Debatte über Boston-Attentäter: US-Politiker wollen Zarnajew Rechte entziehen

REUTERSIn den USA streiten Juristen und Politiker, ob der mutmaßliche Attentäter von Boston als Terrorist behandelt werden soll. Damit würde Dschochar Zarnajew unter anderem das Recht zu schweigen einbüßen. Doch derzeit ist unklar, ob er überhaupt wieder wird sprechen können.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-895656.html
  1. #1

    Das ist SPOn eine Nachricht wert:

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In den USA streiten Juristen und Politiker, ob der mutmaßliche Attentäter von Boston als Terrorist behandelt werden soll. Damit würde Dschochar Zarnajew unter anderem das Recht zu schweigen einbüßen. Doch derzeit ist unklar, ob er überhaupt wieder wird sprechen können.

    Boston: Streit über Behandlung Dschochar Zarnajews - SPIEGEL ONLINE
    Mörder werden von korruptem Regime (vielleicht) ihrer Menschenrechte beraubt!

    Demonstration am Montag in der Spiegel-Kantine!

    Bitte keine Schilder mit mehr als 2mx2m mitbringen! (Passen nicht in den Aufzug!)
  2. #2

    Was bitte?

    "Damit würde Dschochar Zarnajew unter anderem das Recht zu schweigen einbüßen. "
    Was genau soll das heißen? Wenn jemand hartnäckig schweigen will wird er gefoltert?...und wir nenen das mal lapidar: die bekommen dann eben keine Miranda Fanta, oder Apfelschorlerechte. Nö, das wäre eklatante Verletzung von Menschenrechten; oder hab ich da was falsch verstanden?
  3. #3

    @drchristian.wittig

    Und Sie entscheiden dann welche Mörder Grundrechte verdient hat und welcher nicht? *kopfschüttel*
    Ich bin froh in einem Land zu leben, in denen Menschen nicht einfach so mir nichts dir nichts elementare Rechte abgesprochen werden. Denn diese Menschenrechte hat jeder verdient, sei es Mörder, Dieb, Politiker, Bankangestellter oder der Nachbar von nebenan. Just my 50 cents...
  4. #4

    Allein die Diskussion beweist, dass wir es hier mit einem Gemeinwesen im Stadium der Vorzivilisation und mit Präriejustiz zu tun haben - die Anmassung dieses Staates, als Rechtsstaat zu gelten, ist mit Entrüstung und mit Hohn zurückzuweisen.

    Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist jemand Kriegsgefangener und nach den Regeln der Genfer Konvention zu behandeln, das dürfte hier aber ausscheiden. Oder jemand ist Beschuldigter im Strafverfahren: dann hat er unabhängig davon, ob ihm ein fahrlässiges Verkehrsvergehen oder mehrfacher Mord und Mordversuch und vielfache schwere und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird, alles Rechte eines Beschuldigten, wozu selbstverständlich das Recht auf einen Verteidger und das Recht zu schweigen gehören.

    Norwegen hat Breivik als Pflichtverteidiger den fähigsten Strafverteidiger gestellt, der im Lande aufzutreiben war; und das war richtig so, weil gelten muss: je schwerer der Tatvorwurf, desto besser muss der Verteidiger sein - und das beglaubigt das Land als wirklichen Rechtsstaat.

    Welch ein Unterschied...
  5. #5

    Das sind doch wieder politische Entscheidung die nichts ändern. Amerika hat soziale Probleme, die sind auf Dritte-Welt-Niveau. Todesstrafe oder den Menschen sämtlicher Rechte berauben machen die Sache nicht besser. Also es in Deutschland noch eine soziale Marktwirtschaft gab, war es hier auch wesentlich ruhiger. Das hat sich geändert und härtere Gesetze bringen gar nichts und was uns erwartet wenn wir so weiter machen, ein Blick über den Teich genügt. Menschen sind irgendwie dumm...
  6. #6

    Entzug des rechtes auf Anwalt und schweigen bedeutet recht auf Ausübung von Folter und der Grundsatz "unschuldig bis zum Beweis der schuld" gilt nicht !!
  7. #7

    Nix gut, Nix ungut

    Oh Gott. Seine Miranda Rechte nicht verlesen nun, nach 48 H muessen sie. Er ist US Buerger, seid 2 Jahren. Gegen Ihn lag vorher nichts vor. Ihn vor ein Militaer Gericht als auslaendischen Terroristen stellen zu wollen ist ein schwerer Rechtsbruch, mit dem sich sie unabhaengige Gerichtbarkeit selber versenken wuerde. Die Bundesrepublik, kein Land in Europa hat einen juristischen Streichelzoo, aber auch zum Glueck kein Guantanamo detention Camp inclusiv Folter und 11 Jahre Haft ohne Verfahren andauernd.......bewiesen ist Ihm schluessig noch nichts. Deshalb haben sie tausend Fragen. Den Grund kennen sie nicht. Miranda kann ausgesetzt werden damit die Befragung zur Selbstanklage werden kann. Nur er kann nicht rteden.
  8. #8

    Zitat von denkmal65 Beitrag anzeigen
    "Damit würde Dschochar Zarnajew unter anderem das Recht zu schweigen einbüßen. "
    Was genau soll das heißen? Wenn jemand hartnäckig schweigen will wird er gefoltert?
    In den USA (bzw. deren Militärstützpunkten in anderen Staaten) ja durchaus nicht unüblich. Nennt sich dann halt "verschärftes Befragen".
    ...und wir nenen das mal lapidar: die bekommen dann eben keine Miranda Fanta, oder Apfelschorlerechte. Nö, das wäre eklatante Verletzung von Menschenrechten; oder hab ich da was falsch verstanden?
    Grundsätzlich.
    Die bevorzugte Methode der USA bei solchen Befragungen um das Sprechen zu erzwingen scheint eher ein Übermaß an Flüssigkeit zu sein. Soweit bekannt wird da aber nur Wasser verwendet, keine Limonade.
  9. #9

    Zwei Kommentatoren - ein Gedanke

    Zitat von friedrich_eckard Beitrag anzeigen
    Allein die Diskussion beweist, dass wir es hier mit einem Gemeinwesen im Stadium der Vorzivilisation und mit Präriejustiz zu tun haben - die Anmassung dieses Staates, als Rechtsstaat zu gelten, ist mit Entrüstung und mit Hohn zurückzuweisen.

    Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist jemand Kriegsgefangener und nach den Regeln der Genfer Konvention zu behandeln, das dürfte hier aber ausscheiden. Oder jemand ist Beschuldigter im Strafverfahren: dann hat er unabhängig davon, ob ihm ein fahrlässiges Verkehrsvergehen oder mehrfacher Mord und Mordversuch und vielfache schwere und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird, alles Rechte eines Beschuldigten, wozu selbstverständlich das Recht auf einen Verteidger und das Recht zu schweigen gehören.

    Norwegen hat Breivik als Pflichtverteidiger den fähigsten Strafverteidiger gestellt, der im Lande aufzutreiben war; und das war richtig so, weil gelten muss: je schwerer der Tatvorwurf, desto besser muss der Verteidiger sein - und das beglaubigt das Land als wirklichen Rechtsstaat.

    Welch ein Unterschied...
    Sobald ich den Spiegelbericht gelesen hatte, wollte ich einen Beitrag schreiben, der mit den Worten "Allein die Dissussion beweist, dass es mit der Rechtsstaatlichkeit in den USA nicht gut bestellt ist". Es ist erfreulich, dass diese Ansicht noch von anderen geteilt wird, die offensichtlich ihre Zeit nicht an dumpfigen Stammtischen verbringen.