Psychologie: Druck kann leistungssteigernd wirken

CorbisArbeiten Menschen besser, wenn sie unter Druck stehen? Bei bestimmten Aufgaben ist das tatsächlich der Fall, wie Psychologen in einer Studie herausgefunden haben. Doch Stress kann auch kontraproduktiv sein.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-899532.html
  1. #1

    Verwirrung...

    Der Artikel schafft mehr Fragen als Antworten. Was sind "regelbasierte Strategien", was sind "Ähnlichkeitsstrategien"? Ist die Entscheidung zwischen Regel oder Ähnlichkeit bewusst oder unbewusst?
    Waren vielleicht einfach nur die angebotenen Regeln schlecht?
    Welche Schlussfolgerungen soll ich (als Angestellter, als Vorgesetzter, als Mentaltrainer, ... ?) jetzt ziehen?

    Man könnte meinen, der Autor hat den Artikel zwar gelesen, aber nicht wirklich verstanden.

    Leider ist der Original kostenpflichtig...
  2. #2

    Tolle Erkenntnis!

    Und was machen wir jetzt 'mal für eine Studie, die Banalitäten mit sinnlos verpulverten Forschungsgeldern belegt? Jeder Sportler weiß doch, dass er nur bei einem starken Gegner über sich hinaus wachsen kann und das schwache Gegner bzw. geringe Anforderungen leichtsinnig machen und dazu verführen, das eigene Potenzial nicht zu nutzen. Das ist seit der Antike bekannt. Die großartige, leider aus Deutschland vertriebene Hannah Arendt hat mit ihrem Hinweis Recht, dass die Signatur unserer Zeit der Verlust des gesunden Menschenverstandes sei. Ohne "Studie" geht nichts mehr.
  3. #3

    Binsenweisheiten

    Immer wieder erstaunlich, dass Geld für Studien ausgegeben wird, die am Ende das belegen was eh' jeder weiss: ein gesundes Maß an Sress ist natürlich leistungsfördernd. Zuviel davon ist dann wohl eher schlecht. Klar. weiss jeder, der's kennt. Unglaublich, dass sich hier irgenwelche Forscher mit derartigen Weisheiten profilieren dürfen !
  4. #4

    Zitat von Bananenblatt Beitrag anzeigen
    Welche Schlussfolgerungen soll ich ... als Mentaltrainer, ... ?)
    Den Job wechseln und was Vernünftiges machen (Putzen, Kehren, Kellnern); unabhängig von dieser Studie hier.
  5. #5

    optional

    Ich finde auch, dass wir unseren Arbeitnehmern mehr Aufgaben aufhalsen sollten, die sie dann möglichst zeitgleich abarbeiten müssen, um die Qualität der Leistungen zu steigern. Warum aber Ähnlichkeitsstrategien im Zweifelsfall besser sind als regelbasierte Entscheidungen, ist mir schleierhaft.
  6. #6

    Eustress-Distress: nichts Neues.

    Dass Stress sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben kann, ist ein uralter Hut ... und auch die jetzige "Studie" hat nicht herausgefunden, warum das so ist - vor allem: warum beim Einen ja, beim Anderen nicht.
    Es hat mit der individuellen Geschichte (Kindheit) jedes Einzelnen zu tun.

    Es geht um "Distress" und "Eustress" - wobei Distress positiven Stress bedeutet, also eine Ankurbelung der Produktivität durch Motivation für eine Arbeit. - Motivation ist aber für jeden etwas anderes, und das hat damit zu tun, wie derjenige Motivation in seiner Kindheit erlebt. Wer als Teil der familiären Gemeinschaft mehrere Aufgaben erfüllen musste, damit das Ganze funktioniert: der wird Stress-induzierte Aufgaben als Eustress empfinden. Wer sich aber nicht in eine Gemeinschaft integriert empfunden hat - z.B. weil er sich als Außenseiter gefühlt hat, weil er keine Anerkennung erfahren hat -: der wird jeden Stress, der über seine normale Leistung hinausgeht, als Distress empfinden.
    Mit anderen Worten: Bei Eustress fließt man mit dem gesamten Geschehen mit. Bei Distress steht man diesem entgegen, bzw. man empfindet das so, und das ist in der eigenen Vergangenheit, i.a. der Kindheit, begründet.
  7. #7

    Kostenfaktor Mensch

    Nach vielen Jahren der Optimierung der Produktionsabläufe und Automatisierungen ist nicht mehr genug Potential für Optimierungen vorhanden um die Produktivität und den Gewinn weiter zu steigen.
    Deshalb wird jetzt am Kostenfaktor Mensch massiv optimiert, d.h. Billige Arbeitskräfte über Leihfirmen (Festanstellungen werden immer seltener) und Arbeitsverdichtung. Wenn Kollegen ausscheiden werden
    die Plätze entweder mit Leiharbeitern besetzt, verlagert oder anderen Kollegen mit drauf gepackt.

    Kurzfristig funktioniert der Druck schon, nur auf Dauer macht das keiner mit - immer mehr Druck und keine Anerkennung,.... da braucht man sich nicht über die vielen Burnout Artikel zu wundern.
    Im Moment werden die Maschinen 'Mensch' einfach nur verheizt.
    Das ist ein wichtiger Bestandteil der Rentenpolitik, denn diese beziehen nicht so lange Rente wenn vorher schon abgebrannt.

    Und das alles in einem so reichen Land. Traurig. Wer zahlt am Ende die Rechnung ?
  8. #8

    Wenn man also mit der rechten Hand ein Buch schreibt

    und mit der linken Hand jongliert, ist man erfolgreicher, also wenn man nur mit der rechten Hand ein Buch schreibt. Das ist unmittelbar einleuchtend. Die Untersuchung besagt lediglich, dass Menschen unter Zeitdruck dazu neigen, auf Erfahrung basierendes Wissen anzuwenden. Und wenn dieses Wissen dann dazu geeignet ist, die Aufgabe erfolgreich zu bewältigen, dann tritt der Erfolg auch ein. Na sowas. Falls das Problem sich dann als zu komplex herausstellt, hätte man halt vorher schlauer sein müssen. Druck auf andere auszuüben, damit sie eine Lösung dafür finden heißt: Ich möchte, dass ihr mir mein "Problem" löst, dass ich nicht einmal als Problem erkenne. Gut, wenn die einen versuchen, die anderen und deren Arbeitsleistung zu optimieren, ohne selbst etwas davon zu verstehen.
  9. #9

    Bei uns im Callcenter wirkd Druck enorm leistungssteigernd.

    Es ist so, als könne man die Arbeitsleistung beliebig anpassen, indem man den Zeitdruck beliebig erhöht. Seit wir festgelegt haben, dass ein Mitarbeiter für Rechnungsfragen nur noch vier Minuten pro Call benötigen darf, dann halten sie sich daran und arbeiten mehr. Eine WLAN-Einrichtung darf nicht länger als 6 Minuten dauern. Wer länger mit dem Kunden schwatzt oder sich von trägen Kunden aufhalten lässt, wird mehrfach zu mehr Leistung ermahnt. Nach der dritten Ermahnung wird derjenige gecoached, indem sich eine Führungskraft einen Tag lang direkt an den Arbeitsplatz setzt. Wenn das auch nicht hilft, dann wird erst eine Abmahnung, dann eine Kündigung wegen Arbeitsverweigerung ausgesprochen. Seit die ersten beiden Leute gekündigt wurden, halten die anderen die Zeitvorgaben plötzlich ein. Also. Es geht doch!