NSU-Prozess: Eine Frage des Vertrauens

DPAAb Montag wird das Oberlandesgericht München im NSU-Prozess der Schuld der Angeklagten nachgehen. Eine Frage wird es nicht beantworten können: Wieso kamen die Sicherheitsbehörden nie auf die Spur der Täter? Aufklärung ist Pflicht - denn nur so kann Vertrauen neu entstehen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-897813.html
  1. #1

    Ich unterstütze

    voll und ganz Herrn Sebastian Edathy. Ich nenne es Schlamperei der Ermittlungsorgane. Ohne wenn und aber diesen Brüdern nach gehen, verurteilen und einsperren. Wenn nötig auch Leute der Vertuschungsorgane
  2. #2

    Kalte Schauer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab Montag wird das Oberlandesgericht München im NSU-Prozess der Schuld der Angeklagten nachgehen. Eine Frage wird es nicht beantworten können: Wieso kamen die Sicherheitsbehörden nie auf die Spur der Täter? Aufklärung ist Pflicht - denn nur so kann Vertrauen neu entstehen...
    Es laufen einem immer noch kalte Schauer über den Rücken, wenn man an das Nagel-Bomben-Attentat in Köln denkt. In einer von hauptsächlich Türken bewohnten Straße! Das können nur Nazis gewesen sein, ging es spontan durch den Kopf.

    Und dann das merkwürdige Wegwischen und Wegsehen der Behörden, unter anderem durch den Innenminister Schily. Der Mann, einst Anwalt der RAF, wollte ganz einfach nicht sehen, was er nicht wahrhaben wollte. Und so ist es dann geblieben.

    In Deutschland hat man immer noch nicht seine braune Vergangenheit bewältigt, die besagt: in Deutschland gab und gibt es immer (noch) einen Nährboden für braune Gewalt, ob es der "fortschrittlichen" Elite passt oder nicht!
  3. #3

    Schily

    Die Hauptursache sollte auch erwähnt werden. Hat nicht Schily sofort die Richtung vorgegeben als er sagte es waren keine Rechten? Danach war man wieder mal auf dem rechten Auge blind und diese Richtung durfte nicht untersucht werden, weil man sonst gegen den obersten Dienstherren gehandelt hätte.

    Privat: als wir im Regierungspräsidium Freiburg 3 Briefe - persönlich adressiert an Regierungspräsident, Sozialministerin, Ministerpräsident BW, abgegeben haben, wurden diese von einem Regierungsdirektor/Jurist abgefangen weil darin Grundgesetz, Menschenrechte enthalten waren (auf die wir ins berufen haben) und rechtfertigte seine Unterschlagung damit, dass eine Weiterleitung INSUBORDINATION gewesen wäre. So viel zum heutigen Rechtsverständnis der Bürokratten.
  4. #4

    Man muss sich fragebn, hat nicht auch der

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab Montag wird das Oberlandesgericht München im NSU-Prozess der Schuld der Angeklagten nachgehen. Eine Frage wird es nicht beantworten können: Wieso kamen die Sicherheitsbehörden nie auf die Spur der Täter? Aufklärung ist Pflicht - denn nur so kann Vertrauen neu entstehen.

    NSU-Prozess in München: Gastbeitrag von Sebastian Edathy - SPIEGEL ONLINE
    dt. Jounalismus versagt? Reicht es heute, nur noch Tickermeldungen abzuschreiben , um sich Jounalist nennen zu koennen? Ich erinnere mich, das der Spiegel mehrmals ausfuehrlich ueber die Morde berichtet hat. Wurde da nicht weiter recherchiert? Wurde nicht nachgeacht, eigene Sichtweisen entwickelt? Das ist guter Jounalismus, den der Spiegel auszeichnete. Sich heute hinzustellen und die dt Ermittlungsbehoerden fuer ihre "Verfehlungen" bei der Ermittlung in rechten Kreisen zu verteufeln ist zu einfach und fugt sich ins Bild, der der dt Jounalismus heute bietet. Nein Spiegel Redakteure, Ihr habt auch im gewissen Sinne versagt und so steht es Euch nicht zu, ueber Andere ein Urteil zu faellen.
  5. #5

    Den braunen Sumpf trockenlegen

    Danke, Sebastian Edathy, für diesen Beitrag. Und ich bin froh, dass auch heute in Bonn eine Kundgebung der rechtsextremistischen "pro NRW", ehrlicherweise müssten die sich kontra NRW nennen, nur eine Hand voll Teilnehmer zusammengebracht hat. Die Menschen verstehen - mehr und mehr, und das ist gut so.
  6. #6

    Schuldig oder Unschuldig ist Sache des Gerichtes

    Zitat: Wenn es zu Straftaten kommt, werden diese unvoreingenommen und professionell aufgeklärt.

    Genau das macht einen Rechtsstaat aus. Nur scheint die gesamte Presse davon nichts zu halten.
    Es ist Aufgabe des Gerichtes zu entscheiden ob schuldig oder unschuldig. Die Presse schreit jetzt schon "schuldig"

    P.S: Als 4. Gewalt sollte die Presse Unklarheiten nachfragen, irgendwie vermisse ich dies in diesen Falle
  7. #7

    König Midas alias Edathy

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab Montag wird das Oberlandesgericht München im NSU-Prozess der Schuld der Angeklagten nachgehen. Eine Frage wird es nicht beantworten können: Wieso kamen die Sicherheitsbehörden nie auf die Spur der Täter? Aufklärung ist Pflicht - denn nur so kann Vertrauen neu entstehen.

    NSU-Prozess in München: Gastbeitrag von Sebastian Edathy - SPIEGEL ONLINE
    Es ist ja so leicht, als Politiker die "Schuld" auf eine "dramatisch schlechte Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden" zu fokussieren, aber nicht die Hauptursachen in der Politik und bei den Politikern zu reflektieren.

    Erinnert sei an den Bundesinnenminister Zimmermann, der es gewagt hatte, Gesetzentwürfe für eine "Zusammenarbeitsgesetzgebung" vorzulegen. Dafür hätten ihn die rot-grünen Politiker in Bund und Länder am liebsten exekutiert. Davon will heute von denen mehr etwas wissen.

    Der NSU-Untersuchungsausschuss hat bisher die Erfahrung gemacht, dass fast alles, was wir berührten, sich als ziemlich hohl erwiesen hat.
    Nun, wie es scheint, hat sich auch Herr Edathy im Ausschuss des Öfteren an den Kopf fassen müssen.
  8. #8

    Ich will kein wiederhergestelltes Vertrauen

    als Ziel der Aufklärung bzw. des Gerichtsprozesses, denn darin besteht die Gefahr, eine mögliche staatsliche Beteiligung als Prämisse für undenkbar zu halten. Ich möchte eine so gut wie mögliche Aufklärung als Ziel. Als einziges. Vertrauen auf einen Staat, der zu Stay Behind Terroranschlägen schweigt, kann man eh nicht mehr haben.
  9. #9

    Rechtes Auge?

    der Föderalismus hat bei der Aufklärung mal wieder versagt!