Technik im Operationssaal: Teurer Eingriff mit Dr. Robo

APWeniger Schmerzen, kürzerer Klinikaufenthalt, präzisere Schnitte: Roboter im OP sind nach Meinung vieler Ärzte die Helfer der Zukunft. Doch die teuren Geräte haben ihre Tücken. Eine Studie stellt jetzt den Nutzen eines Systems in Frage, das auch in Deutschland eingesetzt wird.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-890261.html
  1. #1

    optional

    Was im Artikel angesprochen wird ist korrekt. Nur ist es nicht die ganze Wahrheit.
    eine Gebaermutteroperation ist nicht der Grund einen OP-Roboter anzuschaffen und zu betreiben, eher eine Verlegenheits-Nutzung. Seine Haupt-Daseinsberechtigung hat er bei Eingriffen wie einer Pankresasresektion, wo die Dreidimensionalitaet der Sicht und die dreidimensionale Beweglichkeit der Instrumente den Unterschied machen. Bei uns in Grosseto wird der Roboter auch zeitweise bei Eingriffen verwendet, bei denen es seitens aller Beteiligten keinen Sinn macht. Aber dadurch wird ein Trainingseffekt bei einfachen Eingriffen erziehlt, der sich bei schwierigen auszahlt. Man kann nicht alles an Schweinen ueben. Von nichts kommt nichts. Einen Eingriff endoskopisch durchzufuehren sieht fuer den Laien vielleicht aufgrund der Monitore aehnlich aus, ist ist aber von der Manualitaet komplett anders. Also muss man sich in die Methodik einarbeiten, sonst steigen die Komplikationsraten und das will keiner.

    Viel verwerflicher finde ich, dass die Kliniken meist den Werbeeffekt im oertlichen Kaeseblatt als Ziel haben anstatt der besseren Versorgung.

    Ich bin selber uebrigens weder Teilhaber einer der Firmen noch Chirurg, der damit arbeitet - aber diese Richtigstellung war meines Erachtens noetig.
  2. #2

    Äpfel mit Birnen

    Da hat wohl wieder jemand was verwechselt... Die Untersuchung stellt den Einsatz des Geräts nur für die Entfernung der Gebärmutter in Frage. Der dazu befragte Urologe entfernt damit aber die Prostata, wofür die Datenlage deutlich besser ist, z.B. weniger Erektionsprobleme als Komplikation. Ist halt kein Zeit-Artikel...
  3. #3

    Bis die Technik soweit ist

    dass Roboter halbautomatisiert Operationen durchführen, die im Ergebnis handwerklich denen eines erfahrenen Arztes ebenbürtig sind und kein Restrisiko bei Routineoperationen haben, vergehen sicherlich noch viele Jahrzehnte. Da würde ich auch grössere Schnitte und Narben in Kauf nehmen, denn eine geschultes Auge eines Arztes sieht zwar zweidimensional, aber das Risiko von angesprochenen Zwischenfällen scheint ja bei diesen Maschinen zu existieren. Bei Routineoperationen ist es also meist besser direkt vor der zu operierenden Stelle zu stehen und flexibler regieren zu können. Vielleicht wäre eine 3D-Brille für den Operateur die ideale Lösung, wenn er damit noch seine eigenen Hände benutzen kann? Die amerikanische Lösung scheint sowohl im Krieg als auch bei Operationen immer mehr die joystick-Methode zu werden. Was kommt als nächstes? Zeugung von Kindern?
  4. #4

    Medizin und Fortschritt

    Die moderne Medizin besteht nach wie vor zu 90% aus "Aufschneiden, Rausholen, Zunähen". Und auch das kann man unter dem Diktat des Fortschritts und der Wirtschaftlichkeit nicht länger von der Robotik fernhalten.

    Zumal mehr und mehr med. Institutionen der wirtschaftlichen Arbeitsweise unterworfen werden. Der hippokratische Eid wird kurzer Hand für die Quote im Operationssaal geopfert. Da ist es nur gerecht dass die Quote von der Maschine erbracht wird.

    Ich kann mich an Mediziner (hier im Forum) erinnern die ob ihrer enormen Ausbildungszeiten Gehälter, Anerkennung ja den Zustand der Halbgottheit für sich einfordern. Aber auch sie werden von technologischem Fortschritt eingeholt. Ich persönlich plädiere sehr dafür dass Operationen von Computern durchgeführt werden. Sie sind 1. rational erfassbar und zweitens technologisch reproduzierbar. Es braucht also keinen überarbeiteten Chirurgen mehr der nach 70 Stunden Schicht, zitternd den Blinddarm entfernt. Die Medizin kann sich dann endlich von ihrer historischen Fixiertheit auf die Krone Chirurgie lösen, und sich den relevanten Forschungsfeldern wie der Onkologie, Virologie oder aber der neurologisch pathologischen Medizin zuwenden. Es wird endlich wieder Wissen geschaffen, nach 25 Jahren Dornröschenschlaf der Medizin.
  5. #5

    Zitat von drmtiede Beitrag anzeigen
    Was im Artikel angesprochen wird ist korrekt. Nur ist es nicht die ganze Wahrheit....

