Aufklärung des Boston-Attentats: Das Terror-Puzzle

DemotixEin Verdächtiger tot, der andere schwer verletzt gefasst - doch es bleiben viele Fragen zu den Attentaten in Boston: Waren es Einzeltäter oder handelten die beiden aus Tschetschenien stammenden Brüder im Auftrag einer Terrororganisation? Die Ermittler tragen immer mehr verstörende Details zusammen.

http://www.spiegel.de/panorama/justi...-a-895573.html
  1. #1

    Einseitige Medienhypes.

    Warum berichtet nicht EIN Journalist von einem großen Fehlschlag. Sie wussten von den Sprengsätzen, haben den Marathon weiterlaufen lassen. Setzen Boston in einen Ausnahmezustand, kappen alle Bahnverbindungen und Flüge und gehen auf eine Manhunt! mit 9000+ Mann und Panzerwagen, wo nach dem Telefonanruf 5 Leute gereicht hätten und durchsuchen unerlaubterweise ganze Häuserblocks. Das! ist Terror. Wenn das wirklich das Anliegen war, haben diese Tschetschenen gewonnen.

    Ein Gigantischer Misserfolg.
  2. #2

    Gerechtigkeit

    Gerechtigkeit will der Vater. Für seine Söhne? Für die Toten? Für die Verletzten? Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte! Ich hoffe der Sohn überlebt und erhält vor einem ordentlichen Gericht seine verdiente Strafe.
  3. #3

    Die Bombenleger und "Terroristen"

    scheinen immer dümmer zu werden.

    Während frühere Fanatiker und "Verrückte" in den USA, wie der berüchtigte Una-Bomber
    Theodore Kaczynski
    noch ihre verquere Weltsicht (die eine gewisse innere "Logik" besass) in Form von Flugblättern und Schriften zur "Erklärung" ihrer Untaten unters Volk brachten, bleibt das Motiv dieses Bombenanschlags absolut im Dunkeln.

    Die Primitivität der Bomben (Schnellkochtöpfe) und der gewählte Sprengstoff sieht nach dilletantischen Einzeltätern aus.
    Bei zwei Personen mit möglichen Kontakten zum tschetschenischen Terrorismus wäre der Einsatz von "professionellem" Material zu erwarten gewesen.

    Ferner wäre bei einem Studenten der Elite-Universität, MIT, zu erwarten, dass das Ganze irgendein logisches Muster, einen Plan, ein Ziel hat.
    Völlig unklar bleibt, was mit den Bomben erreicht werden sollte.
    Kein Bekennerschreiben - Nichts.

    Das ist irgendwie rätselhaft.
    Bleibt abzuwarten, was der noch lebende zweite Verdächtige aussagen wird.
  4. #4

    Der Vater erklärte, er werde so schnell wie möglich in die USA reisen und versuchen, Gerechtigkeit für seine Söhne zu erreichen - wenn es sein muss auch vor dem Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte in Strasbourg. Noch ist völlig unklar, vor welchem Gericht sich Zarnajew wird verantworten müssen.
    Es ist immer wieder interessant, wenn Bürger aus der russischen Republik Tschetschenien oder aus ebenso wenig demokratischen Ländern im vorderen Orient den Finger heben und Demokratie und "Gerechtigkeit" einfordern, während im eigenen Land blanker Terror gegen Teile der Bevölkerung herrscht.

    Im Fall Boston wirkt es geradezu zynisch, wenn Gerechtigkeit gefordert wird für zwei Brüder, die im Verdacht stehen, mehrere Mitbürger getötet zu haben und noch viel mehr verletzt.

    Man bekommt den Eindruck, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die sehr viel eher bereit sind, zu fordern, was ihnen nach ihrer Meinung mindestens zusteht, als zu sich in ihrem Gastland zu integrieren.
  5. #5

    übertrieben

    Langsam nimmt die Anzahl der Artikel zum Anschlag in Boston übertriebene Ausmaße an - natürlich ist es schrecklich, was passiert ist. Und ja,wahrscheinlich würde ich mich auch besser fühlen, wenn ich wüsste, dass sich die Leute dafür interessieren, was mir passiert ist, wenn es in Deutschland so etwas passieren würde. Aber anderswo ereignen such beinahe täglich, bei denen deutlich mehr Menschen sterben. Und da gibts nicht mal einen Artikel (zum Vgl.: Zu diesem einen gab es gefühlte 30). Das ganze ist ein einziger Hype, der anfängt zu stören und zeigt, wie sehr es die Leute hier interessiert, wenn jemand im nahen Osten bzw. Amerika oder Europa stirbt.
  6. #6

