Atommüll-Transporte: Schleswig-Holstein fordert Lastenteilung

dapdAppell von Schleswig-Holsteins Umweltminister Habeck: Nach der historische Einigung für die Endlagersuche verlangt der Grünen-Politiker mehr Kooperation der anderen Länder. Bei der Zwischenlagerung des Atommülls sollten diese ihre "Nicht-vor-meiner-Haustür"-Haltung überprüfen.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-893496.html
  1. #1

    Brunsbüttel - hinter dem Deich - bloß nicht!

    - Atommüll hinter dem Elbdeich zu lagern, halte ich für keine gute Idee, da ein Kraftwerk zu bauen, war in meinen Augen ohnehin fahrlässig, da die Region sturmflutgefährdet ist. Höhe des Deiches hin oder her - es kann immer dumm kommen, und dann wäre es schlecht, wenn Atommüll wegschwimmt. Eine Sturmflut kann im übrigen ja auch Tage anhalten und das Wasser steht deutlich länger im Land als bei einem Tsunami, wenn der Deich bricht. Insofern haben die Einwohner von Brunsbüttel mehr als gute Gründe, den Müll nicht vor ihrer Haustür zu wollen.
  2. #2

    Das sollte ja kein Problem darstellen, es gibt genug Standort Zwischenlager, zB in Bayern, in denen man noch einlagern kann.
    Das Problem der Ministerpräsidenten wird sein, wie sie es den Bürgern verkaufen, daß man zwar vom angeblich billigen Atomstrom und den Steuern der Betreiber profitieren, selber aber keinen Beitrag dazu leisten möchte.

    Der weitaus größere Teil der Menschen hier im Lande weiß, daß wir die Verantwortung für den Müll haben und nachdem der Ausstieg beschlossen ist, haben auch die Gegner der Atomkraft keine Argumente gegen die Versorgung des Abfalls mehr.

    Man darf auf die rethorischen Kapriolen eines Horst Seehofer gespannt sein.......
  3. #3

    Ach was

    Zitat von strixaluco Beitrag anzeigen
    - Atommüll hinter dem Elbdeich zu lagern, halte ich für keine gute Idee, da ein Kraftwerk zu bauen, war in meinen Augen ohnehin fahrlässig, da die Region sturmflutgefährdet ist. Höhe des Deiches hin oder her - es kann immer dumm kommen, und dann wäre es schlecht, wenn Atommüll wegschwimmt. Eine Sturmflut kann im übrigen ja auch Tage anhalten und das Wasser steht deutlich länger im Land als bei einem Tsunami, wenn der Deich bricht. Insofern haben die Einwohner von Brunsbüttel mehr als gute Gründe, den Müll nicht vor ihrer Haustür zu wollen.
    So ein Castor schwimmt nicht weg. Der wiegt bis zu 125t und muss mindestens 8h in 20m Wassertiefe dicht halten - was natürlich nicht heisst, dass er darüber hinaus undicht wird.

    Über das KKW dort würde ich mir allerdings auch gedanken machen, wie man in Japan gesehen hat...
  4. #4

    Rhetorische Kapriolen

    Zitat von no-panic Beitrag anzeigen
    Das sollte ja kein Problem darstellen, es gibt genug Standort Zwischenlager, zB in Bayern, in denen man noch einlagern kann.
    Das Problem der Ministerpräsidenten wird sein, wie sie es den Bürgern verkaufen, daß man zwar vom angeblich billigen Atomstrom und den Steuern der Betreiber profitieren, selber aber keinen Beitrag dazu leisten möchte.

    Der weitaus größere Teil der Menschen hier im Lande weiß, daß wir die Verantwortung für den Müll haben und nachdem der Ausstieg beschlossen ist, haben auch die Gegner der Atomkraft keine Argumente gegen die Versorgung des Abfalls mehr.

    Man darf auf die rethorischen Kapriolen eines Horst Seehofer gespannt sein.......
    Es mag ja am Stammtisch in Brunsbüttel eine Reihe Applaudierender geben, wenn man die Diskussion um die Endlagerung so führt, dass man nach dem gesunden Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung die Lagerstätten verteilt. Jeder der noch nicht hatte, bekommt eine. Viel Gehirn beweist man damit aber nicht. Es geht hier nicht darum, einen Platz in einem Bundesland zu finden, das sich bisher um die Endlagerung gedrückt hatte, sondern einen möglichst sicheren Platz. Das kann keine Frage der ausgefeilten Rhetorik sein, sondern nur und ausschließlich der Physik. ES ist zu hoffen, dass diesmal der sicherste Lagerplatz gesucht und gefunden wird, unabhängig politischer Gegebenheiten oder vagem Gerechtigkeitsgefühl. Nur das ist das Richtige für die Bevölkerung.
  5. #5

