keine sinnvolle Anwendung von Erkenntnissen aus der Raumfahrt.
  8. #8

    Zitat von Michael Giertz Beitrag anzeigen
    Allein ein Kritikpunkt steht: die Raumfahrt muss zielgerichteter Forschung betreiben. Auf den Mond fliegen, Flaggen hissen und Gestein einsammeln ist keine sinnvolle Anwendung von Erkenntnissen aus der Raumfahrt.
    Aber Grundlagenforschung ist doch nie zielgerichtet. Und genau das ist die Raumforschung immer noch, Grundlagenforschung.

    So sehr ich auch Ihren Enthusiasmus bezüglich der Eroberung des Weltalls teile (siehe Ihren obigen Post), so muss man doch realistisch sagen das der Weg bis dahin meiner Meinung nach wahrscheinlich noch ca. 500 Jahre dauern wird. Raumbasen und Werfen im Erdnahen Orbit sind derzeit schlicht technologisch und logistisch unmöglich. Außerdem, immer einen Schritt nach dem anderen. Ein Kind lernt auch erst das Krabbeln, dann das Gehen, bis es später mal zum Weltrekordler im Sprinten wird.
  9. #9

    Zitat von stuermer Beitrag anzeigen
    Aber Grundlagenforschung ist doch nie zielgerichtet. Und genau das ist die Raumforschung immer noch, Grundlagenforschung.

    So sehr ich auch Ihren Enthusiasmus bezüglich der Eroberung des Weltalls teile (siehe Ihren obigen Post), so muss man doch realistisch sagen das der Weg bis dahin meiner Meinung nach wahrscheinlich noch ca. 500 Jahre dauern wird. Raumbasen und Werfen im Erdnahen Orbit sind derzeit schlicht technologisch und logistisch unmöglich. Außerdem, immer einen Schritt nach dem anderen. Ein Kind lernt auch erst das Krabbeln, dann das Gehen, bis es später mal zum Weltrekordler im Sprinten wird.
    Hmm, ich schätz das konkret anders ein. Interplanetare Raumfahrt dürfte, so wir unsere Energieprobleme in den Griff kriegen und wir uns auch nicht vorher auslöschen, bis zum Ende des 21. Jahrhunderts durchaus realistisch sein.

    Die positive Einschätzung speist sich vor allen Dingen aus der Entwicklung einer militärischen Erfindung: der Railgun. Die kann verwendet werden, um Material (Rohstoffe, Satelliten, Einzelteile) ins All zu schießen, nur die bemannte Raumfahrt wird weiterhin Raketen brauchen.

    Nun, wenn wir durch die Railgun Material ins All bringen können, können wir auch eine größere Raumstation bauen und vor allen Dingen Raumschiffe konstruieren, die nicht mehr von der Erde aus gestartet werden könnten. Überdies wäre auch das Verhältnis von Fracht-Startgewicht bei der Railgun günstiger: 95% des ins All beförderten Gewichts könnten rein Fracht sein - zur Zeit ist es ja genau andersrum: 5% Frachtgewicht, der Rest ist Rakete und Treibstoff.

    Nun, das was die Raumfahrt so unglaublich teuer macht ist nunmal das miese Verhältnis von Startgewicht und Fracht. Und wenn hier erstmal die Probleme gelöst sind (was frühstens in 10 Jahren der Fall sein sollte), dürfte das die Raumfahrt viel erschwinglicher machen.

    Nicht 500 Jahre sondern 50 Jahre sind's bis zur ersten Raumwerft.