Homosexuelle im Job: "Es gibt Zweckehen im Top-Management"

DPAEines der letzten Tabus in den Führungsetagen vieler deutscher Firmen lautet: Homosexualität. Wie schwule Manager arbeiten, welche Vorurteile in Büros grassieren und wann ein Outing heikel werden kann, erzählt Bernd Schachtsiek vom größten Netzwerk schwuler Führungskräfte.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-896365.html
  1. #1

    Aus Herrn Bernd Schachtsiek

    spricht eine tiefe Weisheit. Meinen Respekt ihm und seinem Engagement. Bravo!
  2. #2

    Aufgeklärt, naja?

    Beförderung ist nicht wegen offen Schwul. Dann der dauernde Spruch der Kollegen "Dir sieht das ja gar nicht an" die wissen wohl nicht wie das ankommt, oder wenn vor allem die jüngeren Kollegen Fluchtartig die Toilette verlassen wenn an mal muss. Mein Freund hat sich in seiner Firma gleich gar nicht mehr geoutet so stark sind die Nachteile, und das im "fortschrittlichem" IT-Bereich. Man will ja als Mann behandelt werden und nicht als Mädel begrüßt werden, was selbst durch Vorgesetzte passiert. Beschweren zwecklos....
  3. #3

    "die sogenannte Homo-Ehe ist gemeinhin akzeptiert" das sehen viele komplett anderst....
  4. #4

    dagegen hilft nur

    Zitat von spot78 Beitrag anzeigen
    "die sogenannte Homo-Ehe ist gemeinhin akzeptiert" das sehen viele komplett anderst....
    das Theme auf den naächsten CSD richtig öffentlich machen!
  5. #5

    Interessantes Thema.

    Selbst als Mitarbeiterin der ach so toleranten Medienbranche, hab ich schon Anfeindungen mitbekommen, die an homosexuelle Mitarbeiter gerichtet waren (Zitat, gebrüllt durch ein Großraumbüro: "Oder kannst du das etwa nicht, du Schwuchtel!" Die schlimmsten Sprüche kamen aber von einem Schwulen, der sich im Büro nicht geoutet hatte! Der verteilte munter geschmacklose "Witzchen" über Homosexuelle. Und tat dann auch noch so, als sei er total an Frauen interessiert. Da ist man fassungslos!
  6. #6

    Gegenseitig den Rücken einseifen?

    Nachdem ich mich zum Beispiel bei meinen Sportfreunden im Verein geoutet hatte, ließ mich keiner mehr seinen Rücken unter der Dusche einseifen. Obwohl wir das jahrelang wechselseitig so gemacht hatten.

    Hab noch von keinem Verein und keiner nicht-schwulen Mannschaft gehört, wo das üblich wäre ...
  7. #7

    nee, so bitte doch nicht...

    So ganz gefallen mir Ihre Aussagen nicht, Herr Schachtsiek,
    wen ich auch dafür bin, dass das Thema Homos. in Firmen kein Tabu mehr sein sollte.

    Ihr Satz; Sie ( die Menge der Firmeninhaber u. Geschäftsführer) haben erkannt, dass Vielfalt besser macht, impliziert das Homosexuelle etwas besonderes sind, sind sie nicht, bzw. sollten sie ja gerade nicht sein

    (übrigens auch keine ausländischen Mitarbeiter sollten es sein, denn wir sind alle Ausländer wenn wir über die Grenze gehen).


    Und genau das Gefühl der Besonderheit, was vermittelt wird von Homos. ist es, was vielen Menschen auf den Keks geht.

    Ich bin Ihrem Fall auch nicht mit der Aussage „drei Vätern und 1 Mutter“ einverstanden. Die Väter könnte man evtl. vermehren wenn sich der Erzeuger verdrückt hat.
    Die Freundin meines Vaters war seine Freundin, Punkt, als er sie geheiratet hat war sie meine Stiefmutter, Punkt. Was drückt Ihr Menschen immer den Kindern nur alles auf???

    Und meine Meinung hat nichts mit einer anderen Sexualität zu tun.

    Ihre Aussage; Ich bin zwar schwul, aber steh' echt nicht auf jeden --- kann ich bis hier mit einem Grinsen nachvollziehen, mit dem Nachsatz „Schaut euch doch mal an“ sind wir wieder beim Thema.
    Abgesehen von der Beleidigung wird mit diesem Satz verdeutlicht, dass homosexuelle sehr viel mehr auf die Figur, das Aussehen des Partners achten als Heteros.

    Ich glaube auch nicht, dass die persönliche Coming-Out-Phase Homos. teamfähiger, empathischer und kritischer macht. Damit geben Sie den Homos. ebenfalls wieder den Anschein des besonderen, ich persönlich erwarte diese Eigenschaften von jedem meiner Mitarbeiter.

    Laßt doch mal das Begehren nach etwas besonderem weg, denn genau das schwingt in Ihrem Interview durch, dann fällt es bestimmt vielen leichter mit Homosexuellen umzugehen.
  8. #8

    Zwangsgemeinschaft

    Im Beruf kann man sich seine Mitmenschen nicht aussuchen - da ist es durchaus sinnvoll nicht alles von sich preiszugeben. Damit erklärt sich auch, warum viele Schwule im privaten Alltag offen leben, im Beruf aber zumindest diskreter mit ihren Sexleben umgehen. Täte übrigens vielen Heteros und vor allem ihrer Umwelt (egal ob schwul oder hetero) auch gut. Ob Herr Müller vom Einkauf mal wieder voll das Weiber-Wochende oder sein neugeborenes Töchterchen Brechdurchfall hatte will meistens wirklich niemand wissen.
  9. #9

    Das eigene Verhalten...

    ... ist ja auch entscheidend.
    Ich habe mich geoutet und lebe und arbeite damit hervorragend in einer großen Bank in Frankfurt.
    Ein Kollege erklärt auf Nachfrage noch immer, er habe eine Freundin, obwohl er schwul ist. Wenn man mit Anfang 40 nicht einmal zu seiner eigenen Persönlichkeit stehen kann, ist das schon armselig. Wenn alle mit der Thematik selbstverständlich umgingen, gäbe es viel weniger Probleme.