Psychiater für Soldaten: Kämpfer gegen das Trauma

DPAAnschläge, Tod und Gräuel: Bundeswehrsoldaten können die Erlebnisse aus dem Auslandseinsatz oft ein Leben lang nicht vergessen. Einige erkranken an posttraumatischen Belastungsstörungen. Der Psychiater Oliver Holzschuher hilft ihnen. Und benutzt dafür auch ein Haargummi.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-892562.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anschläge, Tod und Gräuel: Bundeswehrsoldaten können die Erlebnisse aus dem Auslandseinsatz oft ein Leben lang nicht vergessen. Einige erkranken an posttraumatischen Belastungsstörungen. Der Psychiater Oliver Holzschuher hilft ihnen. Und benutzt dafür auch ein Haargummi.

    Psychiater für Soldaten: Kämpfer gegen das Trauma - SPIEGEL ONLINE
    Ich möchte nur ein einziges Mal in diesem Leben noch in Spiegel-Online mal einen Bericht darüber lesen, dass:
    - nur ein geringer Prozentsatz der Soldaten an PTBS erkrankt
    - die Mehrzahl der auf diesem Planeten von PTBS Betroffenen FRAUEN sind
    - die traumatische Erfahrung von Psychiatern selbst danach eingeteilt wird, ob es ein "man made"-Trauma war oder eins durch Naturkatastrophen, Kriege, etc.
    - dass "man made"-Traumata, wie es z.B. der sexuelle Missbrauch oder die Vergewaltigung darstellen, gravierendere und langanhaltendere Folgen hat als die Traumata, die Soldaten erleben.
    - dass es in der Versorgung der betroffenen Frauen und Mädchen seit Jahren ellenlange Wartezeiten gibt und niemand spricht darüber.
    - dass für die Soldaten die Entschädigungsregelungen großzügig immer neu erweitert werden, während Opfer von Missbrauch und Vergewaltigungen immer neue Hürden beim Opferentschädigungsverfahren nehmen müssen bis hin zu Glaubhaftigkeitsbegutachtungen - die anerkanntermaßen bei Traumatisierten überhaupt nicht greifen, deshalb häufig negativ ausfallen.

    Mir geht das dermaßen auf die Nerven, dass sich Journalisten - in Ermangelung ernsthafter Kenntnisse zum Thema PTBS - ständig vor den Karren der PR der Bundeswehrsoldaten spannen lässt. Das hat mit unabhängiger Berichterstattung nichts mehr zu tun, es hilft massiv dabei, die Realitäten zu verkehren, und ist somit für mich nichts anderes als Propaganda.
  2. #2

    ...

    Zitat von Meli-2009 Beitrag anzeigen
    Ich möchte nur ein einziges Mal in diesem Leben noch in Spiegel-Online mal einen Bericht darüber lesen, dass:
    - nur ein geringer Prozentsatz der Soldaten an PTBS erkrankt
    - die Mehrzahl der auf diesem Planeten von PTBS Betroffenen FRAUEN sind
    - die traumatische Erfahrung von Psychiatern selbst danach eingeteilt wird, ob.....
    ja - ist schlimm das ganze; 'man made' heisst allerdings nicht, dass es von einem Mann gemacht worden ist sondern von einem Menschen. Die englische Sprache differenziert da nicht, 'man' kann sich in diesem Kontext also sowohl auf Frauen wie auch Maenner beziehen. Darueber hinaus leiden Soldaten eben auch an jenem 'man made' PTBS, denn Kampfsaetze sind ja keine Naturkatastrophen sondern man made.
  3. #3

    Soldat = Kampf

    Wer sich als Soldat verpflichtet, muß damit leben, diese Bilder im Kopf zu haben. Vor allem muß er sich von Anfang an bewußt sein, was der Beruf mit sich bringt. Ich habe von keinem Rechtsmediziner oder Pathologen gehört, der über Bilder ein seinem Kopf klagt.
  4. #4

    Vergewaltigungsopfer

    ich frage mich ernsthaft was jetzt die ptbs Erkrankungen von Vergewaltigungsopfern mit diesem Artikel zu tun haben? der Spiegel soll also zugunsten der Soldaten und gegen opfer sexueller Misshandlung Propaganda betreiben? ist das ihr ernst?
  5. #5

    Meutern

    Ich verstehe nicht, dass die Soldaten die Flinten nicht dem Bundestag vor die Füße werfen. Demokratie ist doch keine Entschuldigung für die Torheit und die Verantwortungslosigkeit der Politkaste.
  6. #6

    Gute Bezahlung gibt es nicht umsonst

    Wer Soldat wird, wird dafür gut bezahlt und abgesichert. Für lau gibt es das nun einmal nicht. Jeder, der zur Bundeswehr geht, muss eben wissen, dass er für sein Geld Menschen töten muss und ggf. selbst getötet wird. Er muss außerdem wissen, dass Krieg nicht nur der abenteuerliche Kampf an der Front ist, sondern vor allem auch Gräueltaten geschehen. Im Krieg werden Zivilisten getötet - auch Kinder - und das auch vor den Augen ihrer Angehörigen. Zu einem großen Teil erliegen sie unter Schmerzen ihren Verletzungen. Menschen (u. tw. auch Tiere) werden bestialisch gefoltert, Frauen vergewaltigt, Häuser angezündet, Eigentum von Zivilisten wird mutwillig zerstört - auch von Soldaten. Krieg ist nun einmal nicht schön. Und wer nach einem Einsatz herumjammert oder durchdreht, sollte sich überlegen, ob er für diesen Beruf geeignet ist. Oder ob solche Einsätze überhaupt irgendetwas Gutes bewirken, außer Gewinne für die deutsche Rüstungsindustrie.
  7. #7

    Humanitaere Einsatzkraefte

    Ich persoenlich habe 20 Jahre humanitaere Einsaetze in Kriegslaendern geleitet. Als Zivilist mitten im Horror. Resultat ist massive PTBS, chronische Malaria und Arbeitsunfaehigkeit. Fuer Leute wie unsereins interessiert sich genau niemand.
  8. #8

    @BeBeEli

    Nun, ich verstehe das schon. Das liegt daran, daß die Soldaten üblicherweise keine Flinten haben, die sie werfen könnten. Zumindest ist mir nicht bekannt, daß die Bundeswehr Flinten benutzt.
  9. #9

    optional

    Herr Scholl-LAtour hat da letztens eine interessante Antwort auf diese Frage gegeben, bzw. eine interessante Gegenfrage gestellt.... Warum haben die Leute die eine halbe Ewigkeit im Kessel zu Stalingrad eingesperrt waren und hundertausendfach Mord und Tod erlebt haben nicht diese Probleme aufgewiesen wie die junge Generation heute.... Die Antwort war hart aber meiner Meinung nach ehrlich... Weil wir heutzutage viel verweichlichter sind als damals die Menschen....Wenn heute ein Schulkind den täglichen Schulweg zu Fuß zurücklegen müsste, wie noch meine Eltern.... Da würde doch glatt der Staat verklagt werden heute....