Angela Merkel: Kanzlerin Gespaltene Zunge

APAngela Merkels Euro-Krisenpolitik zerfällt in zwei unvereinbare Teile: Versprechen an die Sparer und Konjunkturprogramme hier, Zwangsabgaben der Bankkunden und knallhartes Spardiktat bei den anderen. Die Wut des Auslands auf die Kanzlerin ist verständlich.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-892762.html
  1. #1

    Das stimmt natürlich alles überhaupt nicht. Deutschland und seine Kanzlerin werden im Ausland bewundert, und allenfalls ganz verkommene Bolschwisten und Krawaller zeigen auf Demonstrationen, die unter dem Gesichtspunkt der marktkonformen Demokratie eigentlich unterbunden werden müssten, Transparente mit bösartigen, gemeinen und ungerechten Karrikaturen. Hugh!

    Aber im Ernst: was ist denn hier eigentlich los? Gestern erscheint ein Beitrag, in dem positiv auf Heiner Flassbeck Bezug genommen wird, der doch sonst unter die marktkonforme mediale Omertà fällt, und nun so ein Kommentar...
  2. #2

    optional

    Dabei wäre doch der Hass auf die eigenen Politiker und Eliten, die einen in diese Lage erst gebracht haben, doch viel leichter nachzuvollziehen. Aber nein! Diese darf man ja weder kritisieren noch anrühren. Und erst recht nicht darf man sich an deren hart ergaunertem Geld bedienen! Wo kämen wir denn da hin?! Neee, die Kohle soll lieber der ewige Nazi aus Deutschland schicken.
  3. #3

    Mit Verlaub,

    "Dort gehörten Merkel und ihr heutiger Finanzminister zu denjenigen, die zunächst auch den Kleinsparern ans Geld wollten und schließlich die 100.000-Euro-Lösung mitgemacht haben"
    den Kleinsparern ans Geld wollten mitnichten Merkel und Schäuble, sondern das war der ureigene Vorschlag der zypriotischen Regierung, welche die Großkopferten der Bankkunden mehr schonen wollte.

    Zu der (unsäglich dummen) Abwrackprämie: die hat sich Deutschland nicht von anderen Staaten finanzieren lassen. Daher taugt die nicht zum Vergleich mit etwaigen Subventionen seitens der Krisenländer.
    Fakten statt ideologisch getriebener Behauptungen würden der Seriosität dieses Artikels guttun.
  4. #4

    Es ist viel schlimmer

    hier wird ja wieder der schmeichelhafte Eindruck vermittelt sie würde die Wurst der Deutschen, ALLER Deutschen, retten. Man hat den Verdacht der Autor will, getarnt unter harscher Kritik, diesen Mythos der ihr die Wahl sichern soll, zementieren.
    In Wirklichkeit zahlen die Riestersparer und sonstigen Sparer die zeche schon mit Zinsen die unter der Inflation liegen.
    Schäubles Ministerium hat vor kurzem schon mal ventiliert, mit einem wohl absichtlich versehentlich der Presse zugespielten Papier , wie man Sozialkürzungen vornehmen kann um schon mal zu erwartende "Belastungen" durch weitere Eurorettungen zu finanzieren.
    Und die Bürgschaften sind sehr real vorhanden, sie hängen über uns, und wenn sie fallen sind wir tot. "Wir" sind natürlich die politische und die Geld-Klasse, sondern der Rest, normale Menschen.
    Wie viele Trilliionen die bisherigen Rettungen teurer wurden weil Merkel zu spät oder falsch reagiert hat, ganz zu schweigen.
    Wir stecken in der Sch.. bis zur Unterlippe und kommen da nicht merh raus.
  5. #5

    Amteid auf die EU?

    Merkwürdige Position: Meines Wissens hat die Kanzlerin einen Amtseid auf Deutschland abgelegt, nicht auf die EU. Die unterschiedlichen Handlungsweisen sind durchaus vereinbar: In deutschem Interesse bemüht sich Frau Merkel, die deutschen Steuergelder so weit wie mögilch hier auszugeben.
    Was aus Sicht der Euro-Zone das beste wäre, muss nicht aus Sicht Deutschlands das beste sein - das übersieht auch Herr Soros
  6. #6

    Schnorrer

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Wut des Auslands auf die Kanzlerin ist verständlich.
    Ist sie nicht. Das "Ausland" darf seine Finanzen auch gern selber in Ordnung bringen, ohne den Deutschen Steuerzahler auszusaugen. Wollen/können die Siesta-Staaten nicht? Tja, dann müssen sie eben in den sauren Apfel beißen und unsere Bedingungen akzeptieren.

    Merkel ist wenn überhaupt viel zu weich gegenüber dem Ausland. Griechenland hätte keinen Penny bekommen dürfen und Zypern erst recht nicht.
  7. #7

    Spareinlagen

    ....soll der deutsche Steuerzahler also ernsthaft für alle Spareinlagen in Europa geradestehen also auch für Spareinlagen pleitegegangener Banken die ihren Kunden 4% und meht garantiert haben....und kann ja jeder gerne Konjunturprogramme auflegen nur muss er dann für die Kosten geradestehen
  8. #8

    Nein, Herr Schwennicke

    Dieser billige "deren Schlendrian und skrupelloses Finanzgebaren ist damit nicht entschuldigt"-Schwenker ist NICHT ausreichend. Denn genau das versuchen Sie.
    Merkel ist nicht Schuld an der Misere, und es ist haarsträubend, wie billig von Ihnen der Unsinn nachgeplappert wird, dass man scheinbar nur durch verschärftes Schuldenmachen schuldenfrei werden kann - das hat bisher noch _nirgendwo_ funktioniert.

    Man kann nicht über 10 Jahre seine Bezüge um 30% erhöhen, aber die Produktivität nur um 10%, ohne dass dies Wirkung zeigt. Wenn man sich angewöhnt hat, mehr auszugeben als man einnimmt, dann ist die Lösung NICHT, eine unbegrenzte Kreditlinie zu fordern.
    Ersparen Sie uns bitte diesen hanebüchenen Unsinn, Wahljahr hin oder her.
  9. #9

    Dürfen die anderen auch

    selbstverständlich darf die zyprische Regierung versprechen, dass die zyprischen Steuerzahler für die Guthaben an Zyperns Banken haften. Nur eben nicht andere. Genau so hat es Frau Merkel gemacht.