Studienabbrecher: Die ohne Uni-Stempel

CorbisEin Studienabbruch muss nicht das Ende aller beruflichen Träume bedeuten, das zeigen Beispiele von Prominenten von Bill Gates bis zu René Obermann. Zum Nachmachen kann man diese Entscheidung aber kaum empfehlen. Die meisten Abbrecher müssen beim Berufsstart um Anerkennung kämpfen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-896883.html
  1. #1

    Karriere ohne Uniabschluss

    Das kenne ich gut. Habe vor vielen Jahren während meines Jurastudiums in einer Werbeagentur als Berater angefangen. Das Jurastudium dann geschmissen und im Marketingbereich einen erfolgreiche Karriere gemacht. Trotz allem blieb der Makel des nichtabgeschlossenen Studiums und unbewusst wohl immer der Rechtfertigungsdruck. Nach 10 Jahren hab ich dann beschlossen umzusatteln und mit 38 noch mal ein Unistudium angefangen. Dieses komplett eingenfinanziert und erfolgreich beendet. Es war das beste was ich tun konnte. Auch, wenn ich Heute würde ich jedem dazu raten abzuschließen. Auch
  2. #2

    Schön brav

    Wer sich aus kleinbürgerlichen Verhältnissen kommt und so sich kleinlich über Studienabschlüsse erregt, dass er sich für einen Studienabbruch schämt, sollte sich anschließend nicht wundern, dass er nicht sonderlich weit kommt. Wer immer brav alles richtig zu machen versucht, dem dürfte es ähnlich ergehen. Wer einen Sonderweg geht, und ein Studienabbruch ist ein Sonderweg, sollte sich nicht wundern, dass er bei Arbeitgebern mit klassischen Lebensläufen nicht ankommt. Viele meiner Bekannten haben ihre Studien abgebrochen. Nicht wenige darunter sind um ein Vielfaches erfolgreicher als die Mitglieder der Spiegelredaktion zusammen genommen. Früher nannte man so etwas Kleinbürgerblödheiten.
  3. #3

    Kulturelles Kapital

    Die meisten Abschlüsse sagen de facto wenig über Kompetenzen aus. Es handelt sich dabei nur um kulturelles Kapital welches den Besitzer eben in manchen Kreisen besser dastehen lässt. Wer weiche Fächer wie Soziologie oder Psychologie studiert wird auch mit Abschluss nicht unbedingt besser angesehen - Gerade in von bürgerlichen Vorurteilen durchdrungenen mittelständischen Unternehmen.

    Das wirkliche Problem am Abbruch ist die verschwendete Zeit und die möglichen Schulden durch Kredite/Bafög. Ausbildungsplätze, gerade für Leute mit Abitur, sind rar und nach unten orientieren möchte man sich auch nicht wirklich. Für jeden Studienabbrecher der mit 25 auf den Ausbildungsmarkt möchte gibt es 10 ähnlich qualifizierte, jüngere Bewerber.

    Lebenserfahrung ist kein Alleinstellungsmerkmal, gerade bei Studenten nicht. Die sind nämlich was "echte Arbeit" anbelangt die letzten Jahre auch auf der Stelle getreten. Oder (Thema Helikoptereltern) vor jedweder negativen Erfahrung bewahrt worden. Auf der Ebene also noch Kinder.
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Studienabbruch muss nicht das Ende aller beruflichen Träume bedeuten, das zeigen Beispiele von Prominenten von Bill Gates bis zu René Obermann. Zum Nachmachen kann man diese Entscheidung aber kaum empfehlen. Die meisten Abbrecher müssen beim Berufsstart um Anerkennung kämpfen.

    Wie Studienabbrecher um Anerkennung kämpfen - SPIEGEL ONLINE
    Soso, ein abgebrochenes Studium ist also ein Makel? Man muss schon in einer mental sehr kleinen Welt leben, um so zu denken.
  5. #5

    Was sind denn...

    Zitat von arimahn Beitrag anzeigen
    Die meisten Abschlüsse sagen de facto wenig über Kompetenzen aus. Es handelt sich dabei nur um kulturelles Kapital welches den Besitzer eben in manchen Kreisen besser dastehen lässt. Wer weiche Fächer wie Soziologie oder Psychologie studiert wird auch mit Abschluss nicht unbedingt besser angesehen - Gerade in von bürgerlichen Vorurteilen durchdrungenen mittelständischen Unternehmen.
    ...sogenannte "weiche" Fächer? Ein MINT-Studium ist "hart" und deswegen gegen alle bürgerlichen Vorurteile immun oder wie ist das zu verstehen?
  6. #6

    Zitat von lecon Beitrag anzeigen
    ...sogenannte "weiche" Fächer? Ein MINT-Studium ist "hart" und deswegen gegen alle bürgerlichen Vorurteile immun oder wie ist das zu verstehen?
    BWL ist nicht ohne Grund Volkssport (obwohl das eigentlich auch kein schweres Studium ist, zugegeben).

    Noch nie die Situation gehabt gefragt zu werden oder zu fragen "Was macht man eigentlich mit <Soziologie/Erziehungswissenschaften/Interkultureller Kommunikation>?" Für Arbeitgeber wird die Antwort meist ziemlich unbefriedigend sein. Mathe, BWL, sowas verstehen die Leute, da sind die Kompetenzen klar.

