Schuldenkrise : Portugals Regierung kündigt neuen Sparkurs an

AFPPortugal kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Veto des Verfassungsgerichts gegen den Sparhaushalt 2013 hat die Regierung neue Kürzungen angekündigt. Weitere Steuererhöhungen werde es aber nicht geben, beruhigte Premier Passos Coelho.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-893014.html
  1. #1

    14. Monatszahlung

    Bei allem gebotenem Respekt vor dem portugiesischen Verfassungsgericht habe ich doch einige Zweifel, ob ein Land, in dem die 14. Monatszahlung für bestimmte Personengruppen unter dem besonderen Schutz der Verfassung steht, in der Lage ist, seine wirtschaftlichen Verhältnisse neu zu ordnen.
  2. #2

    Sparen alleine wird die Probleme nicht lösen, sondern den Kollaps nur etwas hinauszögern.
    Allerdings darf man auch nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen, sondern das Geld sinnvoll investieren um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder zu erhöhen. Dabei könnte Deutschland wirklich eine Führungsrolle übernehmen, aber dazu sehe ich leider Merkel und co nicht im Stande. Wenn man so weitermacht wie bisher, wird Deutschland irgendwann Ströme von europäischen Wirtschaftsflüchtigen erwarten und soziale Unruhen in den betroffenen Ländern. Davon abgesehen ist es unglaublich naiv zu glauben, dass dieselben Politiker, die für die Krise in diesen Ländern verantwortlich sind, sie plötzlich lösen könnten. Das ist so als ob man einem Brandstifter einen Eimer voll Wasser gibt und ihm sagt, dass er ab heute Feuerwehrmann sei.
  3. #3

    Mal ganz was neues....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zwar werde es keine neuen Steuererhöhungen geben, aber es müssten Maßnahmen ergriffen werden, "die öffentlichen Ausgaben in den Bereichen soziale Sicherheit, Gesundheit und Bildung einzudämmen".
    "Einzudämmen" - immerhin eine schöne neue Wortschöpfung. Und wieder mal soll es die Verursacher der Krise treffen, nachdem ein nachhaltiges Umdenken stattgefunden hat. ;-)
  4. #4

    Kommentare

    Bei allem gebotenem Respekt vor diversen Kommentatoren, sollte man sich erst einmal informieren, bevor man hier unsachliche Kommentare abgibt. Ob es hier in Portugal 8, 14 oder 58 Monatsgehaelter gibt - das spielt keine Rolle, denn das Jahresgehalt ist entscheidend. Es gibt hier nun einmal 14, in manchen Faellen gar 15 Gehaelter, aber das Monatsgehalt als solches ist gering. Die Anzahl der Gehaelter ist eben historisch begruendet, aber das heisst nicht, dass hier 14 oder 15 fette Gehaelter ueber den Tresen wandern. Entscheidend ist das Jahresgehalt getelt durch 12 Monate, die auch hier das Jahr nur hat und da wuerden die meisten Leser in Deutschland morgens noch nicht einmal aufstehen. In einem Land, in dem das Minimumgehalt (und das verdienen bei weitem die meisten hier) unter 500 Eur. liegt und in dem der Liter Milch auch knapp 60 Cent kostet, frag ich mich ohnehin taeglich, wie die Leute Wohnung, Auto, Schulbuecher (nein, die sind hier nicht kostenlos), Lebensmittel und Strom (kleiner Haushalt=ca. 60 Eur. im Monat) bezahlen. Ich lebe in Porto und zahle mich durchaus als privilegiert und wenn ich einkaufen gehe, habe ich im Normalfall ueber 100 Eur. auf der Uhr und nach 2 Tagen ist der Kuehlschrank leer. Ich kann mir aber auch Heinz Ketchup und Nutella leisten, aber wie oft portugiesische Freunde hier jden Cent x-mal umdrehen muessen, das kann sich kaum einer in Deutschland vorstellen. Also nicht immer albern auf der Anzahl der Gehaelter rumhacken - das laeuft hier eben anders.
  5. #5

    Kann es nicht mehr hören!

