Kaufhauskonzern in der Krise: Karstadt steigt aus Flächentarifvertrag aus

DPADer Warenhauskonzern spricht von einer "Tarifpause": Karstadt steigt aus dem Flächentarifvertrag aus. Alt-Mitarbeiter behalten zwar ihre bisherigen Ansprüche, profitieren aber künftig nicht mehr von tariflichen Lohnerhöhungen. Neue Angestellte dürften schlechter gestellt werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-899562.html
  1. #1

    Verdi

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Warenhauskonzern spricht von einer "Tarifpause": Karstadt steigt aus dem Flächentarifvertrag aus. Alt-Mitarbeiter behalten zwar ihre bisherigen Ansprüche, profitieren aber künftig nicht mehr von tariflichen Lohnerhöhungen. Neue Angestellte dürften schlechter gestellt werden.

    Kriselnder Kaufhauskonzern Karstadt steigt aus Flächentarifvertrag aus - SPIEGEL ONLINE
    drückt solange Lohnerhöhungen durch, bis die Unternehmen kaputt sind. Am Ende vom Lied stehen die Angestellten auf der Strasse.
  2. #2

    Flächentarifvertäge sind nicht gut

    Gerechtigkeit kann man in viele Richtungen interpretieren, auch in die: Gerecht ist, wenn man sich von der gleichen Arbeit das gleiche Leisten kann.
    Das schlechte an Flächentarifverträgen ist, dass es sich für Firmen nicht lohnt in strukturschwache Gegenden zu gehen, da man kein Geld spart. Wäre z.B. In Meckelenburg Vorpommern der Stundenlohn niederiger als in München hätte MeckPomm einnen Wettbewerbsvorteil gegenüber München. Da aber in MeckPomm Mieten und Freizeitaktivitäten biliger sind muss es dem Arbeitnehmer deswegen nicht schlechter gehen.
  3. #3

    Kein Geld

    Wenn kein Geld mehr da ist, gibt's auch für die Angestellten nichts zu holen. Da kann sich die Gewerkschaft aufregen solange es ihr Freude macht.

    Und bis 2015 ist es noch ein Weilchen hin. Wer weiß, ob es Karstadt bis dahin überhaupt noch gibt.
  4. #4

    Schade

    Auch der Ausstieg aus der Tarifbindung wird nichts am baldigen Ende dieses traditionsreichen Unternehmens ändern.
    Wer diese Entwicklung ausschliesslich auf das Internet schiebt, springt zu kurz. Fakt ist, dass nach wie vor mehr als 80% des relevanten Umsatzvolumens im stationären Handel und eben nicht im Netz getätigt werden.
    Gravierende Fehler im Management, eine lahme Vertriebstruppe und die typische Gewerkschaftsmentalität fordern nun ihren Tribut.
  5. #5

    Zitat von alice Beitrag anzeigen
    drückt solange Lohnerhöhungen durch, bis die Unternehmen kaputt sind. Am Ende vom Lied stehen die Angestellten auf der Strasse.
    Ich glaube, Sie haben keine Ahnung vom Fall Karstadt, oder?

    Nicht die Löhne der Mitarbeiter haben da irgendetwas kaputtgemacht, sondern das Management hat den ganzen Konzern systematisch in Grund und Boden gewirtschaftet. Da wurden abenteuerlichste Spekulationen durchgeführt, abenteuerliche Immobiliengeschäfte mit Verkaufen und Rückmieten der Kaufhäuser usw., mit denen das Management sich und seine privaten Angehörigen bzw. Familien persönlich massiv bereichert hat. Das hat in wenigen Jahren Milliarden gekostet und das Eigenkapital des Konzerns fast vollkommen vernichtet, Milliarden! Büßen mussten dafür schon damals die Angestellten. Und heute büßen die Angestellten schon wieder und immer noch für die Fehler des Managements, die damals Unsummen verdient haben und noch mit einem goldenen Handschlag verabschiedet wurden, nachdem sie den ganzen Konzern und Zehntausende Arbeitsplätze an die Wand gefahren haben, ganz zu schweigen von den riesigen Summen, mit denen das Management sich und die eigenen Familien vorher am Konzernkapital auf Kosten der Mitarbeiter bereichert hat.

    Besten Gruß
  6. #6

    lieber arbeitslos

    Zitat von alice Beitrag anzeigen
    drückt solange Lohnerhöhungen durch, bis die Unternehmen kaputt sind. Am Ende vom Lied stehen die Angestellten auf der Strasse.
    lieber arbeitslos als für Sklavenlöhne schuften gehn,
    die Karstadt-Heuschrecke will nur den Profit steigern. Und die Löhne werden nie mehr weiter steigen. Dann lieber zu Hause bleiben und ausschlafen.
  7. #7

    Ein Grund mehr...

    ...diese Verkaufsbude zu meiden.Aber trotzdem bleibt festzustellen,dass diese Scheißgewerkschaft ebenso mit Vorsicht zu genießen ist.Wie alle Gewerkschaften und deren "Führungseliten" auch.Im Ruhrpott war früher einmal die Rede "Vom Steineklopper zum Gewerkschafts-Fritzen" die Rede.
  8. #8

    Flächentarifverträge sind gut

    Zitat von mittagspause Beitrag anzeigen
    Gerechtigkeit kann man in viele Richtungen interpretieren, auch in die: Gerecht ist, wenn man sich von der gleichen Arbeit das gleiche Leisten kann.
    Das schlechte an Flächentarifverträgen ist, dass es sich für Firmen nicht lohnt in strukturschwache Gegenden zu gehen, da man kein Geld spart. Wäre z.B. In Meckelenburg Vorpommern der Stundenlohn niederiger als in München hätte MeckPomm einnen Wettbewerbsvorteil gegenüber München. Da aber in MeckPomm Mieten und Freizeitaktivitäten biliger sind muss es dem Arbeitnehmer deswegen nicht schlechter gehen.
    da sie verhindern, das Firmen über Lohndumping einen Wettbewerbsvorteil erlangen (zumindest theoretisch)
  9. #9

    Management

    Und wieviel trägt das Management zur Bewältigung der Krise bei? Vermutlich gar nichts. Und nein, dass dort keine Tarifverträge greifen, ist kein Argument. Die Effekte könnten ja sehr einfach umgerechnet werden, so dass man einen entsprechenden Betrag auch für nichttarifgebundene Beschäftigte ermitteln könnte. Das ist den Managern aber vermutlich zu schwierig, dafür reicht der Grips dann nicht.

    Ebenfalls unberücksicht bleibt, dass die Einkommen am unteren Ende verhältnismäßig viel mehr leiden als die am oberen Ende, denn unten geht das meiste für Fixkosten drauf und jeder Euro verbessert das Leben spürbar. Oben gehts nur darum wie teuer der nächste Neuwagen werden kann.