Erbenermittler: Dem Blut auf der Spur

Sie stöbern in vergilbten Adressbüchern und Melderegistern, in alten Briefen und Fotoalben, aber auch auf Facebook und Twitter. Wenn Verstorbene weder Testament noch bekannte Verwandte hinterlassen, suchen professionelle Ermittler nach den Erben - auch am anderen Ende der Welt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-890356.html
  1. #1

    Und das kann dauern...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sie stöbern in vergilbten Adressbüchern und Melderegistern, in alten Briefen und Fotoalben, aber auch auf Facebook und Twitter. Wenn Verstorbene weder Testament noch bekannte Verwandte hinterlassen, suchen professionelle Ermittler nach den Erben - auch am anderen Ende der Welt.

    Erbenermittler und Nachlasspfleger suchen nach unbekannten Erben - SPIEGEL ONLINE
    ...und zwar solange bis vom Erbe nichts mehr bleibt.
    Das erleben wir gerade mit einer "Ermittlung" in Osteueropa...
  2. #2

    Interessant, was wuerden Gerichte sagen?

    "Haben sie Erben gefunden, schließen sie mit ihnen einen Vertrag über ihr Suchhonorar: Erst, wenn dieser unterzeichnet ist, geben sie Details zur Erbschaft preis"
    Vorenthaltung der mir zustehenden Erbschaft wuerde ich als Unterschlagung ansehen. Wer beauftragt, bezahlt im Allgemeinen, oder? Wer ermittelt, ohne VORHER fuer den Erfolgsfall eine Bezahlung festgeschrieben zu haben, ist selber schuld. Und auf meinen guten Willen angewiesen, hat aber kein Recht, mir die Informationen ueber meine Erbschaft vorzuenthalten. Weil das waere Erpressung. "Du unterschreibst hier, dann erzaehle ich dir, wer/wo/wieviel.
  3. #3

    Hä?

    Eine Million, abzüglich 25% Provision, 750.000. Geteilt durch 13 Erben - 57.000 Euro. Davon erhalten die nur jeweils 10.000? Wie kann denn das sein? Und dann 500.000 Erbe, wovon die Erben nur jeweils 100 Euro ausgezahlt bekommen? Davon ausgehend, dass wieder vorab 25% Provision abgezogen werden, bleiben 375.000 übrig. Davon ausgehend, dass davon wieder - aus welchen Gründen auch immer - nur ein Siebtel als Erbmasse übrig bleibt, dann wären das 53.000 Euro. Die auf 530 Erben aufgeteilt wurden.
  4. #4

    Zitat von numey Beitrag anzeigen
    Eine Million, abzüglich 25% Provision, 750.000. Geteilt durch 13 Erben - 57.000 Euro. Davon erhalten die nur jeweils 10.000? Wie kann denn das sein? Und dann 500.000 Erbe, wovon die Erben nur jeweils 100 Euro ausgezahlt bekommen? Davon ausgehend, dass wieder vorab 25% Provision abgezogen werden, bleiben 375.000 übrig. Davon ausgehend, dass davon wieder - aus welchen Gründen auch immer - nur ein Siebtel als Erbmasse übrig bleibt, dann wären das 53.000 Euro. Die auf 530 Erben aufgeteilt wurden.
    Das ist nicht immer so einfach. Wir hatten einen Erbfall mit einer großen Erbmasse in der Familie. Die größte Summe, die ausgezahlt wurde, betrug um die 16.000 Mark, die kleinste lag bei 560 Mark. Es kommt nämlich sehr auf den grad der Verwandtschaft an, wieviel Geld man am Ende erhält. Ist man eines von drei Geschwistern, deren Vater einer der Cousins des Erblassers ist, der selbst nur eines von 4 Geschwistern ist und noch dazu 5 Onkel und 3 Tanten hatte, teilt sich das Erbe dementsprechend. Es bekommen nicht alle gleich viel, die 100 Euro sind also durchaus realistisch.

    Wir haben damals auch keinen professionellen Erbenermittler benutzt, sondern es alles selbst gemacht. Die Kosten für Fahrten, um Geburtenbücher einzusehen, teilweise mit Übernachtung, Porto und nicht zuletzt die Beisetzung und Grabpflege kostet.

