Burschenschaften und Neue Rechte: Verbindung zum Schaden der Republik

APIn Eisenach provozieren Rechtsausleger der Burschenschaften mit rassistischen Anträgen. Sie alle als Neonazis abzustempeln, greift zu kurz. Aber ihr Weltbild speist sich aus antidemokratischen Ideologien, die einst dem Nationalsozialismus den Weg bereiteten.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-901547.html
  1. #1

    Langsam...

    reicht es doch wieder mit den Berichten über die Burschenschaften. Was sie tun mag man als falsch, verkehrt, widerwärtig, dumm oder was auch sonst empfinden, aber sie tun ja nichts Verbotenes (zumindest nicht als Dachverband; das einige Burschenschaften vom Verfassungsschutz beobachtet werden weiss ich und kann ich nachvollziehen).
    Warum gibt man dann diesen Leuten, die man offensichtlich nicht leiden kann, ein so großes Forum?

    Lasst sie doch machen, was sie wollen, solange es nicht verboten ist. Wir leben in einer Demokratie, da kann jeder machen was er will, solange es nicht vom Staat verboten wurde.
  2. #2

    Neue Rechte

    Man grenzt sich von den Schlägertypen und Hohlköpfen ab sowie von der deutschen Vergangenheit und gibt sich dazu noch einen neuen Namen. Und schwups... ist man plötzlich was anderes?
    Das wir gar nichts aus der Vergangenheit gelernt haben ist schon erbärmlich genug aber dass sich dem auch Studenten anschließen zeigt wieder sehr eindrucksvoll das Intelligenz scheinbar nicht unbedingt Dummheit ausschließt.
  3. #3

    wäre das Verschwinden ein Schaden?

    Ich gehe davon aus, dass es genügend Gönner gibt, die ähnliches Gedankengut pflegen und die werden ihre Schatulle schon aufmachen.

    Andererseits würde es kaum Schaden anrichten, wenn der Verband der Burschenschaften verschwinden würde.

    Auch BM RamSauer ist in einer rechtslastigen Burschenschaft als alter Herr tätig. Franco-Bavaria in München, pflichtschlagend
  4. #4

    Da der Autor hinsichtlich antidemokratischer Tendenzen bei der heutigen DB offenbar nichts gefunden hat, muss er tief in die Weimarer Zeit zurückgreifen. Statt belegten Meinungen gibt es Unterstellungen und schwammige Verweise auf dieses und jenes, oder peinliche Allgemeinheiten wie "gilt als stramm rechts" mit null Aussagewert. Am Ende geht es dann weit vom Thema ab in Richtung konservative Revolution, Ständestaat und Faschismus, ohne dass auch nur halbwegs klar wird, wie viel das mit den heutigen Burschenschaften noch zu tun hat. Wie genau sieht denn der im letzten Satz erwähnte "Schaden der Republik" aus? Das wird natürlich völlig offengelassen.
  5. #5

    Als Mitglied einer sächsischen DB-Burschenschaft...

    Die Burschenschaften auf eine konservative Ausrichtung beschränkt abzustempeln, greift zu kurz. Ihre Einordnung als antirepublikanisch greift vollends fehl:

    Was ist mit den aufklärerischen Idealen, dem Anspruch zur Befähigung des Einzelnen? Was ist mit der gelebten Basisdemokratie auf den eigenen Conventen, den liberalen und sozialdemokratischen Impulsen aus ihren Reihen? Was ist mit dem Streben nach Grundfreiheiten und Rechtsstaat, wie wir ihn heute durch das Grundgesetz verwirklicht sehen? In unserem Bund sehen wir uns selbst als Wegbereiter und Streiter für einen Verfassungsstaat, wie wir ihn heute haben.

