Zoff um Kostenerstattung: Kassen schikanieren Psychotherapie-Patienten

CorbisPatienten mit psychischem Leiden müssen bei der Therapeutensuche entweder Geduld aufbringen - oder zum Privattherapeuten gehen. Doch ein Antrag auf Kostenerstattung bei den gesetzlichen Krankenkassen bietet etliche Hürden. Das Bundesgesundheitsministerium schafft jetzt Abhilfe, teilweise.

http://www.spiegel.de/gesundheit/psy...-a-897358.html
  1. #1

    Aus dem Nähkästchen

    Es gibt nur m.E. zu wenige Kassenarztpraxen! Wenn nämlich die KV'n laufend überprüfen würden, ob der Kassenarztsitz mindestens ÜBERWIEGEND (das wäre also >50%) zur Behandlung von Kassenpatienten genutzt wird, wäre bereits ein Großteil an Kapazität für Kassenpatienten frei. Das möchten natürlich die Ärztevertreter nicht, denn heute wird oft der Kassenarztsitz nur als Aufhänger genutzt, um fröhlich Privatpatienten (zu einem etwa doppelt hohen Satz) zu lasten der gesetzlich Versicherten zu nutzen. Die KV'n müssten nur wollen - vielleicht sollten die Kassen aber auch entsprechenden Druck machen.
  2. #2

    Wenn Menschen psychisch belastet sind, sollen sie sich also auch noch bürokratisch und möglicherweise mit Rechtsanwalt und Sozialgericht und Widersprüchen um die angeblich krankenversicherungstechnisch anerkannte Psychologische Therapie kümmern sollen?

    IST nun eine tatsächliche Krankheit vorhanden und ist sie als solche anerkannt oder nicht?

    Das ist doch wohl ein Witz!
  3. #3

    korrupte Lobby-Medizin

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Patienten mit psychischem Leiden müssen bei der Therapeutensuche entweder Geduld aufbringen - oder zum Privattherapeuten gehen. Doch ein Antrag auf Kostenerstattung bei den gesetzlichen Krankenkassen bietet etliche Hürden. Das Bundesgesundheitsministerium schafft jetzt Abhilfe, teilweise.

    Psychotherapie: Zoff um Kostenerstattung - SPIEGEL ONLINE
    Die Schulmedizin scheint systematisch in großen Teilen völlig korrupt und kommt damit ungestraft auch durch! Krankenkassen: Jede zweite überprüfte Klinik-Rechnung fehlerhaft

    Psychisch Kranke hingegen werden von Pharma- und Ärzte-Lobby immer noch wie Menschen 2. Klasse behandelt. Hauptsache, die Industrie bringt ihre teuren, aber allzu oft nutzlosen Psychopillen auf den Markt!
  4. #4

    Teufelskreis

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Patienten mit psychischem Leiden müssen bei der Therapeutensuche entweder Geduld aufbringen - oder zum Privattherapeuten gehen. Doch ein Antrag auf Kostenerstattung bei den gesetzlichen Krankenkassen bietet etliche Hürden. Das Bundesgesundheitsministerium schafft jetzt Abhilfe, teilweise.

    Psychotherapie: Zoff über Kostenerstattung - SPIEGEL ONLINE
    Das würde mich obendrein psychisch krank machen.
    Und ich müßte zu einem zweiten Therapeuten.

    Aber was soll man sagen:
    Diese KKs sind halt einfach eine Fehlkonstruktion.
    Denn die Mitarbeiter in den KKs sichern ihre Arbeitsplätze, indem sie Zahlungen verweigern. Denn sonst müßte man an der Zahl der Arbeitsplätze in den KKs sparen. Um die notwendigen Kostenersparnisse zu erzielen.
    Und arbeiten somit gegen die Versicherten anstatt für sie.
    Dafür werden sie aber vom Versicherten auch noch bezahlt.