    Kosakenwiegenlied

    Es ist eines der berühmtesten Gedichte des freiheitsliebenden russischen Dichters Michail Lermontow - sein "Kosakenwiegenlied" "Schlaf mein Bub, ich will dich wiegen, bajuschki baju..." von 1840. Und in der zweiten Strophe heißt es dann "Der Tschetschene schleicht am Strande, wetzt sein Messer gut, Bajuschki, baju". Es gehörte zum Liedgut des Wandervogels, dann der Hitlerjugend und wird auch heute im deutschsprachigen Raum geschätzt. In Rußland gehört es zum Standard ab der Grundschule. Man wußte also in Rußland ebenso wie in der übrigen europäischen Welt aufgrund der jahrzehntelangen Unterdrückungspolitik der Zaren und später Stalins im Nordkaukasus, dass die Tschetschenen ihrem Volk angetanes Unrecht weder vergessen noch verzeihen - niemals und niemandem, an keinem Punkt der Erde. Boston wird von der europäischen Geschichte eingeholt. Für den achtjährigen ermordeten Jungen können nur noch Messen gelesen werden. Denn hier hilft weder uns noch den Tschetschenen etwas anderes als beten, um die tödliche Spirale von Unrecht und Rache endlich zu durchbrechen. Aber ob die USA, Europa (Rußland inbegriffen) hierzu die nötige Demut aufbringen, erscheint mehr als zweifelhaft.
  7. #7

    Zitat von Apophis99942 Beitrag anzeigen
    Warum berichtet nicht EIN Journalist von einem großen Fehlschlag. Sie wussten von den Sprengsätzen, haben den Marathon weiterlaufen lassen. Setzen Boston in einen Ausnahmezustand, kappen alle Bahnverbindungen und Flüge und gehen auf eine Manhunt! mit 9000+ Mann und Panzerwagen, wo nach dem Telefonanruf 5 Leute gereicht hätten und durchsuchen unerlaubterweise ganze Häuserblocks. Das! ist Terror. Wenn das wirklich das Anliegen war, haben diese Tschetschenen gewonnen.
    Es ist
    a) immer wieder erstaunlich, dass die Leute mit dem erforderlichen Know-how und Überblick nicht rechtzeitig von den Verantwortlichen konsultiert werden
    b) dass sich im Forum offensichtlich die viel zutreffendere Einsicht findet in das, was Terror ist, als bei den Betroffenen selbst; diese naiven Bostoner haben es garnicht kapiert! Die freuen sich einfach, dass diese Angelegenheit so schnell beendet werden konnte.
  8. #8

    Mitläufer

    Es scheint als ob der jüngere Bruder ein Mitläufer gewesen ist, der nur seinem Bruder gehorcht hat. Nun, das Prinzip ist Mitgegangen-Mitgehangen. Ich verstehe das Theater nicht, was die Unschuld der Beiden angeht. Offensichtlich gibt es Augenzeugen für die Tat und ein Polizist ist von den Beiden getötet worden. Weiterhin hatten sie Bomben in ihrem Besitz. Daß die Eltern nichts gewußt haben, ist doch nicht ungewöhnlich. Schließlich haben sie noch nicht einmal in demselben Land wie die Brüder gewohnt.
  9. #9

    Abenteurer - ein arabisches Märchen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Verdächtiger tot, der andere schwer verletzt gefasst - doch es bleiben viele Fragen zu den Attentaten in Boston: Waren es Einzeltäter oder handelten die beiden aus Tschetschenien stammenden Brüder im Auftrag einer Terrororganisation? Die Ermittler tragen immer mehr verstörende Details zusammen.

    Aufklärung des Boston-Attentats: Das Terror-Puzzle - SPIEGEL ONLINE
    Wenn ich auch mal puzzlen darf:

    Tamarlan, ein großer, starker junger Mann, Boxer, Charismatiker, träumt von einer internationalen Karriere in der islamistischen Terrorszene. Er will ein zweiter Bin Laden oder wenigstens Aiman Zawahiri werden. Bevor er die USA Richtung Pakistan verläßt, braucht er eine fulminante Heldentat. Ein Bombenanschlag - mitten im Herz des Satans - adelt ungemein in der weltweiten Gemeinde der Al Quaida. Also plant Tamarlan ein blutiges Massaker in einer Menschenansammlung. Seine Wahl fällt auf den Marathon in Boston. Bei einem Marathon ist niemand bewaffnet, die Menschen sind friedlich und arglos. Ein besseres Ziel für eine Splitterbombe läßt sich kaum denken.

    Assistent ist Tamerlans kleiner Bruder. Dschochar bewundert den Größeren und ordnet sich ihm bedingungslos unter. (In islamischen Familien ist es ganz normal, daß der Sohn dem Vater gehorcht, und der jüngere Bruder dem älteren Bruder und alle weiblichen Familienmitglieder jedem männlichen Familienmitglied, egal welchen Alters und Intelligenzgrades.)

    Dschochar macht also mit (obwohl er in den USA Arzt werden könnte). Es ist ein Fall von blinder Gefolgschaft. Die beiden basteln Bomben und träumen von einer internationalen Al Quaida-Karriere. Die Flugtickets nach Quetta sind schon gebucht, schnell noch die Bombe platzieren - und nichts wie weg.

    Bei den Brüdern am Hindukush kann man sich dann in Ruhe für den genialen Schurkenstreich feiern lassen.