Vorhersagen über Immobilienpreise : Hypes der Häuserwelt

DPAAnhaltender Boom in attraktiven Großstädten, die Peripherie verödet. So oder so ähnlich klingen alle Vorhersagen zum deutschen Immobilienmarkt. Doch in der Vergangenheit haben sich die Prognostiker schon häufiger geirrt.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser...-a-889619.html
  1. #1

    Warum immer Berlin oder München

    Warum nicht mal Immobilienmarkt im Hunsrück. Oder Westerwald.
  2. #2

    ...

    Für den "Normalbürger" dürfte ein Haus im Normalfall selten eine bewusste Investition sein, sondern der Wunsch nach etwas Unabhängigkeit. Nach "den eigenen vier Wänden".

    Das war bei mir auch nicht anders. Nach reichlichen Informationen über Eigentumswohnungen kam die Erkenntnis, dass die zu erwartetenden Anwaltskosten zum Zwecke des Rechtsstreites mit den diversen Verwaltungsgesellschaften und germanischen Eigentümerversammlungen die Kosten eines Hauskaufes bei weitem übersteigen würde.

    Was das Ding in 30 oder 40 Jahren Wert ist, darüber dürfen meine Kinder sich den Kopf zerbrechen... mir reichen dann 2 m²!
  3. #3

    Legende von der Aufhebung der Schwerkraft

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anhaltender Boom in attraktiven Großstädten, die Peripherie verödet. So oder so ähnlich klingen alle Vorhersagen zum deutschen Immobilienmarkt. Doch in der Vergangenheit haben sich die Prognostiker schon häufiger geirrt.

    Prognosen zu Immobilienpreisen sind unzuverlässig - SPIEGEL ONLINE
    Ja, ja, der angeblich unkaputtbare Innenstadtmarkt in München & Co. Wenn dort das zu erwartende lange Tal der Tränen eintritt, sind die Herr Beyerles dieser Welt schon lange über alle Berge und haben ihren Reibach schon im Trockenen. Entgegen der landläufigen Meinung geht es auch in solchen "Toplagen" nicht immer nur aufwärts. Extreme Hochpreisphasen gab es hier auch schon früher (z.B. Anfang der 90er), und danach kamen - oh Wunder - Jahrzehnte (!) des realen durchschnittlichen Wertverlusts.

    Wie gerade wieder berichtet wurde, sinken die durchschnittlichen Eigenkapitalanteile und steigen die Laufzeiten bei der Baufinanzierung von Rekordniveau zu Rekordniveau. Sprich: Schon jetzt steigen viele bei Preisen ein, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können. Wenn dann in 10-15 Jahren bei Vielen die Zinsbindung ausläuft und sie sich die dann deutlich höheren Monatsraten nicht mehr leisten können, wird eine Flut von Notverkäufen und Zwangsversteigerungen den Markt überfluten. Gleichzeitig wird bis dahin selbst in den hippen Grossstädten der unaufhaltsame demographische Wandel zu spüren sein. Was das in Summe heissen wird, kann man sich ja an einer Hand ausrechnen.
  4. #4

    homeoffice auf dem Land war ja nicht ernst zu nehmen. Aber auf Grund des steigenden Druckes auf die Arbeitnehmer,
    - zu den jeweiligen Job zu ziehen, die meist in den Ballungszentren angeboten werden,
    - wegen Personalkürzungen vermehrt mit der Bahn zu Reisen, sich eigene Autos weniger leisten zu können,
    - weniger Kinder zu haben, wegen derer viele noch aufs Land zogen
    - eigene Häuser wegen der Heizkosten ehe zu teuer werden
    - Migranten aus dem Süden die Städte bevorzugen
    bei diesen kurzlebigen Jobs und temporären Stellen wird nicht mehr langfristige Lebensplanung betrieben, sonder kurzweilige. Der kurzweilige Verdienst ist wichtiger als das Leben im Grünen.
  5. #5

