Reaktion auf TV-Bericht: Verschmähte Neurodermitis-Creme kommt auf deutschen Markt

Seit Jahren weigern sich Medikamentenhersteller, eine wirksame Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte zu vermarkten - jetzt hat eine TV-Dokumentation dieses Pharma-Versagen angeprangert. Mit durchschlagenden Folgen: Schon in wenigen wird die Creme in die deutsche Apotheken kommen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...656562,00.html
  1. #1

    Medizinprodukt?

    Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber warum ist das ein Medizinprodukt, nicht ein normales Medikament, welches zulassungspflichtig wäre?
    Scheint mir auch alles ganz gutes marketing gewesen zu sein, erst der Bericht, und nun kommt die Salbe auf den Markt.
    Warum wurde das nicht schon längst von Ärzten als Rezeptur in der Apotheke verschrieben?
  2. #2

    Pharmalobby verhinderte Heilung von Millionen Kranken

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit Jahren weigern sich Medikamentenhersteller, eine wirksame Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte zu vermarkten - jetzt hat eine TV-Dokumentation dieses Pharma-Versagen angeprangert. Mit durchschlagenden Folgen: Schon in wenigen wird die Creme in die deutsche Apotheken kommen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...656562,00.html
    Da haben Studenten in den 80er Jahren etwas erfunden, was nicht sein durfte:

    Eine preiswerte und nahezu nebenwirkungsfreie Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte (aus Vitamin B12 und Avocadoöl).
    Schönheitsfehler: damit würden viele andere (teure Lotions und Cremes) über Nacht überflüssig.
    Was tat die Konkurrenz: das Medikament verhindern, um weiter Gewinnmaximierung auf Kosten der Kranken und Krankenkassen betreiben zu können.
    Hoffentlich kommt es jetzt zu einem Happy End für die Erfinder und vor allen Dingen für millionen Kranke.

    Gute Besserung!

    Gman
  3. #3

    Jahrelange Odysee

    Es ist wirklich einfach zum K...

    Auch ich leide seit Jahren an Neurodermitis (nicht schwer, aber es nervt und hat fuer zahlreiche Arztbesuchte gereicht..)

    Natuerlich hat das kein einziger Arzt richtig analysiert. Das "hochste der Gefuehle war", wie im Artikel angesprochen, Kortisonsalbe. Gluecklicherweise komme ich mit schwacher Dosierung aus.

    Und dann lese ich, dass es anscheinend schon seit Jahrzehnten ein Mittel gegen diese Volkskrankheit gibt, aber die Gier von Pharmafirmen den Vertrieb verhindert.

    Das ist fast schon kriminell. Man wuerde sich wuenschen, dass die Verantwortlichen hierfuer zur Rechenschaft gezogen werden koennten. Was koennte das fuer ein Tatbestand sein?

    Unterlassene Hilfeleistung? Vorsätzliche Körperverletzung aus niederen Beweggründen?

    Natuerlich passiert hier wieder nix. Wer genug Geld hat, kann sich wirksam verschanzen.

    Bleibt nur, die genannten Firmen mit dem Geldbeutel zu sanktionieren.
  4. #4

    schwarzes Übel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Seit Jahren weigern sich Medikamentenhersteller, eine wirksame Salbe gegen Neurodermitis und Schuppenflechte zu vermarkten - jetzt hat eine TV-Dokumentation dieses Pharma-Versagen angeprangert. Mit durchschlagenden Folgen: Schon in wenigen wird die Creme in die deutsche Apotheken kommen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...656562,00.html
    Der Fall zeigt deutlich von welchem grundsätzlichem Ubel die typische CDU Klientelpolitik ist.

    Von Politik war in dem Beitrag zwar nicht die Rede, aber typische CDU Politik funktioniert nach dem Muster, siehe aktuell die Atompolitik, die zukunftsfähige Innovation verhindert.
  5. #5

    Kariesheilmittel

    Ist auch so eine Sache. Es gibt soweit ich mich erinnern kann wenigstens zwei Wirkstoffe die Karies für immer heilen können. Ein Impfstoff war dabei von einer Firma die sich jetzt Oragenics nennt und ich meine auch Bayer (?) haben schon lange ein Mundwasser dass Kariesbakterien komplett ausschaltet.

    Abgesehen davon habe ich häufig schon von Erfolgen bei Krebspatienten gehört die mit hohen intravenösen Dosen Vitamin C geheilt wurden.

    Ich bin ehrlich gesagt auch nicht im geringsten davon überrascht, dass es bis heute kein Heilmittel für Aids oder einen Hepatitis C Impfstoff gibt.

    Künstliches Blut ist noch ein Beispiel. Es gab 3 Hersteller von Kunstblut (Nicht Plasma, sondern Sauerstofftransportierend). Alle vom Markt verschwunden, weil (Meiner Meinung nach) das Rote Kreuz und die Blutwirtschaft lieber echtes Blut verarbeitet, obwohl es nicht so haltbar ist und verunreinigt sein kann.
  6. #6

    Journalistische Reportage vs. pharmazeutisches Zulassungsverfahren

    Ganz davon abgesehen, daß ich an "Wunder" (und "Wundercremes") nicht glaube, ist hier schon eine einzigartige Medienkampagne losgeschlagen worden.

