Gulag-Roman : "Ich wollte mein Blut vergießen."

S. Fischer VerlagÜber die Gulags wird in Russland mehr geschwiegen als geschrieben. Umso bemerkenswerter ist das Romandebüt des 31-jährigen Sergej Lebedew. "Der Himmel auf ihren Schultern" erzählt vom Schweigen der Täter - aus der Sicht eines Spätgeborenen.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-897965.html
  1. #1

    Das könnte ein Buch von ähnlichem Format sein...

    ...wie die autobiographischer Berichte "Das falsche Leben" von Ute Scheub und "Schweigen tut weh" von Alexandra Senfft – um nur zwei aus einem ganzen Literaturgenre zu nennen, die mich besonders beschäftigt haben, wie zuletzt nur "Die Reise" von Bernward Vesper.

    Ob es unter den Nachkommen von Mussolinis Afrika-Verwüstern wohl welche gibt, die die Schweigetresore öffnen?
  2. #2

    "Über die Gulags wird in Russland mehr geschwiegen als geschrieben."

    Was heißt hier geschwiegen. Es gibt doch einige Filme bzw. TV-Serien, die sich damit beschäftigen. Und es sind nicht nur ausländische Produktionen. Dazu kommen noch zahlreiche Bücher. Ich kann bei bestem Willen nicht sehe, wo da seitens der Autoren und FIlmproduzenten geschwiegen wird.

    Dass die Redierung sich in Schweigen hült, das kann man sich ja schon denken. Ich glaube aber nicht, dass es in der Bevölkerung so ist. Bei den vielen tausenden Menschen, die dorthin verleppt wurden, gibt es doch genug Menschen, die es betrifft. Seien es Verwandte, Familie oder Freunde.

    Gulak ist für die meisten Menschen ein Begriff doch muss man ja zugeben, dass einige es ja auch positiv sehen. Es waren ja nicht nur politische Gefangene dort untergebracht, sondern auch Diebe und Mörder.
  3. #3

    Gulag-Literatur

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Über die Gulags wird in Russland mehr geschwiegen als geschrieben. Umso bemerkenswerter ist das Romandebüt des 31-jährigen Sergej Lebedew. "Der Himmel auf ihren Schultern" erzählt vom Schweigen der Täter - aus der Sicht eines Spätgeborenen.

    Der Himmel auf ihren Schultern: Romandebüt von Sergej Lebedew - SPIEGEL ONLINE
    Ich kann jedem an diesem grausamen Thema Interessierten nur die Bücher von Warlam Schalamow ans Herz legen.

    Warlam Tichonowitsch Schalamow

    Und ja, jedes ernsthafte Wort zu diesem dunklen Kapitel ist wichtig und wertvoll; deshalb werde ich auch Sergej Lebedews Werk lesen.

    Und wo ich schon dabei bin:
    Der unsägliche "Thriller" "Kolyma" von Tom Rob Smith gehört nicht dazu; den sollte man sich trotz Bestsellerstatus getrost ersparen.