Vergessene Krankheit Endometriose: Wenn die Periode zur Qual wird

CorbisHeftige Periodenschmerzen krümmen den Körper, die Lust am Sex kann vergehen: Eine schwere Endometriose raubt Lebensqualität. Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber sie lässt sich stoppen - vorausgesetzt, sie wird diagnostiziert. Doch das kann Jahre dauern.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-893801.html
  1. #1

    Pms?

    Warum zum Henker wird am Ende des Artikels eine Infobox zum PMS eingeblendet, wo der Artikel selbst doch sagt dass man Endometriose gerade NICHT mit PMS verwechseln, also fehldiagnostizieren sollte?
  2. #2

    ---- "Manchmal waren die Schmerzen vor und zu Beginn der Periode so schlimm, dass ich mich hinlegen musste und eine Schmerztablette einnahm", erzählt die 30-jährige Silvia Meidel*. ----
    Die meisten Frauen mit einer Endo werden darüber müde lächeln. Aus dem "manchmal" bitte ein "jedes Mal" machen und "ich bin alle vier Wochen zwei Tage arbeitsunfähig" einschieben, dann sind wir näher an der Wahrheit.
    Der Autor hat vergessen, die in ca. der Hälfte der Fälle mit einhergehende Unfruchtbarkeit zu erwähnen, die wohl das Schlimmste an der ganzen Erkrankung ist (und wegen welcher die meisten Endos erst entdeckt werden).
    Bauchspiegelung schön und gut, ein MRT zuvor kann auch schon einiges zu Tage fördern. Da muss man nicht gleich in Vollnarkose unters Messer, wenn der Versacht nicht erhärtet ist.
  3. #3

    Leider ein sehr oberflächlicher Artikel

    Schade, dass der Artikel das Problem hier nur anreißt und ein paar Fakten verschweigt.
    a) aus eigener Erfahrung weiß ich, dass eine Bauchspiegelung in vielen Fällen nur eine vorrübergehende Lösung ist. Bei vielen Frauen kommen innerhalb kürzester Zeit die Herde und damit die Schmerzen wieder.
    b) wenn ich den Eingangssatz lese, kann ich nur bitter lachen - bei schweren Endometriosefällen ist es mit "einer" Schmerztablette nicht getan. Ich selber habe eine Zeitlang während der ersten 14 Tage im Zyklus nur mit täglich mehreren Schmerztabletten überlebt, weil ich ansonsten nicht ansatzsweise "funktionsfähig" gewesen wäre. Endometriose-Schmerzen sind keine "besseren Kopfschmerzen" wie es hier geschildert wird; diese Schmerzen können wahrlich mörderisch sein.
    c) schade, dass hier auch mal wieder verschwiegen wird, dass Endometriose einer der Hauptgründe ist, weshalb es später zu einer ungewünschten Kinderlosigkeit kommt
    d) denn einzigen Rat, den die Schulmedizin hat ist leider die Bauchspiegelung - ich würde aber allen Betroffenen empfehlen alternative Wege einzuschlagen. Mir hat die Chinesische Medizin und auch die Homöopathie sehr viel Lebensqualität zurückgeben können.
    e) Eine italienische Studie hat gezeigt, dass Frauen, die sich vegetarisch ernähren deutlich seltener unter Endometriose leiden. Für mich war dieser Hinweis die Rettung!!! Aber immer wenn ich das einem Schulmediziner erzähle gucken die mich nur sehr zweifelnd an. Vielleicht ließt ja die eine oder andere Betroffene auch diesen Kommentar im Forum und ich kann auf diesem Weg die Info ein wenig verbreiten.
  4. #4

    bin früher vor schmerzen ein paar mal in ohnmacht gefallen, wie meine mutter schon.. seit der pille isses weg. Da bin ich wirklich froh...
  5. #5

    Kinderwunsch

    Zitat von cincinna Beitrag anzeigen
    .
    Der Autor hat vergessen, die in ca. der Hälfte der Fälle mit einhergehende Unfruchtbarkeit zu erwähnen, die wohl das Schlimmste an der ganzen Erkrankung ist (und wegen welcher die meisten Endos erst entdeckt werden).
    Ja, der latente Vorwurf, ein egoistischer Mensch zu sein, der jeden Anspruch auf Rente verwirkt, weil man keine Kinder hat, macht die Krankheit noch "schöner". Jahrelang habe ich das Thema umschifft, jetzt sage ich, dass der liebe Gott es wohl nicht für mich vorgesehen hat und wie schade das wäre. Dann wechselt der eben noch abfällige Blick in beschämt, denn letztendlich ist Kinder bekommen oder haben doch eine sehr intime Angelegenheit.

