Akademie für Fußballlehrer: Die Schule der Champions

AFPBayerncoach Jupp Heynckes ist Spitze in seinem Job - gerade ist er mit seinem Verein Deutscher Meister geworden. Wer bei einem deutschen Proficlub Trainer werden will, muss aber erst auf der Hennes-Weisweiler-Akademie bei Frank Wormuth büffeln. Und dort den berüchtigten "heißen Stuhl" überstehen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-892709.html
  1. #1

    Lächerlich

    Dieser Aufwand, diese Kosten und diese Masse an Lehrmaterialen, damit jemand vollmündige Profis trainieren darf. Ein Beispiel der unsäglichen Klinsmann-Ära, wo der DFB-Zirkel unter dem Guru Selbstbeweihräucherung zur Staatsräson erklärt hat. Wie lächerlich die so ausgelobten hohen Standards sind, wird der Fall Hypiää in Leverkusen zeigen, der allein mit der Anmeldung zur finnischen Lizenz dieses aufgebauschte Possenspiel umgeht. Meint man beim DFB wirklich, gestandenen Ex-Profis die 10 Jahre Erfahrung teils internatione mitbringen hier noch groß schleifen zu können? Diese Ausbildung wäre für Juniorenbereiche vollkommen in Ordnung, bei Profis, wo streckenweise Patriarche die Aufstellung diktieren wirkt dies doch eher müssig. Schlimm v.a., dass der DFB mit seinem Konzept ordentlich studierten bis promovierten Sportfachleuten damit die Möglichkeit entzieht, um den Markt Bundesliga ganz allein unter sich zu regeln und zu regieren.
  2. #2

    Bei allem hier verbreitetem Selbstlob

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bayerncoach Jupp Heynckes ist Spitze in seinem Job - gerade ist er mit seinem Verein Deutscher Meister geworden<i>.</i> Wer bei einem deutschen Proficlub Trainer werden will, muss aber erst auf der Hennes-Weisweiler-Akademie bei Frank Wormuth büffeln. Und dort den berüchtigten "heißen Stuhl" überstehen.

    Schule für Fußballlehrer: Die Lizenz zum Kicken - SPIEGEL ONLINE
    und ohne Namen zu nennen,
    scheinen doch einige ganz renommierte Ehemalige Profis,
    den Anforderungen nicht gewachsen gewesen zu sein,
    bzw. kann man die Ausbildung als gescheitert ansehen.
  3. #3

    15 Werktage

    Also muss Sepp Guardiola dann nach 15 Werktagen Bayern wieder verlassen? Ist das EU- und rechts-konform?
  4. #4

    ... wahrhaft teutonisch!!!

    Diese Art, aus Profis Trainer zu machen, ist wahrhaft deutsch. Es ist eigentlich nicht falsch, weil ein guter Kicker noch lange kein guter Trainer ist (... warum fällt mir da der Name Lothar ein ...) Aber dieses fußballerische Preußentum ist trotzdem ... sorry ... ungeil. Ein bißchen cooler wäre ... cool!!!
  5. #5

    Ich kenne es nur vom Basketball-Bereich

    da war die Aussage eines schon professionell agierenden Trainers, er muß halt ein paar Tage die Klappe halten, nett lächeln, bloß nichts kompetentes von sich geben und den anderen beim Saufen zuschauen.
    Grundsätzlich, so ab B-Lizenz aufwärts, bzw. ab dem Zeitpunkt, wo man als Trainer bezahlt wird, ist man normalerweise kompetenter als die Referenten. Ich meine, man macht ja schon nichts anderes, als den ganzen Tag Videos von anderen Spielen zu sehen, nur um sich Tricks oder einfach nur Spielsysteme hineinzuziehen. Oder sich in rechtliche oder psychologische Fachtexte einzuarbeiten. "Heißer Stuhl", klar ist Medientraining sinnvoll, aber das braucht man heutzutage deutlich früher, jedes kleine Kaff hat einen Lokal-Sender und Zeitungen. Das Fan-Projekt klopft auch ein paar mal die Woche an, und dass allesamt schon im semi-professionellen Bereich, also im Fußball so Landesliga oder Landesklasse herum. Diejenigen, die zu so einem Seminar gehen, kennen das eigentlich schon mehr als gut genug. Um es krass auszudrücken, wenn man schlecht aussieht, wird man halt Co-Trainer oder so.
    Disclaimer: kenne keinen Teilnehmer des Seminars, um die sich der Artikel dreht
  6. #6

