Meister der Doku-Dramen: Horst Königstein ist tot

imagoMit "Speer und Er" oder "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" bewegte er Tausende Zuschauer und etablierte gemeinsam mit Regisseur Heinrich Breloer in Deutschland das Doku-Drama als neues Fernseh-Genre. Nun ist der große Filmemacher Horst Königstein gestorben.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/doku...-a-899540.html
  1. #1

    schade, Königsteins Sendungen

    sind alle aus den Programmen verschwunden. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erbarmt sich der NDR drei Produktionen von Königfstein zu senden, nachdem man am Abend Schrott wie "Der XXL-Ostfriese" und die X-te Wiederholung von Großstadtrevier ertragen musste.
  2. #2

    Horst war immer Spitze

    Aus meinem Buch “Sag mir woher du kommst, dann... (sag ich dir, wer du bist)
    Aus meinem Leben in Bremen, Herkunft, Schule, Arbeitsplatz Radio Bremen.
    Zur Schulzeit gehörte auch Horst Königstein, der die größte Karriere von uns allen gemacht hat.
    Monika Götz-Bellmer (historyradio.de)

    Ein Kolonialwarenladen in der Lupinenstraße in Gröpelingen
    gehörte der Mutter eines Klassenkameraden. Horst
    schrieb während all der Jahre, die wir zusammen auf dem
    Gymnasium verbrachten, nicht nur die längsten, sondern auch
    die besten Aufsätze. Außerdem war er ein gottbegnadeter Maler,
    der die schönsten Bilder malte, egal, ob mit Ölfarben,

    Acryl oder Wasserfarben. Sie waren einfach phänomenal. Der
    kleine Laden seiner Mutter warf nur wenig Ertrag ab, und sein
    Vater wurde als Ingenieur bei der AG-Weser nicht sehr hoch
    bezahlt. So besserte Horst sein Taschengeld auf, indem er Kinoplakate
    entwarf, zum Beispiel für das Regina in der Landwehrstraße,
    in dem damals die amerikanischen Monumentalfilme,
    wie die 10 Gebote mit Charlton Heston, gezeigt wurden.
    Während der Schulzeit waren wir befreundet und stellten Tonbandbriefe
    für unsere Brieffreunde im Ausland zusammen.
    Horst besaß nämlich ein Tonbandgerät, mit dem man aufnehmen
    und Musik und Sprache mixen konnte. Die Tonbänder
    verschickten wir, damit unsere Brieffreunde sich vorstellen
    konnten, wie unsere Stimmen klangen und was uns interessierte.
    Nach dem Abitur traf ich Horst öfter im Funk, wo er
    sich neben dem Studium an der Pädagogischen Hochschule
    mit dem Schreiben von Kinderfunkhörspielen Geld verdiente.
    Später wurde er in Hamburg promoviert und habilitiert.
    Heute ist er einer der bekanntesten Autoren von Dokumentarfernsehspielen
    in Deutschland und ein mit Preisen überhäufter
    Regisseur seiner Stücke dazu. Aber warum erzähle ich
    das? Als Horst in Talkshows und Kultursendungen - nicht nur
    im Hörfunk von Radio Bremen – interviewt wurde, erzählte er
    ganz offen, wie es in dem kleinen Laden seiner Mutter zuging,
    und in welchem Stadtteil und Umfeld er aufgewachsen ist. Ihm
    war seine Herkunft nicht peinlich.
    (im Gegensatz zu anderen Menschen aus dieser Branche, die ich gekannt habe)
    Monika Götz-Bellmer
  3. #3

    Wirklich ein großer Verlust

    Er gehörte zu den wenigen die noch "echte Ahnung" hatten von dem was sie taten,was sie dem Zuschauer zeigen und hören lassen wollten....Und er stellte sich dabei nie in der Vordergrund......Ich erinnere mich noch sehr gut an seine großartige 4 Stündige Sendung mit und über die grandiose Blandine Ebinger...So etwas wird heut nicht mehr produziert ,leider....Dabei gäbe es noch den einen oder anderen großen Künstler der so eine Ehrung verdient hätte.....zb 89 jährige Gisela May die nach Lotte Lenya die bedeutensde Interpretin von Liedern Brechts/Weill und grand Dame des Berliner Ensemble....Königstein ist nicht zu ersetzen....Er wird in seinen Arbeiten weiterleben...