    Viel verwerflicher finde ich, dass die Kliniken meist den Werbeeffekt im oertlichen Kaeseblatt als Ziel haben anstatt der besseren Versorgung.
    "örtliches Käseblatt" spielt die Bedeutung etwas herunter. Viele informieren sich vorab auf der jeweiligen Homepage. Da finden sich dann die modernsten Instrumente: Roboter, Green Laser (Prostata). Und operiert wird dann ganz konservativ. Vielleicht ist das bezogen auf die verfügbare Kompetenz das bessere Verfahren. Aber es wird mit den Geräten geworben. Das grenzt an Irreführung.
  6. #6

    Fehlentwicklung

    Die DaVinci Roboter wurden in Deutschland in erster Linie für Operationen beim Prostatakrebs erworben. Es begann ein ruinöse Rüstungskampf zwischen den Kliniken. Nicht nur Anschaffunsgpreis, sondern Wartung- und Materialkosten belasten die Kliniken. Bis auf wenigen High-Output Kliniken erreichen kleinere Krankenhäuser nicht mal Zahlen bei denen der Learning Curve komplettiert wird. Da mit der Einführung von Organzentren auch ein Mindestanzahl von Eiingriffen für die Zertifizierung verlangt wird, ist der Druck noch größer ein Roboter anzuschaffen. Die tatsächliche Vorteile sind, in Vergleich von anderen etablierten Verfahren sind in der täglichen Routine bisher nicht nachgewiesen worden, im Gegenteil, ein Befragung von Medicare hat ein tendenziell schlechteres ( statistisch nicht signifikant) Ergebnis hinsichtlich Urininkontinenz und Erektionsstörung ergeben. Die Quote der lokalen Wiedererkrankungen ist ebenso hoch (nach einigen Quellen sogar höher) wie bei anderen operativen Verfahren. Da aber die Operateuren verständlicherweise eine viel niedrigere Nebenwirkungsrate propagieren, die Anteil von unzufriedenen Patienten ist höher als bei konventioneller Verfahren. "Robotic-Assisted Prostatectomy: Is There Truth in Advertising?
    James A. Eastham: Eur Urol. 2008 Oct;54(4):720-2."
  7. #7

    3d

    Ich dachte immer, dass wir Menschen mit zwei Augen sowieso in 3D sehen. Hat sich da was geändert? Brauchen wir da jetzt einen OP-Computer?
  8. #8

    optional

    Bei Prostata-Operationen im "Handbetrieb" geschahen in der Vergangenheit oft katastrophale Fehler. Die wichtige Frage ist, ob die Versagensquote mit da Vinci sich verbessert hat. Und ggf. - sind die Folgekosten einer vergeigten Prostata-OP in die Kosten-Nutzen-Bewertung mit eingeflossen?
  9. #9

    Witzig ist......

    Zum einen diese sogenannte "Kostenexplosion" und zum anderen der Mehrgewinn -welcher wohl optimiert werden muss. Nun,ich kann mir auch einige Vorteile;in einigen Spezial Gebieten der Medizin gut vorstellen.ich arbeite in der Ortopedia und kann dort nur immer wieder behaupten, das ein gutausgebildeter Operateur,bis jetzt, einem jedem Roboter auch in zeitlicher Hinsicht überlegen ist.man kann es drehen oder wenden Wie man mag... Es bleibt eine kostspielige Spielerei -dieser Aberglaube an die Technik von morgen.das bessere an einem Menschen in einer OP,ist die seine Berufserfahrung die er da in einer manuellen Arbeit als ein absoluter Spezialist zum Einsatz bringt. Prämisse er/sie ist ein gut ausgebildeter Arzt.ich treffe in einem Jahr ungefähr auf 200 Ärzte,und sehe das die Wirklichkeit ganz andere Argumente hat,als die Wichtigkeit eines Roboters.Beispiele hätte ich da viele und oft ist es recht verblüffend festzustellen das es nicht immer der große Professor oder der Chefarzt ist,welcher da gut operiert. Weil es wohl auf beiden Seiten eher um den Mensch geht,als um die Maschine!!!!