    Krank einfach.....
  5. #5

    Nicht nur Das

    eine Gehhilfe für 29,- €, bekäme man 14,-€ Zuschuß.
    Ein Rezept vom Arzt einreichen, dann abwarten bis die Zustimmung kommt und dann kann man seinen Stock bekommen. Busfahrten machen ca. 20,-€ aus. Ich bezahle lieber selbst. Danke AOK
  6. #6

    kT

    Ich möchte das Leiden von Menschen, die an einer tatsächlich vorhandenen psychischen Erkrankung leiden nicht verharmlosen oder in Abrede stellen. In meiner Familie habe ich selbst erlebt, wie schwerwiegend eine Depression für den Betroffenen und sein Umfeld ist und wie wichtig professionelle Hilfe in diesem Fall wird.
    Jedoch muss auch gesagt werden das sich viel zu viele Menschen aufgrund von "Kleinigkeiten" und ganz normalen Lebensumständen in therapeutische oder, noch schlimmer, klinische Behandlung geben und man von Seiten der Mediziner auch durchaus gewillt ist (fast) Jeden aufzunehmen, der halbwegs glaubhaft versichern kann, ein psychisches Problem zu haben - die immer weiter auswucherende Diagnoseproblematik bei psychischen Erkrankungen ist da natürlich sehr hilfreich, so gilt ja mittlerweile eine mehrmonatige Trauerphase nach dem Tod eines nahen Verwandten als Krankheit.
    Man sollte sich also auf Seiten der Kassen und auf Seiten der Medizin mal fragen ob es wirklich so sinnvoll ist, jeder Person die danach fragt, eine mehrwöchige psychotherapeutische Behandlung zu verschreiben oder den Betreffenden für Monate in eine psychatrische Klinik einzuweisen. Es soll ja Leute geben, die solche Kliniken mit ihrer Rundumversorgung und den vielen Möglichkeiten des Zeitvertreibs (nicht zu unterschätzen, auch der Tatsache das man dort mit Menschen spricht) als willkommene Abwechslung von ihrem grauen Alltag sehen und sich alle Jahre wieder in so eine Behandlung begeben. Das dann für die wirklich Kranken kein Platz und keine Zeit mehr ist verwundert da nicht.
  7. #7

    Zoff um Kostenerstattung: Kassen schikanieren Psychotherapie-Patienten

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Patienten mit psychischem Leiden müssen bei der Therapeutensuche entweder Geduld aufbringen - oder zum Privattherapeuten gehen. Doch ein Antrag auf Kostenerstattung bei den gesetzlichen Krankenkassen bietet etliche Hürden. Das Bundesgesundheitsministerium schafft jetzt Abhilfe, teilweise.

    Psychotherapie: Zoff über Kostenerstattung - SPIEGEL ONLINE
    Seit einigen Jahren lehnen private Krankenversicherungen Neuverträge ab, wenn der Antragsteller psychisch vorbelastet ist. Einfach aus heutiger Sicht verständlich. Burn-Out ist weit oben und Depression. Es wunderte mich, weshalb die Kollegen, alle gesetzlich versichert, professionelle Hilfe bekamen. Nun merken auch die Gesetzlichen die Kostenexplosion. Dabei geht es oft nur um ein Rezept. Das Bundesgesundheitsministerium sollte Internisten erlauben, diese Rezepte zu schreiben. Das spart Kosten vieler Sitzungen beim
    Psychotherapeuten.
  8. #8

    Warum bekommt nicht jeder Arzt, Zahnarzt und Therapeut eine Kassenzulassung? Steht die Befürchtung dahinter, dass dann zu viele Menschen zum Therapeuten gehen und die Krankenkassen das nicht bezahlen wollen?
    Wer beurteilt, ob ein Gebiet als überversorgt gilt? Leute, die privatversichert sind und bei jedem Arzt sofort einen Termin bekommen?
  9. #9

    optional

    teilweise muss man der Dame von der Krankenkasse leider Recht geben.
    Diese Vermeidungstaktik ist mittlerweile Volkssport bei vielen Therapeuten.
    Ein Bsp.: viele Therapeuten haben keine Sprechstundenhilfe. Versucht der Pat. sie zwecks Terminabsprache zu erreichen hört er dann schonmal Ansagen auf dem AB dass derjenige leider nur 1x wöchentlich und dann nur eine Viertelstunde, morgens 7:15-7:30 zu erreichen sei.
    Ruft man dann tatsächlich dort an, ist natürlich durchgehend besetzt. Für verzweifelte Menschen mit hohem Leidensdruck kann sowas ein harter Nackenschlag sein.
    Eine andere Variante sind Therapeuten mit Sprechstundenhilfe. Diese fungiert dann in erster Linie als Abwieglerin: "hinterlassen sie bitte Name und Rufnummer, falls etwas frei wird, melden wir uns..." usw.
    Als Tipp für sog. Hotlines, die freiwerdende Therapieplätze weitervermitteln: vorher fragen, an welchen (Stich)-tagen die Therapeuten freie Plätze melden müssen (damit man sich nicht die Finger wund telefoniert)