    Ich hatte viel Glück, dass ich schon sehr früh die Diagnose erhielt und sich daran auch die Therapien ausrichteten. Dennoch, es gibt so viele unfähige und unsensible Frauenärzte, bei denen ich mich schon frage, warum die sich ausgerechnet für diesen Beruf entschieden haben. Noch ganz jung wollte man mir die Gebärmutter entfernen, Aussagen wie "Sie haben da ein ganz schönes Problem" im Bauch helfen auch nicht wirklich.

    Lange Rede, kurzer Sinn. Es ist eine Frauenkrankheit und daher uninteressant für die Medizin. Mit Viagra lässt sich halt mehr verdienen.
  6. #6

    optional

    Vor über 35 Jahren musste sich meine Frau (sie hatte ihre Arbeit abgebrochen, sich krank gemeldet und war vor Schmerzen heulend sofort zum Gynäkologen gefahren) vom Arzt sagen lassen: "Stellen Sie sich nichtg so an; Sie sind halt eine Frau und da tuts halt alle vier Wochen weh."

    Auf mein Drängen hin wechselte Sie den Arzt - und lag ein paar Wochen später auf dem OP-Tisch!

    Es scheint da auch eine gewisse erbliche Veranlagung zu geben, denn auch unsre Tochter musste im ungefähr gleichen Alter unters Messer. Fast überflüssig zu sagen, dass auch meine Schwiegermutter (allerdings erst in etwas höherem Alter) davon betroffen war.
  7. #7

    schlimm, schlimmer ...

    Zitat von cincinna Beitrag anzeigen
    ---- "Manchmal waren die Schmerzen vor und zu Beginn der Periode so schlimm, dass ich mich hinlegen musste und eine Schmerztablette einnahm", erzählt die 30-jährige Silvia Meidel*. ----
    Die meisten Frauen mit einer Endo werden darüber müde lächeln.
    Ja, über diesen Satz im Artikel habe ich mich auch gewundert. Ich weiß zwar nichts von Endometriose, aber diese Art von Schmerzen kann auch schon bei einer normalen Periode auftreten, vor allem, wenn (noch) keine Pille genommen wird. Stehen und sitzen unmöglich: Ich habe mich mal in der Schule mit Tränen in den Augen auf einen Tisch gelegt, und es war mir sch*egal, wie peinlich das war.

    Ich gehe davon aus, dass die Schmerzen bei einer Endometriose schlimmer sind.
  8. #8

    man kann sich wirklich nur wundern

    Frauenärzte/Innen zeichnen sich öfter mal durch Unsensibilität und schnelle "Lösungen" durch Pillen oder OPs aus, das habe ich selbst und im Bekanntenkreis oft miterlebt-die meisten wären als Handwerker vermutlich besser dran. Frau muss sich ihre Ärzte wirklich gründlich aussuchen, am besten scheinen die (wenigen) antroposophischen Ärzte zu sein, die mir sehr empfohlen wurden.
  9. #9

    Reissaus kurz vor OP...

    ist mir Gott sei Dank gelungen. Wegen eines (nicht mal besonders grossen) Endometriose-Knotens im Kreuzbeibereich hatte ein Chefarzt in einem Mannheimer Krankenhaus eine OP vorbereitet - grosser Längsschnitt und Ankündigung, mit einem künstlichen Darmausgang aufzuwachen. Ich glaube, vor Angst oder irgendeiner Eingebung habe ich im Vor-OP, kurz vor Einleitung der Narkose, nein gesagt und nach dem "Ausschlafen" der Beruhigungsspritze das Krankenhaus verlassen. In der Uniklinik Heidelberg beglückwünschte man mich zu diesem Schritt. Es reichte, einige Zeit ein Hormonpräparat einzunehmen. Nie mehr ohne 2 - 3 Meinungen einem Eingriff zustimmen! Vielleicht operierte dieser Arzt einfach gerne...