Job-Chancen nach dem Studium: Master heißt noch nix

CorbisAkademiker finden leicht eine Arbeit, sagen Statistiker. Eine Traumjob-Garantie ist ein Uni-Abschluss allerdings nicht. Viele Absolventen landen erstmal in Berufen, die wenig mit ihrem Studium zu tun haben. So wird aus manchem BWLer in der Not eine einfache Schreibkraft.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-892448.html
  1. #1

    Nichts neues.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Akademiker finden leicht eine Arbeit, sagen Statistiker. Eine Traumjob-Garantie ist ein Uni-Abschluss allerdings nicht. Viele Absolventen landen erstmal in Berufen, die wenig mit ihrem Studium zu tun haben. So wird aus manchem BWLer in der Not eine einfache Schreibkraft.

    Uni-Abschluss allein ist noch keine Job-Garantie - SPIEGEL ONLINE
    Im Kern der Sache hat es in der Zeit vor 2 Jahren quasi einen identischen Artikel gegeben: Arbeitslose Akademiker: Eine Krise, die fürs Leben prägt | Studium | ZEIT ONLINE
  2. #2

    Alle 14 Tage Wechsel

    Jetzt ist also mal wieder ein Artikel dran, wie schwer es Absolventen haben Fuss zu fassen. Ich will jetzt aber meinen Artikel über den Fachkräftemangel haben! Und zwar sofort!
  3. #3

    Leider benötigt die Welt

    nicht die vielen BWLer, Geisteswissenschaftler, Politkwissenschaftler, Journalisten. Ein Abschluss ist kein Wert an sich (zumindest im Hinblick auf den Arbeitsmarkt). Eine kurze Umschau vor dem Studium hätt da vielleicht geholfen.
  4. #4

    Allgemeine Naivität

    Nun gut, jemand der Kunstgeschichte oder Philosophie o.ä. studiert, sollte eigentlich wissen, dass er um einen fachlich passenden Job kämpfen muss. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben, da es einfach viel zu wenige entsprechende Job in diesen Branchen gibt. Dies ist auch sinnvoll, da solche Berufe volkswirtschaftlich gesehen keinen wirklichen Beitrag leisten.
    Daher sind alle die glauben, dass sie mit solch einem Abschluss sofort einen super bezahlten und fachlich passenden Job zu bekommen an Naivität kaum noch zu überbieten.
  5. #5

    Selbst

    Es liegt nur an Einem selbst, ob man einen Job nach dem Studum findet oder nicht. Wer denkt, dass man während des Studiums nur Party machen und von Vorlesung zu Vorlesung laufen muss, der wird eventuell auch Schwierigkeiten bei Job bekommen.
    Ich finde es gibt genug Möglichkeiten sich bereit während des Studiums mit Unternehmen bekannt zu werden. Bei uns finden Stammtisch-Runden mit Unternehmensvertrettern statt, unzählige Tage der offenen Tür usw. Ein Praktikum in den Sommerferien oder ein Werkstudent bringen auch die notwendigen Kontakte.
    Außerdem kennt ja bereits jeder den Spruch mit frisch von der Uni und 5 Jahre Berufserfahrung, also nicht jammern, sondern in Angriff nehmen.
  6. #6

    Drum prüfe...

    Für Geisteswissenschaftler war die Jobsuche noch nie ganz einfach und wer BWL studiert, sollte vielleicht vor dem Abschluss mal nachprüfen, welche Spezialisierung wirklich gebraucht wird.

    Wer wie 80% aller BWLer Marketing oder Controlling macht, darf sich über eine holprige Jobsuche nicht wundern, denn hier ist die Konkurrenz so groß, dass die Arbeitgber immer irgendjemanden finden können, der noch besser ins Unternehmen passt.

    Wer sich aber z. B. auf Verkehrsbetriebslehre, Ökonometrie oder Statistik spezialisiert, hat nach meiner Wahrnehmung anschliessend weniger Probleme. Und vor dem Abschluss eine bessere Betreuung, weil der Lehrstuhl nur 5 und nicht 50 Bachelor-/Masterarbeiten pro Semester betreuen muss.
  7. #7

    Was ist daran neu?

    Zum einen gab es immer schon Fächer, in denen eine Tätigkeit anschließend nichts mit dem Studium zu tun haben mußte oder sie schlecht bezahlt war. Bestimmte Geisteswissenschaften sind dafür bekannt. Und mit G8 sowie dem Bachelor-/ Mastergemurkse hat sich die Anzahl der Absolventen im Zweifel noch erhöht. Das sollte man vor der Wahl der Studienfachs in seiner Lebensplanung berücksichtigen.

