Britischer Geschichtsunterricht: Und Fussy Hitler hieß er ja wohl nicht

Wem ähneln Hitler und Göring am ehesten, dem pingeligen Mister Fussy aus der Bilderbuchreihe "Mister Men"? Oder doch dem verwirrten Mister Topsy-Turvy? Solche Aufgaben sollen britische Teenager in der Mittelstufe lösen - was der Bildungsminister gar nicht witzig findet.

http://www.spiegel.de/schulspiegel/a...-a-899157.html
  1. #1

    hat Historiker Simon Schama den Geschichtsunterricht an britischen Schulen zusammengefaßt. Wie ein Land, das große Historiker hervorgebracht hat, seine Schüler so auf den Arm nehmen kann, ist mir unverständlich. Die glauben nachher noch, sie hätten Bildung erworben. Das Resultat kann man in den Leser-Kommentaren des Telegraph online besichtigen.
  2. #2

    naja

    Immer noch wird das Bild des bösen Deutschen in England aufrecht erhalten. In Filmen, wo Soldaten voekommen wird oftmals mit einem deutschen besetzt. In den USA ist der Gegenspieler des James Bondes, auch mit einem deutschen Schauspieler besetzt. Wenn man das weiß, ist es doch klar das so etwas auch in Schulen aufgegriffen wird. Oftmals ist dies aber inzwischen dem beruhmten englischen Humor geschuldet. lol
  3. #3

    Was für eine Volksverblödung!

    Das was man dort wohl noch lernt ist, dass Deutschland unter Hitler etc. doof und sonst ganz ok ist. Es ist ehrlich gesagt nicht zu glauben, so schlecht kann das britische Schulsystem doch nicht sein! Falls es stimmt, kann und muss das ja nur ein abschreckendes Beispiel für uns Selber sein! Mehr Geld für besser Bildung!
  4. #4

    ...

    Die Infantilität des britischen Schulsystems kann ich aus eigener Anschauung bestätigen. Wir waren Anfang der 90er auf einem Schüleraustausch, 9. Klasse Gymnasium bzw. entsprechende Schulform. Während wir im Englischunterricht relativ anspruchsvoll bespaßt wurden, haben die Engländer zur selben Zeit noch Lückentexte ausgefüllt, besonders sinnvoll bei Liedtexten mit Zeilenwiederholungen, wo in einer Zeile das Wort stand, wo in der nächsten Zeile die Lücke war. Ich habe das damals auf die ungeheure Kompliziertheit der deutschen Sprache zurückgeführt, aber das scheint mir nach diesem Beitrag jugendliche Naivität gewesen zu sein. Dementsprechend konnte natürlich kaum ein Engländer Deutsch, mit meinem Austauschpartner habe ich mich drüben wie hier grundsätzlich auf Englisch unterhalten müssen und dort gab es einen einzigen Engländer, zwei Jahre älter, der wohl aus Interesse oder anderen günstigen Umständen Deutsch gelernt hat, der konnte das dann auch und wollte es auch sprechen.
  5. #5

    Vorurteile pflegen

    Zitat von nilaterne Beitrag anzeigen
    Immer noch wird das Bild des bösen Deutschen in England aufrecht erhalten. In Filmen, wo Soldaten voekommen wird oftmals mit einem deutschen besetzt. In den USA ist der Gegenspieler des James Bondes, auch mit einem deutschen Schauspieler besetzt. Wenn man das weiß, ist es doch klar das so etwas auch in Schulen aufgegriffen wird. Oftmals ist dies aber inzwischen dem beruhmten englischen Humor geschuldet. lol
    Ihnen ist aber schon bewusst, dass die 23 Bond-Filme britische Produktionen sind?
    Und was die Bondbösewichte angeht, da fallen mir aus Deutschland eigentlich nur Lotte Lenya, Gert Fröbe, und Curt Jürgens ein, und die spielen im Film eine Russin, einen Engländer und einen Skandinavier.
    Bei den Handlangern gibt es noch Walter Gotell, Gottfried John, Götz Otto, Claude-Oliver Rudolph und Richard Sammel, aber die Bösen bei Bond werden vor allem Engländer, Schotten, Amerikaner, Kanadier, Franzosen, Spanier, Italiener, Dänen, usw. dargestellt.
    Aber Hauptsache mal was gesagt und seine Vorurteile gepflegt.
  6. #6

    in der Serie

    Hat in der britisch englischen Fassung Mr. Fussy (Hier als "Mr. Pernikerty" mit Kaiser Wilhelm Schnauzer statt der ominösen Popelbremse) einen deutschen Akzent! Köstlich!
    http://youtu.be/aZ8QkOxv7C4?t=5m50s

    Worüber möchten wir uns denn Morgen aufregen? In Deutschland finde ich gehört eben das wohlige Entsetzen genauso zur Bewältigung der Vergangenheit, wie in England der Humor in Sachen 3rd Reich. In beiden Fällen braucht man sich mit dem, was damals passiert ist eben nicht auseinanderzusetzen - sondern kann darüber hinweg lachen oder affektiert betroffen sein und auf den nächsten Witz oder die nächste Enthüllung warten. Dahingehend waren die kujauschen Hitler-Tagebücher die genau richtige Mischung die unserer perversen Haßliebe zu Hitler Nahrung lieferte.

    Ich glaube es wäre viel geholfen, wenn uns die faschistischen Führer gleichgültig werden würden, wir uns aber um den alltäglichen Faschismus, Sexismus, (und die anderen schlimmen ismen) kümmern würden.
  7. #7

    Tragisch

    Es gibt kaum eine bessere Methode, ein Thema zu durchdringen, als es Menschen mit einem geringeren Bildungs- bzw. Entwicklungsniveau erklären zu müssen. Das ist der Job von Lehrern und Professoren, und denen wird man kaum Verblödung vorwerfen. Russell Tarr macht Schüler zu Lehrern, ich finde das eine hervorragende Idee. Der einzige Volksverblöder in der Geschichte ist Gove, und der macht das aus Kalkül und wider besseren Wissens.
  8. #8

    Naja ...

    ... das ist wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, damit britische Chavs sich überhaupt ansatzweise dafür interessieren. Ich glaube durchschnittlich liegt das intelektuelle Potential in den deutschen Schulen auch nicht höher. Das wäre auch für die hiesigen Haupt- und Realschüler ein gute Idee. Die meisten von denen wissen wahrscheinlich gar nicht, wer "Merkel" oder ein anderer HEUTIGER Politiker ist und was die die überhaupt machen.
  9. #9

    verstehe den Absatz nicht "Allerdings verkürzt Gove die Aufgabenstellung. " Im gesamten Artikel wettert der Autor in eine Richtung, und dann stellt er mitten drin mal kurz klar, das es um Schüler geht, die für andere eine Onlineprojekt entwickeln.
    Das sich Gove das simpler Weise zum Aufhänger für seine Allgemeinkritik nimmt, ist doch ein anderes Thema