    Videoanalysen oder Powerpoint-Präsentationen fallen aber vielen angehenden Trainern schwer.

    finde ich grundsätzlich schwer zu glauben.
    Wenn der Trainer als Trainer groß wird, fängt er ja nicht als Chef-Coach irgendwo an, sondern als Assistant. Und die müssen jede Menge Spielanalysen betreiben, kaufen sich teilweise mehrere Monitore und Computer, nur um diverse Spiele der finnischen Liga oder so zu schneiden usw. Powerpoint-Präsentationen braucht man als Trainer eigentlich nicht, sollte aber jeder Hauptschüler heutzutage hinkriegen. Wichtiger ist, dass man mit Excel oder im Hochleistungsbereich, mit Datenbanken und SPSS oder sowas umgehen kann (oder jemanden kennt, der das kann). Spieletheorie ist jedenfalls wichtiger als Powerpoint.
    Klar, wenn man als ehemaliger Spieler antritt, fehlen vielleicht 2-3 dieser Dinge, auf der anderen Seite, die heutige Generation macht das ja auch in der Halbzeit-Pause auf ihrem Smart-Phone. Also, wer ernsthaft Hilfe braucht nach seiner A-Lizenz mit Video-Analysen hat seinen Beruf komplett verfehlt.
  7. #7

    9000 € als Lehrgangsgebühr plus Unterkunft/Nebenkosten ist geschenkt

    So ein Trainer kassiert auch schon stramme Milliönchen pro Jahr. Wer als Fußballprofi mit den Millionen Jahr für Jahr vollgepumpt wurde und sehr oft auch sein Geld nicht wert war, für den könnte wohl die Lehrgangsgebühr auch 50.000 € ausmachen. Wer sein Geld, wie so viele Lottokönige, verjuxt hat, den wird auch ein Sozialamt nicht aus der Grube ziehen. Ein guter Spieler hat nicht unbedingt einen Freifahrtsschein als Super-Trainer.
    Wenn man sich den Klinsmann ansieht, seine übermäßig hochgejubelte Tätigkeit als Bundestrainer, für dessen Arbeit und Lorbeer der ruhige Typ Joachim Löw verantwortlich zeichnete. Will sagen, mit Löw wäre der schwäbische Schreihals beim FC Bayern nicht so kläglich gescheitert. Dann weiß man aber auch, warum ein Präsident Zwanziger ein Untermaß nehmen musste, es war nichts anderes aufzutreiben. Und wer weiß, inwieweit der andere Schwabe namens Mayer-Vorfelder beim Andienen noch seine Muskelchen spielen ließ. Aufhören!
    Und so ein toller Kicker war der Stuttgarter Bäckergeselle auch wieder nicht. Mehr Schein als Sein, mit dem Hang zu kräftiger Überbezahlung. Wo bleibt denn seine als Huntington-Beach-Boy betreute amerikanische Fußball-Nationalmannschaft.

    Schule für Fußballlehrer: Die Lizenz zum Kicken - SPIEGEL ONLINE
  8. #8

    optional

    Die Gehälter im Sportbereich sind äußerst asymetrisch. Gilbt welche, die wirklich im Millionen-Bereich verdienen, die meisten auch professionellen Trainer kriegen aber nur so €500 plus Hartz IV plus Auto plus Wohnung plus Spesen plus diverses (alle plus zahlen Sponsoren und können jederzeit genommen werden), da man Schwarzgeld auch annimmt, auch die staatliche Unterstützung. Klar, die BL-Trainer im Fußball verdienen alle gut, aber der Artikel bezog sich auch auf die 3./4. Liga bzw. Nachwuchsarbeit. Da sieht das auch anders aus.
  9. #9

    Zitat von Roßtäuscher Beitrag anzeigen
    Wenn man sich den Klinsmann ansieht, seine übermäßig hochgejubelte Tätigkeit als Bundestrainer, für dessen Arbeit und Lorbeer der ruhige Typ Joachim Löw verantwortlich zeichnete. Will sagen, mit Löw wäre der schwäbische Schreihals beim FC Bayern nicht so kläglich gescheitert.
    Ich kann das fachlich nicht beurteilen, aber ich versichere, dass die politische Komponente für Trainer extrem entscheidend ist, und die muß man sich unabhängig von Lehrgängen beibringen.