Konferenz in Berlin: Elektromobilität zwischen Zweifel und Hoffnung

DPABis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland eine Million E-Mobile unterwegs sein - an diesem Ziel halten Politik und Industrie fest. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält diese Prognose dagegen für illusorisch. Die Zahlen sprechen derzeit für den Zweifler.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/e...-a-902071.html
  1. #1

    100% Wachstum über 8-9 Jahre

    Bei 3500 E-Autos in 2012 müsste sich der Absatz bis 2020 einschließlich jährlich verdoppeln, um das Ziel zu erreichen. Die gezeigte Verdoppelung bedeutet aber, dass das Anfang 2020 erst 500.000 Autos auf der Straße sind. Je nach Interpretation "bis 2012" wird selbst bei Verdoppelung das Ziel nur halb erreicht.
    Aber Herr Ramsauer wurde auch wieder sehr optimistisch zitiert, diese Tage. Dann kann ja nichts schiefgehen. Vielleicht wird ja eine E-Auto-Steuer auf Mineralöl eingeführt, um den Absatz anzukurbeln...
  2. #2

    Will der Staat das wirklich?

    1 Millionen E-Fahrzeuge sollen es nach Staates Willen bald sein ... große Worte, aber keine Substanz dahinter. Eine Förderprämie für E-Fahrzeuge wird noch immer abgelehnt. Dafür wird darüber nachgedacht, E- Firmenfahrzeuge steuerlich zu subventionieren. Weshalb Firmenfahrzeuge begünstigt werden sollen, der private Konsument hingegen nicht, erschließt sich keinem gesunden Menschenverstand. Wo werden von Staates wegen Ladestationen aufgebaut? Nirgends! Werden die Firmen verpflichtet, bei ihren Parkplätzen/Parkhäusern solche zu installieren? Fehlanzeige! Welche kleine Familie kann sich ein E-Fahrzeug leisten? Der Vater oder die Mutter fährt damit zur Arbeit, aber das gleiche Auto muss auch am Wochenende oder im Urlaub Langstrecken bewältigen können. Also nur als Zweitwagen möglich ... aber wer soll das bitte zahlen? Die Autos sind viel zu teuer, womit wir wieder bei der Förderung sind, die es in anderen Ländern längst gibt.
  3. #3

    Relativ viele Leute können "nur" ein Auto unterhalten und dieses muss dann sowohl für den Arbeitsweg taugen, die Einkäufe verstauen und die Familie zu Verwandten sowie ggf. in den Urlaub.

    Auch wenn ein E-Auto als Zweitwagen angeschafft wird, benötigt Wagen 1 eine meist jährliche Inspektion, kostet Kfz-Steuer, das Material altert (auch wenn der Verschleiss wie z.B. Stossdämpfer minimiert wird). Die Reifen altern auch, die Bremsen rosten vor sich hin.

    An sich lohnt sich ein reines E-Auto vom Fahrprofil her nur für die Stadtleute, die meistens auch mit dem ÖPNV ganz gut fahren könnten.

    Aber Stadtmenschen mit einer Auflademöglichkeit für ihr Auto sind auch nicht der Regelfall.

    Für Kurzstreckenpendler im Bereich 20-40Km, die etwas ausserhalb der Stadt wohnen und den Wagen nachts aufladen können, würde ein E-Auto für den Arbeitsweg taugen.

    Nur leider ist ein E-Auto nicht gerade preiswert in der Anschaffung und/oder ein Schuhkarton mitohne Platz.

    Ich habe mein Fahrprofil studiert und bin zu der Überzeugung gekommen, dass ein Toyota Prius (nicht die Plugin Version) für mich die wirtschaftlichste Alternative wäre:

    - ich wohne etwas ausserhalb, habe aber keine Möglichkeit den Wagen nachts aufzuladen. Der Plugin Prius würde mir also nichts nutzen.
    - Der Arbeitsweg besteht aus Bundesstrasse und Stadtverkehr; gerade im letzteren könnte der Prius enorme Mengen an Benzin einsparen.
    - Meine Autobahnstrecken Lübeck-Berlin sind kein Problem; nur Lübeck-Ingolstadt bin ich mir nicht sicher, da der Prius nur maximal 180 Km/h fährt. Aber notfalls kann ich ein- bis zweimal im Jahr auch einen Mietwagen holen für die Strecke.

    Oder es kommt doch ein allgemeines Tempolimit. Dann kann ich auch mit dem Prius schleichen.

    Aber reine E-Autos? Ich sehe da abseits von großverdienenden Randgruppen noch keinen Absatzmarkt.
  4. #4

    und täglich grüßt das Murmeltier

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland eine Million E-Mobile unterwegs sein - an diesem Ziel halten Politik und Industrie fest. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält diese Prognose dagegen für illusorisch. Die Zahlen sprechen derzeit für den Zweifler.

    Elektromobilitätskonferenz in Berlin - SPIEGEL ONLINE
    ... und wieder mal wird von "Elektromobilität" gesprochen und ausschließlich der Elektro-PKW gemeint.
    Wieder mal wird völlig ignoriert, dass Elektromobilität seit Jahrzehnten Alltag ist. Dass jeden Tag Millionen Leute mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub fahren.
  5. #5

    Steuerausfall?

