Deutscher Filmpreis 2013: Junge, sind die lässig

DPADas deutsche Kino kann auch anders: Statt von seiner angestrengten oder bemüht komischen Seite präsentierte sich der hiesige Film bei der Lola-Verleihung in neuer Lässigkeit. Ganz großer Gewinner war das lakonische Zeittotschläger-Meisterwerk "Oh Boy".

http://www.spiegel.de/kultur/kino/de...-a-896888.html
  1. #1

    Ganz schlimm

    Ich fand es unglaublich gewollt komisch. Soviele Witze, die im Nichts verliefen. Florian David Fitz brachte unangenehme Sprüche, das Publikum schwieg. Am Schlimmsten waren die zwei Kinder, denen pseudo witzige Sprüche in den Mund gelegt wurden. Da hab ich mich fremd geschämt. Sowas spüre ich sonst nur bei Mario Barth.
    Schlimm.
  2. #2

    Ich finde das deutsche Kino gar nicht so schlecht. Mit vielen Filmen kann man sich identifizieren, was bei den ach so kompetenten US-Produktionen fast nicht möglich ist. Wenn man allerdings versucht, gewollt lässig und komisch aufzutreten, wirkt es nur lächerlich.
  3. #3

    Zitat von surecamp Beitrag anzeigen
    Da hab ich mich fremd geschämt. Sowas spüre ich sonst nur bei Mario Barth.
    Schlimm.
    Lässt sich bei letzterem ja ganz einfach durch die Aus-Taste vermeiden. Oder werden Sie gar vom Partnerlein dazu genötigt? In dem Fall vielleicht auch da noch mal über die Aus-Taste nachdenken ;)
  4. #4

    Zitat von oldsaxon Beitrag anzeigen
    Ich finde das deutsche Kino gar nicht so schlecht. Mit vielen Filmen kann man sich identifizieren, was bei den ach so kompetenten US-Produktionen fast nicht möglich ist.
    Darüber kann man streiten. In den US wird ein vielfaches produziert, klar dass auch da unglaublich viel Mist dabei ist. Aber es gibt auch tolle Sachen, die verdammt nah an der Realität sind. Wobei die Realität in Miami sicher eine etwas andere ist als in Magdeburg.
  5. #5

    Die Fernsehsendung: eine Katastrophe. Der Gewinnerfilm: eine Hoffnung

    Wer immer beim ZDF das verantwortet: Der Betreffende sollte den Hut nehmen und sich überlegen, zukünftig Schmalfilme mit einer Klebepresse zusammenzustellen. Im Ernst: Selten habe ich im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eine dermaßen schlecht geschnittene Sendung gesehen. Das Paradoxe: Die Schnitte schienen zum Ende der Sendung - also zu den Hauptpreisen hin - immer extensiver zu werden, so dass die Laudatoren schließlich länger zu reden schienen als die eigentlichen Preisträger. Wie kann man Werner Herzog so verstümmeln?? - Und auch sonst hatte man verschiedentlich den Eindruck, dass sich der Sender eher unvorteilhaft in die Programmgestaltung eingemischt haben muss. Aber was kann man als dem Gebührenfernsehen Ausgelieferter schon tun: nichts. Es ist ein Staat im Staat - und damit praktisch unfehlbar wie der Papst.

    Sehr schön dafür der Preisträgerfilm "Oh Boy", der tatsächlich die Qualitäten besitzt, die dem Kino deutscher Provenienz meistens abgehen: Er ist unverkrampft, er "will" nicht andauernd etwas - und gerade deshalb trifft er ins Schwarze. Nebenbei ist er auch noch ästhetisch stimmig, weil hervorragend fotografiert, und zeigt das vermeintlich so hippe Berlin in Bildern, die man sonst so nicht zu sieht. Bei allem Respekt vor anderen Leistungen Tom Tykwers: Das ist der Unterschied zwischen einem guten Film - und einem Film, der wie "Cloud Atlas" so verzweifelt und bewusst gut und anders sein möchte, dass er in diesem Bestreben mit Tempo 200 gegen die Wand rast und einen erstaunlichen Verkehrsunfall abgibt. Kreativität hat nichts mit production values zu tun, auch nicht mit Wollen (und damit letztlich Leistung, was irrtümlich viele glauben) - dafür aber ziemlich viel mit Loslassen.
  6. #6

    Deutsche Filme, nur noch zum Abschalten

    Spätestens nach 5 Minuten schreit eine Schauspielerin Frau einen wenigmännlichen Kollegen an.

