Aufwachsen ohne Eltern: Stell dir vor, es ist Uni, und du bist ganz allein

Sascha BeckNie ein Rat von Papa, keine Hilfe von Mama: Waisen und Pflegekinder haben es im Studium schwer. Weil sich Janine, Roxan, Sascha und Christian an der Uni wie Sonderlinge vorkamen, haben sie ein Netzwerk gegründet. Einblicke in ein Leben ohne Sicherung.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-896344.html
  1. #1

    Haertere Auslese

    Das glaube ich unbesehen, dass es schwieriger ist, ohne elterlichen Rueckhalt zu studieren. Diejenigen, die es dennoch schaffen, duerften allerdings einen Startvorteil im Beruf haben.

    1.) Weil sie bereits nachgewiesen haben, dass sie haertere Zeitgenossen sind.

    2.) Weil sie zwangslaufig fruehzeitig gelernt haben, sich ein soziales Netz aufzubauen.

    Beides hilft im spaeteren Leben.
  2. #2

    LoL

    Also ehrlich, ohne meine Eltern hier zu diskreditieren, aber mein Studium habe ich ebenfalls vollkommen ohne Hilfe von Außen gemeistert. Sowohl inhaltlich, als auch finanziell. Scheinbar bin ich da eine Ausnahme...
  3. #3

    Grundvertrauen

    Zitat von Noctim Beitrag anzeigen
    Also ehrlich, ohne meine Eltern hier zu diskreditieren, aber mein Studium habe ich ebenfalls vollkommen ohne Hilfe von Außen gemeistert. Sowohl inhaltlich, als auch finanziell. Scheinbar bin ich da eine Ausnahme...
    Hier geht es aber in erster Linie darum, das die sog. "Care Leaver" nicht das Grundvertrauen besitzen, das Sie wahrscheinlich haben.

    Unter Grundvertrauen verstehe ich, das wenn was schief läuft, eine Anlaufstelle das ist (z. B. die Eltern). Auch wenn die meisten Studenten (um mal bei diesem Beispiel zu bleiben) das jetzt weit von sich weisen würden. Aber man gestaltet sein Leben nun mal anders, wenn man weiß, das es eine Art "Ausfallsicherung" gibt. Die dann zwar unter Umständen peinlich ist in Anspruch zu nehmen, aber sie ist halt da.

    Diese Sicherung fehlt den Care Leavern. Da ist nichts, was einen im Notfall wie auch immer auffängt.
  4. #4

    Sie..

    Zitat von Noctim Beitrag anzeigen
    Also ehrlich, ohne meine Eltern hier zu diskreditieren, aber mein Studium habe ich ebenfalls vollkommen ohne Hilfe von Außen gemeistert. Sowohl inhaltlich, als auch finanziell. Scheinbar bin ich da eine Ausnahme...
    ...haben immerhin Eltern. Egal ob diese Sie durchfüttern oder nicht. Aber niemanden als seine biologische Familie bezeichnen zu können ist da eine ganz andere Nummer. Das LOL können Sie also getrost steckenlassen. Und nein, eine Ausnahme sind Sie sicher nicht.
  5. #5

    Meine Güte

    In welchen Zeiten leben wir?
    Wohlbehütet bis in welches Alter?
    Und was macht ein Arbeiterkind, dessen Vater selbst von der Akademischen Welt nichts versteht?
    Wollen wir alle Selbsthilfegruppen gründen, damit wir immer behütet sind?
  6. #6

    Zitat von Noctim Beitrag anzeigen
    Also ehrlich, ohne meine Eltern hier zu diskreditieren, aber mein Studium habe ich ebenfalls vollkommen ohne Hilfe von Außen gemeistert. Sowohl inhaltlich, als auch finanziell. Scheinbar bin ich da eine Ausnahme...
    Das ist richtig, während des Studiums sollte man eigentlich abgestillt sein. Dass Eltern irgendetwas für einen organisieren oder dergleichen, ist sicher in jedem Fall kein gutes Zeichen. Aber sollte es nicht um das "selbstständige Studieren" gehen.

    Es ist ja klar, dass Waisenkindern während des Studiums der familiäre Rückhalt ebenso fehlt, wie er das schon ihr ganzes Leben getan hat. Das hat mit dem Studium speziell weniger zu tun.
  7. #7

    Es studieren viele ohne Unterstützung der Eltern

    Ich habe mein Studium auch ohne meine Eltern bestritten, hatte von Anfang an einen guten Teilzeitjob der mich unabhängig gemacht hat, und inhaltlich hätten mich meine Eltern eh nicht unterstützen können weil sie völlig andere Ausbildungen und Berufe haben als meine Fachrichtung im Studium war.
  8. #8

    Ich habe zwar während meines Studiums immer auch gearbeitet, meine Eltern waren mir sowohl finanziell als auch emotional oder ins sonstigen Bereichen eine sehr große Hilfe. Ohne sie wäre es wirklich viel schwieriger gewesen, daher besten dank und Respekt an jeden, der sich allein durchkämpft!
  9. #9

    Überhaupt studienfähig?

    In der regel beginnt man sein studium so mit 18 bis 20 lebensjahren, auf jeden fall volljährig. Wer dazu noch seine eltern braucht - mal von etwaiger finanzieller unterstützung abgesehen - hat sicher ein problem mit seiner/ihrer generellen (über-) lebensfähigkeit. Aber es gibt schließlich auch noch kommilitonInnen, einrichtungen des studentenwerks, die fachschaften, und sogar professoren, die helfen. Meine eltern konnten dieses nicht, und ich hatte es damals von denen auch nie erwartet.
    Regina