    Dazu kommt die Anpassung der Qualität der Abschlüsse nach unten. In D ist zwar auf dem Papier ein steigendes Qualifikationsniveau festzustellen. In der Realität sind aber viele der Abschlüsse nicht das, was sie vorzugeben scheinen. Der Abschluss einer Fachhochschule oder Berufsakademie (Verzeihung, das heißt na jetzt Hochschule für angewandte Wissenschaft bzw. Duale Hochschule) ist eben mit dem was früher auf einer Universität vermittelt wurde nicht vergleichbar. Dort stand nicht Punkte-/ Scheine sammeln im Vordergrund, sondern die Entwicklung bestimmter Fähigkeiten und Fertigkeiten. Während die beiden anderen angesprochenenen Schularten eben eine praxisorientierte Ausbildung vermittelt haben. Heute wird das alles in einen Topf geworfen. Und dabei kommt eben Murks raus - und davon auch noch zuviel. Aber wenn man das Abi quasi jedem schenkt, der nicht bei drei auf den Bäumen ist...

    Zum Thema BWL. Es wäre wie immer interssant, welche Schwerpunkte die Absolventin gewählt hat. Die Kombination Marketing und Wirtschaftspsychologie ist im Zweifel eben weniger gefragt, als Finanzmathematik und Controlling. Das war schon zu meiner Zeit so. Und da helfen dann auch keine drei Fremdsprachen und kein Auslandsaufenthalt. Zumal heute das Studium viel zu verschult und zu spezialisiert ist. "Früher" war man Dipl.-Ing. (Maschinenbau, Elektrotechnik,...) oder Dipl.-Kfm. Der Rest wurde dann im Job gelernt. Heute ist schon der Titel (und die Ausbildung dahin) sowas von Schmalspur und spezialisiert ausgelegt, dass man eben eine viel engere Auswahl bei der Suche hat bzw. die Unternehmen viel konkreter suchen, da sie wissen dass irgend wo jemand so ausgebildet wurde wie sie es wünschen. Das hat aber m.E. mit den Idealen eines Studiums nicht mehr viel zu tun.

    Ach ja. Das selbe gilt auch im Bereich der Berufsausbildung. Während früher beim Bäcker oder im Lager noch jemand ohne jegliche Ausbildung (außer dem Staplerschein) gearbeitet hat gibt es heute dort die Bäckereifachverkäuferin und die Fachkraft für Lagerlogistik. Mehr als früher muß man auch nicht können. Aber hauptsache irgend ein Abschluss.

    Ach ja die 2. Bei meinem Arbeitgeber werden Bachelor of Irgendwas übrigens in die Tarifgruppen eingeordnet, die "früher" für die Absolventen der Berufsausbildung (z.B. Industirekaufmann) Verwendung fanden. Da sieht man dann, was diese Abschlüsse real wert sind...
  8. #8

    Ohne Katharina zu Nahe treten zu wollen und ohne Ihren Fall genauer zu kennen, aber kann es nicht sein, dass sie vielleicht die Fehler begangen hat, auf die "falsche" Uni/FH gegangen zu sein und dort die "falschen" Fächer studiert zu haben?
    Bei mir auf dem Schreibtisch landen pro Woche mehrere Bewerbungen. Am Anfang wollte ich so unvoreingenommen wie möglich sein, aber die Erfahrung lehrte mich bzw uns, dass die Absolventen einiger FHs zwar super Noten haben, aber komplett ahnungslos sind bzw nicht den Anforderungen unserer Firma entsprechen.
    Daher laden wir bspw. Absolventen der FH Niederrhein oder FH Südwestfalen nicht mehr ein.
    Wenn Katharina auf einer ähnlichen FH gewesen ist, dann kann es durchaus nicht leicht werden!
    Ohne es zu verallgemeinern zu wollen, aber mir fällt bei vielen Absolventen immer wieder auf, dass sie es sich an der Uni leicht machen wollten. Die umgehen dann anspruchsvolle "Rechen-Fächer" wie Statistik und wundern sich dann, dass sie bspw mit Wirtschaftsgeschichte, Wirtschaftsgeografie und Personal von Arbeitgebern nicht ernstgenommen werden.
  9. #9

    Wartet erst mal ...

    Ein Architekt sagte mir neulich einmal, dass sich auf offene Stellen bei Ihm inzwischen 2/3 EU-Ausländer bewerben und 1/3 Deutsche. Deutsche Nachwuchsakademiker können sich warm anziehen, wenn die billigen und willigen Akademiker aus dem Süden bei uns einfallen, die alles tun würden um nicht weiter bei Mama&Papa im Kinderzimmer wohnen zu müssen.