    Aus volkserzieherischen Gründen. Frauen sollen sich gefälligst in Zukunft benehmen wie die Furien, die dieses Genre heute als Normalität zeigt.
  7. #7

    nervöse Lachnummer, schlechte Beleuchtung, Aufbau im Saal

    wie Hühner auf der Stange... wer fühlt sich denn da wohl, ist locker und entspannt... das tat beim (dann doch nur kurzen) Zuschauen direkt weh...
    Schade um den teilweise doch hervorragenden deutschen Film, in der Art der Präsentation konnte die Veranstaltung ihm nicht das Wasser reichen. An der reizenden Moderatorin lag es sicher nicht.
  8. #8

    Wenn Qualität auch lakonisch sein darf.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das deutsche Kino kann auch anders: Statt von seiner angestrengten oder bemüht komischen Seite präsentierte sich der hiesige Film bei der Lola-Verleihung in neuer Lässigkeit. Ganz großer Gewinner war das lakonische Zeittotschläger-Meisterwerk "Oh Boy".

    Deutscher Filmpreis 2013: Sechs Lolas für "Oh Boy" - SPIEGEL ONLINE

    Barbara Sukowa, einfach GENIAL in einer so anspruchsvollen Rolle.
    Hannah Arendt können wir in voller Ruhe weiter verewigen.

    „Oh Boy“: Die beste Entscheidung der Deutschen Filmographie in den letzten Jahren.
    Ich habe oft genug diesen Film -samt dem großartigen Tom Schilling- in meinen SPON Kommentaren gelobt und kann nicht damit aufhören.
    Diese gelungene Symbiose zwischen Drehbuch, Regie und Schauspielern ist eine Kostbarkeit, die langsam zu genießen ist.

    Geherter Herr Buß, Sie sagen -ich zitiere:
    (…) Es ist, als ob da gleich der junge Charles Aznavour und der junge Maurice Ronet aus den Kulissen flaniert kommen würden. Nouvelle-Vague-Atmo beim deutschen Filmpreis, wer hätte so was für möglich gehalten.(…)
    Ein sehr subtiler, aber entscheidender Unterschied ist doch
    bei „Oh Boy“ festzustellen:
    In diesem Film wird es weder mit Wörtern überschwemmt noch „skurrilisiert“.
    Dieser Film ist ein Juwel mit eigener Leuchtkraft.
    Hier sind die minimalistischen Gesten und die spärlichen Dialoge das gelungene Schleifen dieses Juwels. Und Tom Schilling ist ein Meister solcher ungeschliffenen Gestalten. Er schleift und schleift an seinen Figuren mit einer so stillen Leichtigkeit, die den Zuschauern fast unbemerkbar bleibt, und gerade dann, fängt Kunst zu wirken an.

    Das wunderbare, lakonische Drehbuch konnte ihre Poesie und Glaubwürdigkeit besonders durch Schilling an Glanz gewinnen.
    Ein anderer Schauspieler hätte die EXQUISITE ZERBRECHLICHKEIT dieses „Meisterwerks in Miniatur“ womöglich kaputt machen können.
    So ein Glück für das junge, deutsche zeitgenössische Kino, dass gerade das -dank Tom Schilling- nicht passieren konnte.
  9. #9

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das deutsche Kino kann auch anders: Statt von seiner angestrengten oder bemüht komischen Seite präsentierte sich der hiesige Film bei der Lola-Verleihung in neuer Lässigkeit. Ganz großer Gewinner war das lakonische Zeittotschläger-Meisterwerk "Oh Boy".

    Deutscher Filmpreis 2013: Sechs Lolas für "Oh Boy" - SPIEGEL ONLINE
    Kein Wunder, dass cloud Atlas gefloppt ist. Der Film an sich ist eigentlich ziemlich gut. Gut gemacht, gute Besetzung usw.
    Leider muss man diesen aber mehrfach schauen, um ihn in Gänze zu verstehen. Das dürfte die meisten kinozuschauer überfordert haben.
    Schade eigentlich...