    Ich denke, wir reden hier von einem Medikament - und dann sollte das auch den selben Studien unterzogen werden, wie andere Medikamente auch. Eine kleine klinische Studie reicht für eine Zulassung sicher nicht aus.

    Was ist denn, wenn sich nach ein paar Jahren herausstellt, daß diese Creme langfristig gefährliche Nebenwirkungen hat? Dann schreien alle auf, wer sowas einfach hat zulassen können!

    Ich will die Pharmaindustrie nicht verteidigen. Aber die Grundlage für die Einführung von Medikamenten sollten wissenschaftliche Studien sein - und keine Fernsehreportage. Und die etablierten Zulassungsverfahren haben doch ihre Berechtigung, nämlich den Schutz der Patienten.

    Stupp
  7. #7

    Bericht war schon gut

    Zitat von luxmaus Beitrag anzeigen
    Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber warum ist das ein Medizinprodukt, nicht ein normales Medikament, welches zulassungspflichtig wäre?
    Scheint mir auch alles ganz gutes marketing gewesen zu sein, erst der Bericht, und nun kommt die Salbe auf den Markt.
    Warum wurde das nicht schon längst von Ärzten als Rezeptur in der Apotheke verschrieben?
    Ich habe mich allerdings auch gefragt warum man zig Millionen in eine Firma investiert um einen Konzern als Vertriebspartner zu finden.

    Für das Geld hätte man das auch selbst zusammenstellen können und noch einige Außendienstler bekommen.

    Dann muss man halt Stück für Stück den Umsatz steigern als sofort überall erhältlich zu sein.

    Dennoch:
    Der Bericht (solange er Fair und objektiv war) zeigte eins ganz deutlich.
    Die Pharmaindustrie hat nicht das geringste Interesse daran Menschen zu helfen und Sie zu heilen.
    Sie haben lediglich ein Interesse daran Ihnen Medikamente und Produkte zu verkaufen.

    Ich möchte nicht wissen wie viele Medikamente bei denen in der Schublade liegen, weil Sie das "strategische Portfolio" gefärden.

    Warum sollte jemand eine Impfung für HIV auf den Markt bringe? Oder eine Kur die lediglich aus 2 Tabletten am Tag besteht?

    Dieser Bericht gab einem schon zu denken und zeigte ein düsteres Bild.
  8. #8

    ...

    Zitat von luxmaus Beitrag anzeigen
    Ich habe die Sendung nicht gesehen, aber warum ist das ein Medizinprodukt, nicht ein normales Medikament, welches zulassungspflichtig wäre?
    Scheint mir auch alles ganz gutes marketing gewesen zu sein, erst der Bericht, und nun kommt die Salbe auf den Markt.
    Warum wurde das nicht schon längst von Ärzten als Rezeptur in der Apotheke verschrieben?
    Weil es das Medikament schlichtweg nicht gab, zumindest dem Bericht nach. Die Rezeptur war in einigen Fachzeitschriften dargelegt, aber eben patentiert. Insofern war es einigen Aerzten moeglich, es fuer Studien selbst herzustellen, mit Genehmigung des Erfinders. Aber fuer einen wirklich Markteinstieg fehlten alle Moeglichkeiten einer Massenherstellung und -vertrieb. Viele Pharmafirmen haben wohl auch hohe Summen fuer die Patente geboten, haetten das Medikament dann aber nicht hergestellt, um nicht ihre eigenen Produkte zu kannibalisieren.

    Wie gesagt, das ist nur der Bericht ganz grob wiedergegeben, klang aber alles sehr plausibel.
  9. #9

    Jetzt fällt auch noch der Spiegel auf diesen Mist herein!

    das Patent gibt es seit 1994

    Die Creme gabs schon Mal, der Erfinder hat schon Mal mit der Regeneratio Pharma Ag Millionen in den Sand gesetzt und steckt vermutlich deshalb in der Schweiz.
    Ein unsäglicher Fernsehbeitrag- meine Beschwerde ist schon unterwegs.

    Eine Umettikettierung von Medikament auf Medizinprodukt, keine bisher einigermaßen aussagekräftigen Studien!
    Es ist möglicherweise sogar schädlich ( macht auch Hautrötungen!)
    Ich will gar nicht bezweifeln, daß es sogar manchmal nützt-
    Aber ein solcher Massengroßversuch wie er gerade anläuft- die Apotheken können sich kaum retten vor Anfragen, viele mischen es schon zu Hause -
    Cyanocobalamin grammweise ist kein Spielzeug!
    Wer bietet dem Einhalt!
    Werbetechnisch aber genial-zugegeben, der Herr Martens gehört aber erst Mal in Sicherungsverwahrung!