    Das Erbe ist letztendlich kein Selbstzweck, in den Fällen, in denen ein Erbenermittler eingeschaltet werden muss, kommt egal wie viel Geld es ist doch eher als Überraschung. Wenn sie es lieber dem Staat überlassen, als jemanden für einen Dienstleistung zu bezahlen, von Geld, mit dem sie nie gerechnet haben, bitte.
  5. #5

    Zitat von Altesocke Beitrag anzeigen
    "Haben sie Erben gefunden, schließen sie mit ihnen einen Vertrag über ihr Suchhonorar: Erst, wenn dieser unterzeichnet ist, geben sie Details zur Erbschaft preis"
    Vorenthaltung der mir zustehenden Erbschaft.....
    Ihnen wird ja keine Erschaft vorenthalten, sondern nur die Info, wie Sie da rankommen. Aber die Tatsache, dass Sie bei einem absolut zufälligen Ereignis mit dem niemand rechnen könnte nichtmal 20-25% abgeben würden für denjenigen, der Sie mühevoll recherchiert hat, spricht Bände über Sie.
  6. #6

    optional

    Danke, silima, aber:

    "Tatsächlich gibt es schon heute kaum noch Alleinerben, die Millionen einstreichen. "Erbengemeinschaften mit 30, 40, 80 Leuten sind keine Seltenheit", sagt Klaus Amon, 53, der für die Hoerner Bank Nachlässe betreut, Vermögen verwaltet und Erben ermittelt. Im Extremfall blieben von 500.000 Euro nur noch 100 Euro FÜR JEDEN übrig, sagt er."
    Darauf beziehe ich mich.
  7. #7

    Zitat von SpitzensteuersatzZahler Beitrag anzeigen
    Ihnen wird ja keine Erschaft vorenthalten, sondern nur die Info, wie Sie da rankommen. Aber die Tatsache, dass Sie bei einem absolut zufälligen Ereignis mit dem niemand rechnen könnte nichtmal 20-25% abgeben würden für denjenigen, der Sie mühevoll recherchiert hat, spricht Bände über Sie.
    Irgendwer will/muss die Erbschaft an den Mann bringen!
    Der beauftragt die Erbenermittler.
    Da das haeufig wohl vom Staat ausheloest wird, sollte es vielleicht eine staatlich regelmentierte Bezahlung geben, oder?
    Andersherum ist es eine Art von Erpressung "Du bist Erbe, aber ich sage dir nur, wo und von wem, wenn du mir xx% gibst.
    Waere fuer alle Beteiligten vielleicht die bessere Variante. Die Kontaktaufnahme koennte direkt durch die oeffentliche Hand geschehen.
    Nebenbei: Was passiert, wenn nur einer der Erben nicht auf die Erpressung eingeht? Wird ihm dann sein Erbe komplett vorenthalten? Damit die anderen, die ja gerne zahlen wollen, ihre Zahlung auch leisten koennen?
    Fragen ueber Fragen. Die vermutlich moralisch und gesetzlich voellig unterschiedlich zu bewerten sind!
  8. #8

    Wobei man betonen muß, daß die Erbenermittler in

    fast allen Fällen davon leben, daß der Erblasser zu dumm (geizig, nachlässig usw.) war, ein wirksames und vernünftiges Testament zu machen. Dann geht das Erbe nämlich nicht an die gesetzlichen Erben (also an unter Umständen ganz, ganz, ganz entfernte Verwandte, wi im Beitrag beschrieben), die oft mühsamst ermittelt werden müssen, sondern an die im Testament benannten Erben, die im Regelfall leicht auffindbar sind.
  9. #9

    @ alte Socke

    Es wird ihnen kein Erbe vorenthalten. Sie kommen ersteinmal in den Genuss eines Erbes, von dem sie ansonsten nie erfahren würden. Sie haben oft überhaupt keine Ahnung, wer der Erblasser überhaupt ist. Sie vergessen wahrscheinlich, dass es viel Arbeit macht die Erben ausfindig zu machen und die Nachweise zu führen, dass sie überhaupt Erbe sind. Viele Ermittlungen führen ins Leere und dauern Jahre und das ohne Erfolg. Wenn man dann einen Erfolg verbuchen will, dann muss man mit seine Informationen vorsichtig sein. Und Sie wären wahrscheinlich der Letzte der etwas freiwillig abgeben würde. Diese moralische Keule bekommt man fast immer aus Deutschland zu hören. In dem angelsächsischen Raum ist muss man sich solche Vorwürfe nicht anhören. Im Gegenteil, die Erben sind froh ein unverhofftes Geschenk zu bekommen - und es ist ein Geschenk - denn mal ehrlich Kinder und Enkelkinder werden wohl kaum von Erbenermittlern ausfindig gemacht. Von daher sollten die mögliche Erben froh sein dass sich jemand die Arbeit ohne Aussicht auf Erfolg gemacht hat. Nur mal als Denkansatz.