    Viele meiner Studienkollegen und Bundesbrüder zeigen ihren vielmehr ausdrücklich pro-republikanischen Geist durch jahrelangen, auch ehrenamtlichen Einsatz für Parteien, Verbände, und das Gemeinwesen selbst. Klar machen wir das "zivil". Aber nur, weil wir unser Band und unsere Mütze im Wahlkampf, zu Diskussionen oder auf Demonstrationen nicht anziehen, heißt das noch lange nicht, dass wir nicht teilhaben.

    Insgesamt halte ich diesen Artikel aber für substanzreicher als die bisherigen Ergüsse auf SpOn zum Thema Deutsche Burschenschaft. Bitte bleiben Sie auf diesem Niveau! Sie scheinen auch zu würdigen, dass der Verband mit dem Institut um Dr. Lönneker seine Vorkriegsvergangenheit so umfassend erforscht wie kaum eine andere Vereinigung dieses Alters.
  6. #6

    Rädelsführer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Eisenach provozieren Rechtsausleger der Burschenschaften mit rassistischen Anträgen. Sie alle als Neonazis abzustempeln, greift zu kurz. Aber ihr Weltbild speist sich aus antidemokratischen Ideologien, die einst dem Nationalsozialismus den Weg bereiteten.

    Die Deutsche Burschenschaft und ihre Nähe zur Neuen Rechten - SPIEGEL ONLINE
    Bürgerliche Kommentatoren hatten schon immer ihre Schwierigkeiten damit, Nazis zu identifizieren. Denn gerade die bürgerliche Gesellschaft macht es ihnen nicht leicht, eine klare Trennung aufzuzeigen: Wer ist "richtiger" Nazi und wer nur "ein bisschen"? Dabei gibt es klare Anhaltspunkte: Das Führerprinzip, also Ablehnung der Demokratie und eine Strukturierung von oben nach unten, Ablehnung von emanzipatorischen, "linken" Vorstellungen wie Parteien und Gewerkschaften und natürlich einen rigorosen Polizeistaat nach innen sowie einen militärischen nach außen. Dazu kommen noch rassistisches Gedankengut von der Höherwertigkeit (in diesem Fall) des "Deutschen Erbguts". Zumindest drei dieser Vorstellungen werden doch von den alten, rechten Burschenschaften akzeptiert und
    und angestrebt. Aus diesem Grunde sollte sich der Autor des Artikels auch nicht scheuen, die ganze Bande als das benennen, was sie ist:
    Neofaschisten! Neonazis der übelsten Sorte, weil sie sich schon im Vornehinein an die Spitze der Bewegung stellen und möglicherweise mit ihrem zukünftigen Einfluss deutlich gefährlicher sind, als die tumben Glatzen und NSU-Sympathisanten. Solche Organisationen gehören schlicht verboten.
  7. #7

    Als Mitglied einer Turnerschaft im CC

    Ich finde den ersten Beitag in diesen Kommentaren sehr interessant, wenn man den Namen des Autors in Betracht zieht, aber das nur am Rande.

    Was bei diesem Artikel, so wie bei vielen dieser Art, mal wieder auffällt ist die ,entweder bewusste oder aus Unwissenheit entstandene, Auslassung von Turnerschaften / Landsmannschaften / Corps und allen anderen Verbinungsarten.
    Immer wieder wird mein Bund, der sehr liberal und offen ist, von Gästen mit der DB gleichgestellt.
    Dies kommt vor allem von der lückenhaften Presse.

    Wenn ich einen "Schlachtruf" von Demonstranten bei unserem letzten Pfingskongress zitieren darf: "Lieber ein Geschwür im After als ein deutscher Burschenschaftler"
    Ich kann diesem Schlachtruf zum Teil recht geben. Es gibt sehr unangenehme deutsche Burschenschaftler.
    Trotzdem ist die bedeutende Mehrheit eben keine rechts orientierte, zukünftige Führungsperson, die die Demokratie ablehnt und am liebsten wieder ein Kaiser oder Führer Bild an der Wand hätte.
    Im Gegenteil. Diese jungen Männer (und auch Frauen... es gibt auch Frauen in den freien Burschenschaften) sind Befürworter der Demokratie, in der jeder seine Meinung äußer kann. Sie, liebe Leser, Ich und natürlich auch der Autor dieses Artikels.