    Na dann schauen wir mal, wie eine Million Elektroautos sich auf die KFZ- und Mineralölsteuereinnahmen auswirken. Wetten, dass die KFZ-Steuerbefreiung beendet wird und auf "Fahrstrom" Mineralölsteuer erhoben wird, wenn diese Fahrzeuge einen signifikanten Anteil am Fuhrpahrk erreicht haben!
  6. #6

    Angelehnt an die Fusionskonstante (ein marktfähiges Fusionskraftwerk liegt immer 50Jahre in der Zukunft, egal in welchem Jahr man sich befindet), sollte man anfangen eine Elektromobilitätskonstante einzuführen.

    Man wird wohl bald wieder neue Fördermittel auflegen müssen, sonst wird die Anzahl der Neuzulassungen eher wieder zurückgehen.
  7. #7

    Zitat von the_rover Beitrag anzeigen
    Na dann schauen wir mal, wie eine Million Elektroautos sich auf die KFZ- und Mineralölsteuereinnahmen auswirken. Wetten, dass die KFZ-Steuerbefreiung beendet wird und auf "Fahrstrom" Mineralölsteuer erhoben wird, wenn diese Fahrzeuge einen signifikanten Anteil am Fuhrpahrk erreicht haben!
    Da man Fahrstrom schlecht von normalen Strom unterscheiden kann, wird dann eher die Entfernungsbezogene Abgaben erhöht werden, also eine PKW-Maut kommen. Schlecht wäre das nicht, und auch gerecht. Denn derjenige der ne kleine Karre rumstehen hat und die nur alle Jubeljahre mal nutzt verschleisst die Strassen ja kaum.

    Dann kann man auch gleich ohne Mehrkosten Geschwindigkeitsverstöße bei jedem einzelnen überwachen. Wer zwischen zwei Messbrücken zuwenig Zeit braucht, hat dann eindeutig die Geschwindigkeit überschritten, da brauch ich ihn nur bei der zweiten Messbrücke zu blitzen.
  8. #8

    allerdings

    Zitat von Robert_Rostock Beitrag anzeigen
    ... und wieder mal wird von "Elektromobilität" gesprochen und ausschließlich der Elektro-PKW gemeint.
    Wieder mal wird völlig ignoriert, dass Elektromobilität seit Jahrzehnten Alltag ist. Dass jeden Tag Millionen Leute mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub fahren.
    In Deutschland ist man eben autofixiert und verlangt nach Fahrzeugen, die jede denkbare Anforderung erfüllen. Bestes Beispiel sind SUVs, die mit 250 auf der Autpbahn fahren und dennoch geländetauglich sein sollen. Ein Irrsinn.

    Das muss aber doch nicht sein. Die Familienkutsche, die für Großeinkäufe und Urlaubsreisen geeignet ist wird sich auf absehbare Zeit nicht gleichwertig und bezahlbar auf reinen Elektroantrieb umstellen lassen. Motorleistungen jenseits der 100 kW erfordern gewaltige Akkus, die das Fahrzeug noch teurer und schwerer machen.

    Solche Fahrzeuge sollten auch weiterhin konventionell angetrieben werden. Nur: Damit muss man doch nicht jeden Tag zur Arbeit fahren!

    Für diese Verkehrsanforderung (Eine Person im Berufsverkehr, Pendelstrecke unter 100 km) sind Elektrokrafträder ideal. Da sie aufgrund des geringen Gewichts nur einen Bruchteil der Motor + Batterieleistung brauchen (10 kW dürften genügen), könnte man mit ca 1000€ Subvention einen im Vergleich zum konventionellen Kraftrad wettbewerbsfähigen Preis darstellen.

    Dazu dann noch so simple Dinge wie die Verpflichtung von Vermietern, ihren Mietern die Montage einer von außen zugänglichen Ladesteckdose zu gestatten und die Erlaubnis, Busspuren mit dem Kraftrad mitbenutzen zu dürfen.

    Damit wäre die angestrebte Elektromobilität ohne große Kosten erreichbar, und viele Millionen benzinbetriebene Fahrkiliometer könnten eingespart werden.
  9. #9

    Dieses Ziel ist auch illusorisch, ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bis zum Jahr 2020 sollen in Deutschland eine Million E-Mobile unterwegs sein - an diesem Ziel halten Politik und Industrie fest. Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält diese Prognose dagegen für illusorisch. Die Zahlen sprechen derzeit für den Zweifler.

    Elektromobilitätskonferenz in Berlin - SPIEGEL ONLINE
    .. aber wird natürlich weiterverfolgt, um endlich genügend Argumente für eine allgemeine PKW-Maut zu haben, da ja die Stromer keine Mineralölsteuer bringen.

    Ich bin dann neugierig, wie diese Fahrzeuge "betankt" werden sollen. Tagsüber, wenn der Fotovoltaikstrom teilweise verschenkt werden muss, sind die Dinger unterwegs, abends und nachts, beim "betanken" pusten dann unsere Kohlekraftwerke "saubere" Luft in die Atmosphäre!

    Ich hatte gehofft, dass dieser Blödsinn gestoppt wird, wenn eine Physikerin die Bundesregierung leitet. Offensichtlich wird aber mit dem Erklimmen des Kanzlerstuhles das Fachwissen weggeworfen und nur durch den Willen zur Macht ersetzt.
    Oder anders herum: es ist egal, welcher D... (bayrisch!) Kanzler ist!