Bangladesch: Viele Tote bei Einsturz von Textilfabrik

Ein achtstöckiges Fabrikgebäude in Bangladesch ist eingestürzt. TV-Sender in Bangladesch berichten von mindestens 70 Toten und mehr als 300 Verletzten. Die Firmenbesitzer hätten offenbar eine Warnung missachtet, keine Arbeiter hinein zu lassen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-896171.html
  1. #1

    Aha

    Wirklich interessant wäre es doch wie immer zu wissen, werd dort produziert hat!
    Die armen menschen!!
  2. #2

    Gier

    letztlich eine Folge der Gier auf verschiedenen Ebenen. (Wir) Konsumenten sind nicht bereit ein paar Euro mehr für Kleidung auszugeben, damit sie unter einigermassen menschenwürdigen und sicheren Bedingungen produziert werden kann. Selbst wenn diese Bereitschaft da wäre, was sie mehr und mehr zu sein scheint, sind da die Händler, allen voran die großen Ketten, die dieses Geld nicht an ihre Zulieferer weiterreichen würden. Stattdessen würde es vermutlich in Marketing investiert, um den Absatz und den Gewinn für die Shareholder zu maximieren. Die Zulieferer reichen die Aufträge auch oft weiter, und zwar an den Unternehmer in Bangladesch, China oder sonstwo, der den günstigsten Preis macht.

    Ein möglicher Ausweg wäre eine dokumentierte, transparente Handelskette, rückverfolgbar bis zur einzelnen Näherin. Technisch absolut kein Problem, müsste nicht einmal teuer sein...
  3. #3

    Was soll man dazu sagen?

    Takko, H&M, Zara, C&A, Benetton, Joop, Benzin, Diesel ... und wie sie alle heissen ... traurig.
  4. #4

    Das ist der Preis für die Billigklamotte

    Jetzt werden wieder alle "total betroffen" sein, die schrecklichen Arbeitsbedingungen anprangern und betonen, wie sehr doch der böse Verbraucher schuld sei, weil er bei H&M, Primark und KIK T-Shirts für 5 EUR kauft und Jeans für 9 EUR. Das ist die eine Wahrheit. Die andere Wahrheit ist, dass es kaum fair gehandelte Textilien gibt. Selbst Edelmarken wie A&F, Hilfiger, Hollister und wie sie alle heißen mögen, lassen in diesen Billigklitschen in Bangladesch fertigen. Die immensen Gewinnmargen stecken sie sich in die Tasche, in Glitzerkampagnen und Sponsoring - das macht natürlich ein super Imagae, wenn man daheim in den USA Suppenküchen, Bildungsinitiativen und sonstwas für die armen Unterpreviligierten der Wohlstandsgesellschaft fördert.

    Das die noch Unterpreviligierteren in den Schwellenländern faktisch umgebracht werden durch dieses Geschäftsgebaren - ach, das sind die Kollateralschäden der Globalisierung. Die sieht man ja nicht so deutlich wie die Obdachlosen im Tenderloin von San Francisco. Es müssen EU-Regeln her, und zwar sofort. Diese müssen die Produktionsbedingungen definieren und die Mindestlöhne, alles andere gehört mit einem Importverbot belegt, ähnlich wie Hehlerware.

    Freiwillige Selbstkontrolle? Zum Totlachen! Selbstgestrickte Qualitätssiegel der Industrie? Augenwischerei, Greenwashing. Es geht nicht anders, man muss die zwingen, notfalls mit hohen Geldstrafen. Eine andere Lösung wären Strafzölle für jede Hose und jedes T-Shirt, mit denen Herr Niebel (ach, Mist, ausgerechnet der.. aber was will man machen?) höhere Standards in den Produktionsländern finanzieren könnte.
  5. #5

    ...schaut mal nach...

    ...in Euren Shirts, in welchem verarmten Teil Asiens dieses produziert wurde!
  6. #6

    Gier schlimmer als Bomben

    Womit mal wieder gezeigt wird, daß kapitalistische Gier so unmenschlich und tödlich ist wie Bombenanschläge.

    Übrigens: Menschen sind - auch in Bangladesch - KEINE Dutzendware! Warum immer solche Formulierungen?
  7. #7

    Steht....

    Zitat von mannda Beitrag anzeigen
    ...in Euren Shirts, in welchem verarmten Teil Asiens dieses produziert wurde!
    ....leider nicht drauf...oder ist da bei Ihnen ein Schild eingenäht?
  8. #8

    Sind Sie sicher?

    Zitat von alsoso Beitrag anzeigen
    Takko, H&M, Zara, C&A, Benetton, Joop, Benzin, Diesel ... und wie sie alle heissen ... traurig.
    War mir nicht bekannt, dass die teuren Marken auch in Bangladesch hergestellt werden. Ich dachte Joop & Co hätten das wegen dem hohen Verkaufspreis ihrer Produkte nicht nötig.

    Ich stimme den Forumskollegen zu, die den hierzulande vorherrschenden Drang zu Niedrigstpreisen mit verantwortlich für jene Zustände machen, die zu diesem Unglück geführt haben. Allerdings tragen wohl auch die Inhaber der Fabrik eine gehörige Mitverantwortung, weil sie offensichtlich die Warnungen der Behörden missachtet haben. Bin gespannt, was das für Konsequenzen für sie haben wird. Immerhin sprechen wir hier von 70 Toten und vielen Verletzten.
  9. #9

    Geiz ist geil

    Zitat von butsu Beitrag anzeigen
    letztlich eine Folge der Gier auf verschiedenen Ebenen. (Wir) Konsumenten sind nicht bereit ein paar Euro mehr für Kleidung auszugeben, damit sie unter einigermassen menschenwürdigen und sicheren Bedingungen produziert werden kann.
    So sieht's aus. Solange Geiz immer noch so geil ist wie momentan und Hinz und Kunz zum KIK rennt, wird sich das auch nicht ändern.