Anhörung im US-Senat: So rechnete Apple seine Steuerlast klein

REUTERSApple hat mit konzerntypischer Akribie Steuern in Milliardenhöhe gespart - und das ganz legal. Laut einem Untersuchungsbericht des US-Senats verließ sich der Konzern auf ein Geflecht von Offshore-Firmen und eine weite Auslegung des Rechts. Die Tricks im Überblick.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-901015.html
  1. #1

    Eine zentrale Rolle bei der Verlagerung der Profite spielt die Firma Apple Sales International, kurz ASI
    ASI? Perfekt gewählter Name!
  2. #2

    Aufregen?

    Wieso denn aufregen? Trickserei etc. hört sich an nach illegalem Handeln. Nein, das alles ist GANZ LEGAL, d.h. auch so gewollt. Man merke: auch in den USA gilt: beim Geld hört die Liebe zum Vaterland auf
  3. #3

    so machen es alle internationalen Konzerne

    auch die deutschen Konzerne. Und weil sie angeblich so wichtig sind, bekommen sie obendrein noch jede Menge Fördergelder. In der Summe zahlen sie wahrscheinlich alle gar keine Steuern sondern haben sogar noch einen Überschuss aus der Staatskasse.
    Und damit das so bleibt, spendet man der ein oder anderen Partei ein wenig...
  4. #4

    Was ich nicht verstehe

    ist, dass hier auf der einen Seite geschrieben wird, dass sich die Firma legal verhalten hat, auf der anderen Seite aber dem Fiskus erhebliches Geld „vorenthalten“ hat. Was jetzt? Hat der Staat Anspruch darauf oder nicht. Wenn nicht sollte man nicht durch solche Formulierungen den Anschein erwecken, dass alla Hoeness Steuern hinterzogen wurden. Den zeigt ihr mir mal, der ohne zu müssen mehr Steuern zahlt als nötig. Wenn es nicht passt - ändert die Gesetze - aber bitte für alle!
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Apple hat mit konzerntypischer Akribie Steuern in Milliardenhöhe gespart - und das ganz legal. Laut einem Untersuchungsbericht des US-Senats verließ sich der Konzern auf ein Geflecht von Offshore-Firmen und eine weite Auslegung des Rechts. Die Tricks im Überblick.

    Apples Steuertricks in der Übersicht - SPIEGEL ONLINE
    Die asoziale "ASI"-Geschäftspolitik dieses Konzerns sollte so langsam auch den heftigsten Apple-Fans zu denken geben. Ihnen wird dank extrem cleverem Marketing für Produkte, die zu Hungerlöhnen hergestellt und zu extrem überhöhten Preisen verkauft werden, maximal viel Geld aus den Taschen gezogen.

    Die sagenhaften Summen, die auf diese Weise verdient werden, werden dann nicht mal versteuert, was bedeutet, dass jeder Cent, den der Konzern nicht an Steuern zahlt, von den Käufern (und natürlich auch den Nicht-Käufern) über ihre eigenen Steuern bezahlt werden müssen. Die Apple-Käufer werden also doppelt geschröpft.

    Diese unglaublich effektive Geldmaschine ist das Erbe des heiligen Steve, der von denen, die von ihm brutalstmöglich abgezogen werden, auch noch als iGod verehrt wird. Alles in allem eine in der Wirtschaftshistorie wohl einmalige "Erfolgs"geschichte, die sich - immerhin - vermutlich nicht mehr so schnell wiederholen lässt.

    Sie funktioniert nur mit einem charismatischen Sektenführer, der dazu in der Lage ist, aus dem Konsum bestimmter Produkte eine Religion zu machen. Dem biederen Cook gelingt das nicht, und deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, bis Apple wieder ins Bodenlose abstürzt. Ich schätze, der Konzern ist in spätestens zehn Jahren wieder dort, wo er schon Ende der 90er Jahre war.
  6. #6

    Der Artikel verdeutlicht etwas ganz andres

    Eigentlich verdeutlicht der Artikel zwei ganz andere Dinge:

    1. Der Lobbyismus in den USA ist schon gemeinwohlzerstörend.
    2. Lobbyismus funktoniert meistens nicht so auffällig üble GEsetze verabschieden zu lassen, oder sinnvolle Gesetzte zu blockieren, sondern auf Seite 534 in Fußnote 3 ein Schlupfloch einzubauen mit dem sich den ganzen Regeln wieder entziehen kann.

    Wie man das bekämpfen möchte ist mir noch nicht klar...
  7. #7

    Man muss kein Steuerfachmann sein

    ....um zu begreifen, dass lückenhafte Steuergesetze nicht dem Steuerpflichtigen anzulasten sind, sondern dem Gesetzgeber! Wer zahlt denn schon freiwillig mehr Steuern als er muss? Wenn eine Administration nicht in der Lage ist, die Steuerlast seiner Bürger oder Unternehmen nach deren Leistungsfähigkeit gerecht zu verteilen, dann werden einzelne Steuerpflichtige eben alles unternehmen, um sich auch vor Steuerzahlungen zu drücken. Was der Eine nicht zahlt, will der Andere doch auch nicht zahlen, oder? Dabei ist es nur eine Frage der Risikobereitschaft und der Möglichkeiten, ob nur Steuerlücken ausgenutzt werden oder ob Steuern hinterzogen werden.
  8. #8

    Steuermoral

    Mal wieder ein einmalig tendenziöser Artikel zum Thema Steuermoral grosser internationaler Unternehmen, hier Apple. Das es auch anders geht zeigt ein gestern erschienener sachlicher Artikel im Wall Street Journal über insbesondere Apple's weltweite Aktivitäten und die daraus resultierenden Besteuerungssachverhalte. Dem SPON Artikel hätte es im Sinne abgwogener Berichterstattung vielleicht auch gut angestanden beispielsweise hervorzuheben, dass das jetzt so angeprangerte "Apple-Modell" bereits im Jahre 1980 entstanden ist! Es ist von den wohlverstandenen Notwendigkeiten einer zunehmenden Internationalisierung der Geschäftswelt Apple's entstanden und seitdem ohne wesentliche Beanstandungen durch zahlreiche Steuerprüfungen der verschiedenen involvierten Länder gelaufen.

    Zum "Problem" der vermeintlichen "Steuerschlupflöcher": Das vermeintliche Problem entsteht schlicht durch nicht harmonisierte Steuergesetze der verschiedenen Jurisdiktionen. Dies ist in den beteiligten Ländern seit langem bekannt. Die Politik hat es -offenbar aus verschiedenen Überlegungen- nicht für notwendig befunden, dies durch entsprechende gesetzgeberische Massnahmen zu ändern. Und nun wird Apple und jedes andere Grossunternehmen für dieses eklatante Versäumnis angeprangert? Das stellt die Tatsachen auf den Kopf und ist schlicht lächerlich!
  9. #9

    Amazon und Google nicht zu vergessen!

    Die stehen in england auch gerade unter Beschus, weil sie über die Irland-Cayman Connecton weniger Steuern zahlen, als ihr eigenes Reinigungspersonal.