    Wann endlich hören die Medien auf das eigentlich positiv besetzte Wort ,,Sparen" für diese gigantischen Sozialkürzungen zu verwenden.Ich spare seit einiger Zeit mein Weihnachts-und Urlaubsgeld.Auch einige Zulagen spare ich seit kurzem.Kann nur das Sparbuch nirgends finden auf dem das ganze Geld ist.Vielleicht sollte ich mal bei den Banken hachfragen?
  6. #6

    14.Monatszahlung

    Hallo,
    der 14. Monatsgehalt dient als "Wehnachtsgeld", der 13. Monatsgehalt als "Urlaubsgeld". In einem Land wo im Durschnitt der Monatslohn bei ca. 500€ liegt, bedeutet das am Ende des Jahres ca. 83€ im Durschnitt mehr im Monat oder 583€. Ist das viel ? Ich glaube nicht.
    Portugal wird seine Kompromisse einhalten, egal ob einige Personen galubenm zu wollen, dem ist nicht so.
    Das eigentliche Problem liegt eigentlich ganz woanders und nicht bei den Steuerzahler.
  7. #7

    Zitat von Schlangenzung Beitrag anzeigen
    Bei allem gebotenem Respekt vor dem portugiesischen Verfassungsgericht habe ich doch einige Zweifel, ob ein Land, in dem die 14. Monatszahlung für bestimmte Personengruppen unter dem besonderen Schutz der Verfassung steht, in der Lage ist, seine wirtschaftlichen Verhältnisse neu zu ordnen.
    Soweit ich es verstanden habe, findet das Verfassungsgericht die Lösung "unfair".
  8. #8

    Jetzt geht das in der Diskussion um diesen Artikel wieder los:14. Monatsgehalt.Es geht um das 13. Gehalt und in Deutschland heisst das Urlaubsgeld.Dass diese Regierung ,dass Passos Coelho fuer einen Misserfolg in seiner Regierungsform ,das Sparprogramm betreffend,das Verfassungsgericht beschuldigt,das geht dann leider unter.Die Regierung handelt Verfassungswidrig und wird mit diesem Urteil eigentlich in ihre Schranken verwiesen.Darum geht es!Und er tritt nicht zurueck,weil er die Unterstuetzung von Cavaco Silva hat.Weitere Kuerzungen im Gesundheits - und Bildungswesen.Das ist ein Witz!Die Krankenhaeuser verfuegen zur Zeit schon nicht mehr ueber die notwendigen Mittel um die Kranken zu versorgen.Eben hiess es von der Opposition:Passos Coelho regiert Portugal,aber nicht die portugiesische Bevoelkerung.Fuer mich hat das in keinster Weise mehr etwas mit einer Demokratie zu tun.Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine da.
  9. #9

    Zitat von Schlangenzung Beitrag anzeigen
    Bei allem gebotenem Respekt vor dem portugiesischen Verfassungsgericht habe ich doch einige Zweifel, ob ein Land, in dem die 14. Monatszahlung für bestimmte Personengruppen unter dem besonderen Schutz der Verfassung steht, in der Lage ist, seine wirtschaftlichen Verhältnisse neu zu ordnen.
    Das Jahresgehalt ist entscheidend nicht in wie vielen Monaten es bezahlt wird! Viele Rentner in Portugal erhalten weniger als Hartz IV in Deutschland und das obwohl sie ein Leben lang gearbeitet haben. In diesem Fall ist das 14te Monatsgehalt kein Extra, sondern notwendig zum Leben. Außerdem hat das Gericht mit dem Gleichheitsprinzip argumentiert. In der Verfassung steht also nicht, dass 14 Monatsgehälter garantiert sind.
    Das Problem ist, dass die Leute zu schnell von der Situation, die sie von ihrer Heimat gewöhnt sind, auf die Situation in anderen Ländern schließen.