Debüt-Roman "So ist das": Herr Dr. Kopfig war sehr hässlich

Droschl VerlagSchuhe, die ihre Träger neun Zentimeter größer machen, Frauen, die sich zum Verwechseln ähnlich sehen, und eine kleine Philosophie über einen Stuhl - Stephan Groetzner hat in "So ist das" mit Witz und Wagemut über die Liebe geschrieben.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-891199.html
  1. #1

    All style, no substance

    Ja, nett. Aber Literatur? Manche werden das wohl zurecht als "dünnes Büchlein" eingestufte Werk schon garnicht in die Hand nehmen und folglich auch nicht "mutmaßlich weglegen" können. Aber der Rezension, die sich nicht entblödet, juristische Unwörter wie "mutmaßlich" zu verwenden, merkt man an, daß dieses Büchlein zum sprachlichen Nachalbern anregt. Immerhin etwas.
  2. #2

    Schöne Rezension...

    ... die Lust macht auf das Buch! Man möchte noch hinzufügen - es ist großartig, wenn ein Rezensent sich so was traut, besonders in einem Blatt wie diesem!
  3. #3

    Wer sieht sich nicht ähnlich?

    Dieses schöne Beispiel sollte ermutigen, das leider als veraltet geltende Wort "einander" wiederzubeleben. Denn die genannten Frauen sahen nicht sich ähnlich (das tut jede Frau), sondern einander.
  4. #4

    Literatur? Für wen?

    Literatur, die laut Rezensent nicht mehr verständlich ist, für wen ist die da? Geht unsere "Kunst" nicht den falschen Weg, wenn für eine selbsternannte Elite Wortspiele erfunden werden, die selbst diese Elite nicht wirklich interessieren und die sie nur braucht, um sich von der Masse, das bin in dem Fall ich, abzuheben?
  5. #5

    Hingeschludert

    Zitat von renzodohm Beitrag anzeigen
    Dieses schöne Beispiel sollte ermutigen, das leider als veraltet geltende Wort "einander" wiederzubeleben. Denn die genannten Frauen sahen nicht sich ähnlich (das tut jede Frau), sondern einander.
    Bin ich froh, daß es auch noch andere Leute gibt, denen die sprachlichen Schludereien hier in SPON (und immer wieder auch anderswo) auffallen.
    Im STERN stand gestern zu Christopher Walkens 70.Geburtstag zu lesen, man habe ihm " die Etikette >skurril<" verpasst.
    (Statt "das Etikett"!)
    Manchmal hat man das Gefühl bei den Online-Auftritten all dieser Zeitungen werden nur noch blonde Praktikantinnen beschäftigt...
  6. #6

    Geschmack

    Nee, muss man nicht haben und auch nicht lesen. Warum klingen diese Kurzsätze nach Bild und Bilderbuch?
    Aber Dr. Lieschen Müller wird es lieben.
    Danke, Rezensent, für die Leseproben.
  7. #7

    Den Trend verschlafen?

    Zitat von pejoachim Beitrag anzeigen
    Literatur, die laut Rezensent nicht mehr verständlich ist, für wen ist die da? Geht unsere "Kunst" nicht den falschen Weg, wenn für eine selbsternannte Elite Wortspiele erfunden werden, die selbst diese Elite nicht wirklich interessieren und die sie nur braucht, um sich von der Masse, das bin in dem Fall ich, abzuheben?
    Meine Frage an einen Fotoprofessor, welche Bedeututng denn eigentlich die Künstler noch hätten, es ginge ja neuerdings immer nur um die Kunstvermittlung, beantwortete dieser mit breitem Grinsen: Kunst haben wir genug, und Kunst machen ist anstrengend. Deshalb wollen jetzt alle Kunst vermitteln, da bekommt man die Befriedigung billiger.

    Soviel zu meinen Qualitätserwartungen an Renzensenten. Tucho und MRR bleiben Ausnahmen - zum Glück nicht die einzigen.

    Letztlich zum hoffnungsgetragenen Debüt: "So ist das" offenbar wie Loriot ohne Bilder, das schult den Geist (und dann hat man was Eigenes).
  8. #8

    Hinterm Mikrofon auch blond

    Zitat von joschitura Beitrag anzeigen
    Bin ich froh, daß es auch noch andere Leute gibt, denen die sprachlichen Schludereien hier in SPON (und immer wieder auch anderswo) auffallen.
    ...
    Manchmal hat man das Gefühl bei den Online-Auftritten all dieser Zeitungen werden nur noch blonde Praktikantinnen beschäftigt...
    Auch im DLF, dem Gral der journalistischen Ethik (HaHa) gibt es Zeichen, ob blond oder Frriedberrt Meurrerr (nur ungenaue Beispiele), für den journalistischenen Verfall. Aber als ich dort eine Dame säuseln hörte, dass die Uhren nun umgestellt seien und es deshalb länger hell bliebe, musste ich nach einer Schrecksekunde laut lachen. Das ist so blöd, dass es beinahe versöhnt. Ich ziehe mir also die Mütze über die Augen und bin unsichtbar.
  9. #9

    Zitat von catcargerry Beitrag anzeigen
    Auch im DLF, dem Gral der journalistischen Ethik (HaHa) gibt es Zeichen, ob blond oder Frriedberrt Meurrerr (nur ungenaue Beispiele), für den journalistischenen Verfall. Aber als ich dort eine Dame säuseln hörte, dass die Uhren nun umgestellt seien und es deshalb länger hell bliebe, musste ich nach einer Schrecksekunde laut lachen. Das ist so blöd, dass es beinahe versöhnt. Ich ziehe mir also die Mütze über die Augen und bin unsichtbar.
    Der von Ihnen erwähnte FrriedberrtMeurrrerr - ist das nicht der,
    der immer so klingt, als sei er stark angesäuselt?
    (Oder zumindest im Alter von Jopi Heesters?)
    Anmoderationen beim DLF bestehen meist (der Einfachheit halber) aus den drei bis vier ersten Sätzen des Korrespondenten.
    Auch die Nachrichten des Deutschlandfunks sind in mancher Hinsicht indiskutabel: umständlichstes Verlautbarungsdeutsch, dargeboten von piepsigen,unkonzentrierten (Ver)Sprecherinnen, die mit sinnfreien Betonungen aufwarten wie etwa "Lebens-MITTEL",
    als ob es Lebens-ober oder -unter gäbe.
    Und dann noch zehn Minuten Verkehrshinweise -
    zu läppischen 1000-Meter-Staus auf der A1!
    Aber wie sagt man: der Fisch stinkt vom Kopf her.
    Solang jemand wie Dr.Steul Intendant ist,
    wird sich da auch nix ändern.