    Und es stimmt ja auch. Geisteswissenschaften bieten sehr oft nur wenig beruflich verwertbare Themen. Dass die Methodenausbildung in MINT meist weit in den Hintergrund gerückt wird scheint niemanden zu stören.
  7. #7

    optional

    Ich kenne diese Bedenken aus eigener Erfahrung, da ich mein Informatikstudium ebenfalls nach relativ kurzer Zeit abgebrochen habe und über zwei Praktikas in einer Festanstellung im Medienbereich gelandet bin. Jetzt ist dieser Bereich vielleicht nicht gerade bekannt dafür, sehr viel Wert auf ein Studium zu legen, trotzdem habe ich es noch nie erlebt, dass ein Kunde sich für meinem Abschluß interessiert hat. Welcher Kunde lässt sich denn bitte einen Lebenslauf von seinem Dienstleister vorlegen? Ich verantworte nicht nur Budgets im siebenstelligen Bereich, sondern habe auch Personalverantwortung für bis zu 50 Angestellte. Es soll mir also bitte keiner sagen, dass es auf die größe der Projekte ankommt...
    Bei mir persönlich die Sorge darum keinen Abschluß zu haben, dem eher stolzen Gefühl gewichen einen etwas unkonventionellen und nicht zuletzt deshalb erfolgreichen Weg gegangen zu sein. Das mag nicht in allen Branchen klappen aber da wo es geht, und das zeigen ja die im Artikel genannten Beispiele, ist falsche Scham sicherlich nicht angebracht.
  8. #8

    "die den Sinn des Studiums nicht mehr sehen"

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Studienabbruch muss nicht das Ende aller beruflichen Träume bedeuten, das zeigen Beispiele von Prominenten von Bill Gates bis zu René Obermann. Zum Nachmachen kann man diese Entscheidung aber kaum empfehlen. Die meisten Abbrecher müssen beim Berufsstart um Anerkennung kämpfen.

    Wie Studienabbrecher um Anerkennung kämpfen - SPIEGEL ONLINE
    Das passiert nur intelligenten Theologiestudenten.
    Der Rest hat es nicht gerafft und ist zu stolz das gegenüber sich selbst und anderen einzugestehen. Irgendwann ist es eben zu spät, die Bücher aufzuschlagen.

    Sozialarbeiter, ich lach mich tot, welcher übertriebene Zyniker hat da das "arbeiter" eingefügt? Das sind für mich die schlimmsten Sozialschmarotzer, diese angeblichen Sozialmenschen, die doch nur für sich selbst arbeiten (!), nicht die arbeitsfaulen H4-Empfänger! Der Staat sollte die Milliarden für die Sozialarbeiter den Steuerzahlern zurückzahlen oder den Wohlfahrtsempfängern drauflegen, wären wenigstens 200€ im Monat.
    Das wird aber niemals geschehen, da die Sozialschmarotzerindustriebeschäftigten hierzulande die mit Abstand größte Lobby haben, die gesamte SPD, die Grünen, die Piraten, die Linken und ein großer Teil der CDU. So lässt es sich leicht umverteilen ohne Rücksicht auf die Opfer! Das ist keine Politik mehr, das ist ein Genozid an der werktätigen Bevölkerung! Tiefstes feudales Mittelalter. Und die hohlen Bürger wollen noch höhere Steuern. Und wer soll euch Berlinern die bezahlen, wenn alle nicht beim Staat angestellten Gutverdiener ausreisen und wegsterben?

    Wenn der Staat seine Ingenieure so zusammendrischt, dass die weniger verdienen als die komplett arbeitslose Familie von nebenan (zwei Erwachsene, zwei erwachsene Kinder), dann muss man nicht zwingend ein Prophet sein, um die Zukunft zu erraten aber man muss zwingend ein Idiot sein, wenn man sich für ein Ingenieurstudium entscheidet! Ausblick ungenügend.

    Unter Tamerlan war es kaum schlimmer!
  9. #9

    Schicksal

    Zitat von istdochallesnichtwahr Beitrag anzeigen
    Ich kenne diese Bedenken aus eigener Erfahrung, da ich mein Informatikstudium ebenfalls nach relativ kurzer Zeit abgebrochen habe und über zwei Praktikas in einer Festanstellung im Medienbereich gelandet bin. Jetzt ist dieser Bereich vielleicht nicht gerade bekannt dafür, sehr viel Wert auf ein.....
    Es ist ein Einzelschicksal. Sie hatte vielleicht auch etwas Glück so eine Position zu bekommen. Ich kenne auch einige Leute, die nach der Ausbildung sehr erfogreich geworden sind, es sind aber nun mal nicht alle.
    Als im mein Studium zum Wirtschaftsinformatiker angefangen habe, waren wir mehr als 100 Leute, zum Ende sind knapp 20 übrig geblieben. Glauben Sie, dass die Abbrecher, außer, die die ein anderes Studiumanfangen angefangen haben, so erfolgreich werden, wie Sie?

    Ich hatte auch das Gefühl, dass es einige gab, die dachten, dass man allein durch das Studium zu einem Fachmann wird. Man hatte sozusagen keine Eigeninitiative und kein Interesse mitgebracht und dachte es kommt einfach mit der Zeit.
    Genauso frag ich mich, ob die Leute bereits vor dem Studium alles wissen und das Studium nur wegen den Zeugnissen machen?
    Das alles ist nur meine persönliche Meinung, wobei ich die engstirnige Aussagen von anderen Kommentaren nicht nachvollziehen kann.