Wirbel um Kinderbuchheldin: Carlsen streicht Amazon-Passage aus "Conni"-Buch

Dagmar HoßfeldWeil Conni, Hauptfigur der erfolgreichen Kinderbuchreihe, im neuen Band einen Amazon-Gutschein geschenkt bekommt, laufen Buchhändler Sturm. Nun gibt der Carlsen Verlag nach und streicht den Namen des Online-Händlers. Es gibt allerdings noch bekanntere Bücher, in denen Amazon vorkommt.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-896592.html
  1. #1

    "Der verdiente Untergang der Buchhändler", nächstes Kapitel!!!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Weil Conni, Hauptfigur der erfolgreichen Kinderbuchreihe, im neuen Band einen Amazon-Gutschein geschenkt bekommt, laufen Buchhändler Sturm. Nun gibt der Carlsen Verlag nach und streicht den Namen des Online-Händlers. Es gibt allerdings noch bekanntere Bücher, in denen Amazon vorkommt.

    Carlsen streicht Amazon aus Conni-Buch - SPIEGEL ONLINE
    "Product Placement" könnte natürlich auch mal ein Problem für Bücher werden, aber die Sachlage liegt hier sicher anders. Amazon ist Teil unserer Alltagskultur, sie haben es geschafft, und sie haben es verdient.

    Wenn die Buchhändler ihren Untergang mit solchen Aktionen beschleunigen wollen, nur zu!!!
  2. #2

    Es gibt in Deutschland eine Buchpreisbindung dh. Amazon darf Bücher auch nicht billiger verkaufen als der Buchhändler um die Ecke, also was soll das Theater ?
  3. #3

    Sommerloch...

    ...oder was will uns diese Werbesendung sagen? Als wenn es nichts wichtigeres gibt...
  4. #4

    Remittende

    Das Zauberwort heißt Remittende – wenn der Buchhandel den Murks gescchlossen zurücksendet, erlaubt sich der Verlag so etwas nicht mehr.
  5. #5

    Zensur gegen einen Monopolisten

    "Eine üble Wendung ist der anderen wert", wie Saruman sagt. So unerträglich das Monopol von Amazon inzwischen ist (i.e. Abebooks, ZVAB, etc.), es rechtfertigt wohl kaum diese Art von Zensur. Wenn Literatur auf derlei Be- und Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen soll, wird es seltsam. Dass Carlsen hier einknickt, ist kein gutes Signal!
  6. #6

    Zitat von max-mustermann Beitrag anzeigen
    Es gibt in Deutschland eine Buchpreisbindung dh. Amazon darf Bücher auch nicht billiger verkaufen als der Buchhändler um die Ecke, also was soll das Theater ?
    Anders als "der Buchhändler um die Ecke" zahlt Amazon hierzulande kaum Steuern, obwohl Milliarden umgesetzt und die Infrastrukturen, die wir alle finanzieren, eifrig genutzt werden. Zudem nutzt Amazon seine monopolartige Marktmacht, übermäßige Rabatte bei Verlagen zu erzwingen, was letztlich dem gesamten Gefüge schadet. Z.B. wieviel Geld da ist, um Autoren, Übersetzer, Lektoren, Grafiker und Verlagsangestellte zu bezahlen. Es ist das Discounter-Prinzip.
  7. #7

    optional

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Weil Conni, Hauptfigur der erfolgreichen Kinderbuchreihe, im neuen Band einen Amazon-Gutschein geschenkt bekommt, laufen Buchhändler Sturm. Nun gibt der Carlsen Verlag nach und streicht den Namen des Online-Händlers. Es gibt allerdings noch bekanntere Bücher, in denen Amazon vorkommt.
    Wollen die Buchhändler die Kundschaft zu Amazon treiben? Oder wie soll man sowas verstehen? Werden künftig auch Bücher umgeschrieben/boykottiert, in denen die handelnden Personen nicht einfach "Mineralwasser" trinken sondern z.B. "San Pellegrino"? Oder nicht einfach ein "Süssgetränk" sondern "Cola"? Nicht einfach ein Auto fahren, sondern eine ganz bestimmte Marke? Einfach weil dann die Händler anderer Marken Sturm laufen gegen die Nennung des Namens der Konkurrenz? Und wie kommt der Verlag dazu, auf so einen Quatsch einzugehen? Hat die Autorin zugestimmt? Und müssen jetzt "Buchgutscheine" verschenkt werden oder dürfen es noch "Gutscheine eines Online-Buchhändlers" sein? Das kann ja spannend werden. Wenn sich die Buchhändler mit diesem Affentheater mal nicht ins eigene Knie geschossen haben... Wieso sollte man noch bei jemanden Bücher kaufen, der sich dermassen aufführt?
  8. #8

    Leider ...

    ... bin ich aus dem Alter raus, dass ich mich für "Conni"-Bücher interessieren könnte. Und, um es vorweg zu nehmen, ich habe auch keinen Buchhändler in meiner Familie, noch bin ich selber einer. Also über jeden Verdacht erhaben.
    Der "Conni"-Autorin sollte man zumindest mangelnde Sensibilität unterstellen, nicht jeder Fauxpas in dieser Richtung ist gleich "Product Placement" - das sollte man gar nicht unterstellen. Der Fehler lag eindeutig beim Lektorat des Verlages, leider zu spät bemerkt, dann aber reagiert. Es ist absolut richtig, dass diese "Conni"-Folge überarbeitet wird.
    Und die Buchhändler kann ich nur zu gut verstehen. Oder würden Sie es dulden, wenn jedem Spiegel-Exemplar ein Gutschein von ... na, ich sag's nicht! ... beiliegen würde?
  9. #9

    Zitat von kannmanauchsosehen Beitrag anzeigen
    "Product Placement" könnte natürlich auch mal ein Problem für Bücher werden, aber die Sachlage liegt hier sicher anders. Amazon ist Teil unserer Alltagskultur, sie haben es geschafft, und sie haben es verdient.

    Wenn die Buchhändler ihren Untergang mit solchen Aktionen beschleunigen wollen, nur zu!!!
    Derartig grenzwertige Kommentare betrachte ich als unbegründete Stimmungsmache. Wieso beschleunigen die Buchhändler mit dem Vorgang Ihren Untergang ? Der Carlsen-Verlag hat enorm von HP profitiert und dabei auch vom starken Engagement der (kleinen) Buchhandlungen. Der Buchhandel darf also von seinem Partner Carlsen schon eine gewisse Rücksichtname erwarten. Wenn Carlsen nur noch über amazon verkaufen will, sollte es einmal sich anschauen, wer was umsetzt. im Ergebnis wird Carlsen verlieren.

    Bitte verschaffen Sie mir Zugang zum Sinn Ihres Kommentars.