    So ist und bleibt mein einziger Aufruf: Bitte das nächste mal etwas mehr Hintergrund, etwas mehr Aufklärung und kein polemisches Geschwafel.

    Danke
  8. #8

    Ich finde,

    Zitat von kannepressen Beitrag anzeigen
    reicht es doch wieder mit den Berichten über die Burschenschaften. Was sie tun mag man als falsch, verkehrt, widerwärtig, dumm oder was auch sonst empfinden, aber sie tun ja nichts Verbotenes (zumindest nicht als Dachverband; das einige Burschenschaften vom Verfassungsschutz beobachtet werden weiss ich und kann ich nachvollziehen).
    Warum gibt man dann diesen Leuten, die man offensichtlich nicht leiden kann, ein so großes Forum?

    Lasst sie doch machen, was sie wollen, solange es nicht verboten ist. Wir leben in einer Demokratie, da kann jeder machen was er will, solange es nicht vom Staat verboten wurde.
    dass es wichtig ist, darueber zu berichten. Diese Leute sind Faschisten, die den Staat unterwandern wollen. Waeren dies Linke, dann waeren sie schon verboten worden. Aber der deutsche Staat/Verfassungsschutz ist ja auf dem rechten Auge total blind, und dann ist es aufeinmal zu spaet.
  9. #9

    Gute Idee!

    Wer ist "richtiger" Nazi und wer nur "ein bisschen"? Dabei gibt es klare Anhaltspunkte: Das Führerprinzip, also Ablehnung der Demokratie und eine Strukturierung von oben nach unten, Ablehnung von emanzipatorischen, "linken" Vorstellungen wie Parteien und Gewerkschaften und natürlich einen rigorosen Polizeistaat nach innen sowie einen militärischen nach außen. Dazu kommen noch rassistisches Gedankengut von der Höherwertigkeit (in diesem Fall) des "Deutschen Erbguts". Zumindest drei dieser Vorstellungen werden doch von den alten, rechten Burschenschaften akzeptiert und
    und angestrebt. Aus diesem Grunde sollte sich der Autor des Artikels auch nicht scheuen, die ganze Bande als das benennen, was sie ist:
    Neofaschisten! Neonazis der übelsten Sorte, weil sie sich schon im Vornehinein an die Spitze der Bewegung stellen und möglicherweise mit ihrem zukünftigen Einfluss deutlich gefährlicher sind, als die tumben Glatzen und NSU-Sympathisanten. Solche Organisationen gehören schlicht verboten.[/QUOTE]

    Burschenschaften verbieten!
    Mit dieser Idee stehen Sie nicht alleine da und sie wurde auch schon einmal konkret durchgesetzt: Burschenschaft

    Verboten wurden sie dummerweise genau von denjenigen, die ebendas darstellen, was "die ganze Bande" anstrebt (Ihrer Meinung nach).

    So einfach ist es dummerweise nicht: Gerade der Wunsch nach der ständischen Ausdifferenzierung der Gesellschaft ist etwas, was die Nazis des 3. Reiches eben nicht waren: konservativ. Die NsdAP wollte nicht die alten Strukturen wiederherstellen, sondern orientierte sich vielmehr an der Masse und dem "kleinen Mann", was den Burschis wohl im Traum nicht einfiele.
    Man mag die Burschenschaften ablehnen und ich bin selber mit Absicht keiner, aber dass sie ausgerechnet das Gesellschaftsmodell der nationalSozialistischen(!) Arbeiter(!)partei anstreben sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Das heißt aber auch nicht, dass ihr tatsächlich angestrebtes System eines wäre, in dem ich gerne leben würde, denn das wäre womöglich gar eines, in dem man unliebsame Positionen einfach unter Verbot stellen würde.