    Zitat von phaeno Beitrag anzeigen
    Es mag ja am Stammtisch in Brunsbüttel eine Reihe Applaudierender geben, wenn man die Diskussion um die Endlagerung so führt, dass man nach dem gesunden Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung die Lagerstätten verteilt. Jeder der noch nicht hatte, bekommt eine. Viel Gehirn beweist man damit aber nicht. Es geht hier nicht darum, einen Platz in einem Bundesland zu finden, das sich bisher um die Endlagerung gedrückt hatte, sondern einen möglichst sicheren Platz. Das kann keine Frage der ausgefeilten Rhetorik sein, sondern nur und ausschließlich der Physik. ES ist zu hoffen, dass diesmal der sicherste Lagerplatz gesucht und gefunden wird, unabhängig politischer Gegebenheiten oder vagem Gerechtigkeitsgefühl. Nur das ist das Richtige für die Bevölkerung.
    Es geht hier um vorläufige Zwischenlager an bestehenden AKW Standorten! Darauf bezog sich auch mein Posting!

    Was die Suche nach dem Endlager angeht, stimme ich Ihnen zu, mit dem Einwand, daß nicht allein die Physik Kriterium sein darf. Es bedarf auch Fachleuten der Geologie, Seismologie, Chemie und Biologie, von mir aus ein oder zwei Mathematiker ;)
  6. #6

    Atommüll

    Wer A, wie Atomstrom, sagt, muss auch B, sagen, wie, Bereitschaft den A-Müll im eigenen Land zu deponieren.
  7. #7

    Der

    Zitat von phaeno Beitrag anzeigen
    Es mag ja am Stammtisch in Brunsbüttel eine Reihe Applaudierender geben, wenn man die Diskussion um die Endlagerung so führt, dass man nach dem gesunden Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung die Lagerstätten verteilt. Jeder der noch nicht hatte, bekommt eine. Viel Gehirn beweist man damit aber nicht. Es geht hier nicht darum, einen Platz in einem Bundesland zu finden, das sich bisher um die Endlagerung gedrückt hatte, sondern einen möglichst sicheren Platz. Das kann keine Frage der ausgefeilten Rhetorik sein, sondern nur und ausschließlich der Physik. ES ist zu hoffen, dass diesmal der sicherste Lagerplatz gesucht und gefunden wird, unabhängig politischer Gegebenheiten oder vagem Gerechtigkeitsgefühl. Nur das ist das Richtige für die Bevölkerung.
    Forist sprach die politische Dimension an, die physikalische ist eine Selbstverständlichkeit und bedarf deshalb nicht der Erwähnung. Die Formulierung es "gibt genug Standorte an denen man lagern kann"
    setzt ja die physikalische Eignung voraus.
    Und über eines müssten Sie sich im Klaren sein: Es gibt keine auch nur halbwegs relevante Frage die ausschliesslich die Frage nur einer einzelnen Disziplin ist. Probleme dieser Grössenordnung sind nur interdiziplinär zu diskutieren.
    Oder diskutieren Sie einmal die Frage der Rückholbarkeit des gelagerten Atommülls ausschliesslich physikalisch.
  8. #8

    @ Stelzi

    - Es geht nicht nur um Castoren in Brunsbüttel. Vor einiger Zeit gab es Bericht über undichte Fässer mit - immerhin nur leicht radioaktivem - Müll in einem Brunsbüttler Lager. Was die Haltbarkeit der Castoren betrifft - die ist nicht schlecht, aber Wasser kann bei Deichbrüchen gewaltige Kräfte entwickeln; außerdem kann das Wasser nach einem Deichbruch sehr lange brauchen, um abzufließen. Sicherheitsmaßnahmen gibt es, natürlich, aber in Anbetracht der möglichen Folgen - Japan lässt, bitter, grüßen - ist es wohl nicht klug, sich darauf zu verlassen. Mit menschlichem Versagen ist zudem auch immer zu rechnen.
  9. #9

    Das

    Zitat von binismus Beitrag anzeigen
    Wer A, wie Atomstrom, sagt, muss auch B, sagen, wie, Bereitschaft den A-Müll im eigenen Land zu deponieren.
    ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass alle die sagen " Atomkraft nein danke " die Bereitschaft haben müssen, den Atommüll im eigenen Lande zu deponieren. Der ist nämlich da und deponiert- der liegt in unserem eigenen Lande, egal ob wir für oder gegen die Atomenergie sind.
    Ärgerlich ist halt nur, wenn die die die A wie Atomstrom sagen, den Atommüll bei denen abladen wollen, die Atomkraft nein danke seit Beginn der Zeiten sagten, gerade mit Verweis auf die ungelöste Müllproblematik.
    Noch ärgerlicher ist es, dass dies unsere Nachkommen trifft, die nie etwas mit Atomstrom am Hut haben werden, aber Milliarden für den " billigen " Atomstrom und die Milliardengewinne der Atomanlagenbetreiber heute zahlen werden müssen.

    Ich kann schon verstehen, wenn die dereinst mit Blick auf die nächtliche Autobahnbeleuchtung dank Atomstrom das schöne Lied anstimmen: Ca ira, Ca ira , les atomiques a la lanterne ....
    und den Begriff der Sozialverträglichkeit neu definieren.