Zum Tode Jess Francos: Der Schmuddelgott

ddp imagesEr war ein manischer Filmemacher, Werke wie "Vampyros Lesbos" oder "Perverse Emmanuelle" machten ihn zum König des Exploitation-Kinos: Bei Jess Franco wimmelte es nur so von Kannibalinnen, Vampirinnen und Zombie-Amazonen. Nun ist der spanische B-Movie-Gott mit 82 Jahren gestorben.

http://www.spiegel.de/kultur/kino/na...-a-892030.html
  1. #1

    Das leidige Trash-Verdikt

    Franco hatte durchaus Talent und Ambitionen als Regisseur, er wollte sich aber nicht von Geldgebern abhängig machen und verwirklichte seine Visionen daher meist mit sehr geringen Budgets. Filme wie "Das Geheimnis des Dr. Z" zeigen einen höchst fähigen, virtuosen Künstler auf dem Regiestuhl. Aber auch seine als Trash geschmähten Filme zeigen oft eine fiebrige Intensität, eine spürbare Leidenschaft, die filmförderungsabhängige, akademienahe Vorzeigeproduktionen der Gegenwart nur seltenst erlangen. Bei alldem sei nicht verschwiegen, dass ein so versessener Filmemacher auch Werke hinterlassen hat, die nicht sehenswert sind. Aber er war ein kreatives Original mit einer übergroßen Liebe zum Medium und verdient weiterhin wahrgenommen zu werden.
  2. #2

    Franquismo

    Von Taufe an hieß er übrigens Jesús, und natürlich hat er jede Menge Palmen bekommen und Bären abgestaubt. Aber natürlich nicht die von Cannes oder Berlin.
  3. #3

    Au, Mann

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Er war ein manischer Filmemacher, Werke wie "Vampyros Lesbos" oder "Perverse Emmanuelle" machten ihn zum König des Exploitation-Kinos: Bei Jess Franco wimmelte es nur so von Kannibalinnen, Vampirinnen und Zombie-Amazonen. Nun ist de
    Da ist ja ein ganz Großer von uns gegangen. Er hinterlässt ein großens Vakuum.
  4. #4

    B-Movie?

    Vampyros Lesbos ein B Movie? Ich bitte Sie ... ;-)
  5. #5

    Zitat von Skalla-Grímr Beitrag anzeigen
    Aber er war ein kreatives Original mit einer übergroßen Liebe zum Medium und verdient weiterhin wahrgenommen zu werden.
    Ach ja, das waren die Zeiten, in denen der katholische Filmdienst und der evangelische Filmbeobachter mahnten und warnten, dass das Ouevre von Jess Franco, Russ Meyer etc. an die niedrigsten Instinkte appelliert und "dringendst" von diesen "spekulativen Machwerken" abriet.
    Was uns natürlich um so mehr motivierte, das nächstgelegene Bahnhofskino aufzusuchen....
    Damals hätte sich allerdings keiner von uns träumen lassen, dass im Zuge der allgemeinen Tarantinosierung der Filmkritik die Werke von "Sleazy Jess" einmal vom Feuilleton rehabilitiert würden.
    War er doch dafür verantwortlich, dass so ziemlich alle Erfolgsmodelle des europäischen Genrekinos (Edgar Wallace, Hammers "Dracula" und "Frankenstein, FuManchu, Maciste, Dr. Mabuse etc.) in der Softpornographie endeten.
    Sic transit gloria mundi.
    Schön, dass dieser Jesus noch zu Lebzeiten seine verdiente Würdigung erfuhr.
  6. #6

    Traurig

    Es tut mir sehr leid dass Jess nicht mehr mit uns ist. I haette ihn gern wieder gesehen. Wir haben gute Filme zusammen gemacht. I weiss dass Jess sehr traurig war leztes Jahr wenn er Lina verloren hatte. Empfaele seine Sehle zu Gott.
  7. #7

    optional

    Hat der Mann nicht in letzter Zeit vor allem Pornos gedreht? Oder verwechsle ich ihn gerade mit jemand anderem....?
  8. #8

    Zitat von mariarohm Beitrag anzeigen
    Es tut mir sehr leid dass Jess nicht mehr mit uns ist. I haette ihn gern wieder gesehen. Wir haben gute Filme zusammen gemacht. I weiss dass Jess sehr traurig war leztes Jahr wenn er Lina verloren hatte. Empfaele seine Sehle zu Gott.
    Maria, wir knien nieder vor dem Altar, den Jess für Dich gebaut hat.

    Denke, es gibt 20 - 25 Filme von Jess Franco, bei denen ich denke: was braucht man mehr zum Glücklichsein? Eben, quasi nix.
  9. #9

    Zitat von Die Krähen behaupten Beitrag anzeigen
    Maria, wir knien nieder vor dem Altar, den Jess für Dich gebaut hat.
    Neben Maria Rohm (Seien Sie auch von mir herzlichst gegrüßt, Mina/Juliette!) und Lina Romay sollte man an diesem Tag auch noch eine weitere große Franco-Heroine preisen:
    die leider viel zu früh verstorbene Soledad Miranda....