EZB-Studie: Vermögen in Griechenland größer als in Deutschland

Getty ImagesSind die Bürger in Krisenländern wie Griechenland reicher als die Deutschen? Diesen Eindruck erweckt eine Studie der Europäischen Zentralbank. Der Vermögensvergleich in den Euro-Ländern hat aber gleich mehrere methodische Mängel.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-893412.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sind die Bürger in Krisenländern wie Griechenland reicher als die Deutschen? Diesen Eindruck erweckt eine Studie der Europäischen Zentralbank. Der Vermögensvergleich in den Euro-Ländern hat aber gleich mehrere methodische Mängel.

    EZB: Vermögen in Griechenland größer als in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    Fest steht, dass die Leute dort deswegen nicht arm sein, weil sie nicht angemessen zum Erhalt ihres Staates beitragen. Damit fehlt dann aber auch jeder Rechtfertigungsgrund, sich von den Steuerzahlern anderer Länder aushalten zu lassen.
  2. #2

    Ach ja, methodische Mängel. Etwa das Fehlen von Rentenanwartschaften? Komisch, diese methodischen Mängel waren auch im Reichtumsbericht der Bundesregierung enthalten, wurden aber dort nicht kritisiert. Vielmehr wurde der Bericht genutzt, um weitreichende Steuererhöhungen zu fordern.

    In den Krisenstaaten hingegen gibt es pervers niedrige Steuern und weite Bevölkerungsteile dort haben sich mit Wahlgeschenken die Taschen vollgestopft. Erbschaftsteuer? kennt man dort nicht, ach doch: 1% auf Immobilien, na immerhin. Beim nächsten Kandidaten Italien gibt es bei 20 Millionen Einwohnern weniger 400.000 Millionäre mehr.

    Aber Hauptsache, die Deutschen finanzieren dies alles mit ihren Steuern und die deutsche Presse relativiert jede Kritik daran. Eine Schande! So kann unsere Zukunft nicht aussehen.
  3. #3

    Reisebeobachtungen im Süden

    Wenn man(n) über die letzten 40 Jahre immer mal wieder bewusst in Südeuropa unterwegs war, konnte man beobachten das die Regionen sich doch unglaublich schnell entwickelt haben. Und es drängte sich die Frage auf woher der sichtbare Zuwachs an Reichtum stammt (sicher nicht für alle aber...). In dem Masse wie der Süden immer reicher schien, konnten wir uns die Reisen dort hin immer weniger locker leisten.... Da muss doch was falsch gelaufen sein - wie kann so was sein, dachte ich mir schon vor Jahren.... gut die Antwort kennen wir nun fast alle und ich dachte Sie mir auch schon vor Jahren. -
  4. #4

    Median ist kein Mangel - ZEIT oder BILD?

    Der Median gibt den "gefühlten Reichtum" viel besser wieder als der Durchschnitt. Die Studie hat keinen Mangel, aber es gibt mangelhafte Interpretationen der Studie. Der Artikel ist selbst ein Beispiel dafür: warum ist es falsch, Haushaltseinkommen mit Haushaltseinkommen zu vergleichen - wenn das die Grundlage der Studie ist? Die Ergebnisse zu verstehen scheint schwieriger als der Studie "Mängel" vorzuwerfen. Schade, dass SPON hier eher wie BILD als wie ZEIT aussieht. ZEIT-QUalität wäre mit lieber...
  5. #5

    auch das ist unserös

    liebe SPON Redaktion. Warum bezieht sich der relatvierende Vergleich des pro Kopf Vermögens auf Westdeutschland? Gehört der Osten nicht dazu? Oder wurde bei Spanien Katalonien isoliert betrachtet? Klarer Fall von passend gemacht um ja nicht den Eindruck zu erwecken dass es in diesen Ländern ein hohes Privatvermögen gibt. Darf ich vermuten, dass der Vergleich mit Gesamtdeuschland die Tendenz des Median bestätigt hätte. Fazit: Billig und SPON nicht würdig!
  6. #6

    Besitz und Vermögen sind verschiedene Dinge!

    Der größte methodische Fehler der Studie ist dier Umgang mit Immobilienbesitz. Nicht nur, dass der Wert dessen sich dramatisch verändert hat - wurde ja im Artikel auch mit dem Hinweis auf Daten von 2008 thematisiert - aber Immobilienbesitz ist, wenn für private Wohnzwecke genutzt, kein nutzbares Vermögen. Was nützt mir ein abbezahltes Eigenheim, wenn ich netto nur 1500€ im Monat zur Verfügung habe? Geht es mir finanziell besser als dem gut verdienenden Anwalt/Unternehmensberater/sonst was mit 10.000€ im Monat, der ein Luxusapartment für 3.000€ im Monat gemietet hat? Nominell habe ich den Wert des Eigenheims auf der hohen Kante, aber deswegen noch lange nicht 250.000€ auf dem Konto...
    Wenn dieser Unterschied nicht gemacht wird hat das eben zur Folge dass im Immobilienboom alle Häuslebeseitzer reicher werden (ohne einen Cent mehr wirklich in der Kasse zu haben) und wenn die Blase platzt sind sie erst einmal nur noch halb so reich (ohne einen Cent weniger als vorher in der Kasse).
    Verfügbaren Wohlstand kann ich nur danach messen, was ich nach Abzug meiner monatlichen Fixkosten, sonstigen regelmäßigen Ausgaben (Essen, Kleidung, usw. zu den ortsüblichen Preisen) noch zur freien Verfügung habe. Und das gehört dann nochmal in Relation zur ortsüblichen Kaufkraft gesetzt - versuchen Sie einfach mal mit der selben Summe in der Schweiz oder ein 300 Kilometer weiter in Slowenien essen zu gehen. Sie werden den Unterschied sehen...
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sind die Bürger in Krisenländern wie Griechenland reicher als die Deutschen? Diesen Eindruck erweckt eine Studie der Europäischen Zentralbank. Der Vermögensvergleich in den Euro-Ländern hat aber gleich mehrere methodische Mängel.

    EZB: Vermögen in Griechenland größer als in Deutschland - SPIEGEL ONLINE
    "■ Im Pro-Kopf-Durchschnitt ist das Privatvermögen in Westdeutschland höher als in Griechenland, Spanien und Frankreich"

    Wie lange wollen wir noch "Westdeutschland" vergleichen?
    Das ging fast 10 Jahre vor Euro-Einführung unter!

    Und was auch nicht wirklich genannt wird:
    Selbst wenn man das Vermögen um 30% erhöht, wie die Bundesbank, ist es immernoch deutlich niedriger als z.B. das der Franzosen, nämlich ca. 65.000 versus der weit über 100.000 dort.
  8. #8

    Griechenland

    Wenn ich auf den Zeitraum schaue, 2008, stelle ich fest, daß zumindest bis zu diesem Jahr offenbar in Griechenland ja kaum ordnungsgemäß Steuern erhoben bzw. eingetrieben wurden.

    Wäre das in Deutschland auch der Fall, wären die Leute hier auch deutlich reicher.
  9. #9

    in Ländern, in denen 90 Prozent des gesamten Sozialproduktes in der Schattenwirtschaft entsteht, kommen die Leute nun mal zu höheren Einkommen und einer höheren Sparquote. Es ist die Steuer-und Abgabenlast, die hier in Deutschland zu hoch ist.