    Der Todeskuss moderner Inverstorenarchitektur

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Vor 15 Jahren noch spielten noch Architekten die Hauptrolle und stellten am Mittelmeer ihre hölzernen Modelle vor. Heute tummeln sich viele Finanzfirmen und Banken unter den Ausstellern. Sie wollen ihr Geld sicher in großstädtischem Betongold anlegen.
    Prognosen zu Immobilienpreisen sind unzuverlässig - SPIEGEL ONLINE
    Auch schon vor 15 Jahren waren die Architekten nur die Handlanger oder (Künstler-)Fassade dieser Finanzbranche. Diese Maske konnte man in der heutigen Betongoldgräberstimmung inzwischen fallen lassen. Es geht bloß noch um das „sichere“ Investment.

    Aber genau dieser Blick auf die Stadt und der Versuch alles, was sie an Lebendigkeit und schöner Altbausubstanz bietet, zu Geld zu machen, ist der sicherste Weg diese Lebensqualität zu vernichten und zu vertreiben. Man schaue sich dazu einmal die Entwicklung und die neue Trostlosigkeit von Berlin-Mitte an. Die armselig-sterilen Neubauten der Investoren und Immobilienfonds hoffen aus den hippen Lagen sicheres Geld zu machen, zerstören die Lagen dabei jedoch ebenso gründlich wie jene Hoteliers, die auf dieser Welt die letzten unberührten Strände mit ihren langweiligen Betonkisten zupflastern.

    Investorenarchitektur ist angewandtes Schmarotzertum. Sie will mit ihrem architektonischen Minimalismus - also kosteneffizient- von einer ästhetisch schönen und kulturell reichhaltigen Umgebung profitieren, verkauft silikongedichtete Fensterplätze auf eine attraktives Drumherum und hat doch bereits in dem Augenblick, an dieser Fensterplatz verkauft und gebaut ist, die Attraktivität dieses Drumherums dem tödlichen Verfall preisgegeben.

    Deshalb musst die Karawane der Anleger stets weiter ziehen, und entsprechend kann heute niemand kann sagen, ob in 10 Jahren nicht irgendwelche historisch weitestgehend original erhaltenen Provinzstädtchen plötzlich der „Renner“ bzw. das nächste Opfer sind.
  6. #6

    es mangelt noch an der

    Nicht nur der fehlende Breitbandanschluss, fehlende Kitas/Schulen sind ein Grund fuer den "Staedte-Hype". Bleiben wir doch bei der Realitaet: deutschland altert, und zwar schneller, als die vielfach herbeifantasierten "jungen Mittelstands-Familien" nachwachsen, d.h., es braucht sub-urban eine voellig andere Infrastruktur, als von großstaedtischen Planern und Bau-Investoren mantra-artig gefordert. Ich (gepflegter Mittelstand, Single, bald 50) wurde in einer Millionenstadt geboren und zog im Lauf der Jahrzehnte als berufstaetiger "Industrie-Nomade" in immer kleinere Orte. Seit 12 Jahren lebe ich neudeutsch sub-urban in einem kleinen Dorf mit 800 Einwohnern. Luxurioese Nahversorgung mit zahlreichen Discountern, Supermaerkten, Apothekern, Aerztehaeusern, Fahrradlaeden, Tankstellen, etc im Umkreis von 5 km vorhanden - der naechste Discounter und die naechste Apotheke, der naechste Allgemeinmediziner sind allerdings 1,5 km vom Dorf entfernt - Nahverkehr nicht vorhanden. D.h., ohne Auto ist man aufgeschmissen. Und da beginnt das Problem: in den letzten Jahren sind 5 liebe, alt gewordene Nachbarn (sowohl alleinstehende als auch Paare) zutiefst ungluecklich aus dem Dorf weg und in umliegende groessere Orte/Kleinstaedte gezogen - weil die Infrastruktur fehlt: Aerzte, die keine Hausbesuche machen, Supermaerkte, die nicht ins Haus liefern, fehlende Seniorenzentren, fehlende Pflegedienste und sonstige Dienstleistungsanbieter, mangelhafter Winterdienst auf Strassen und Wegen (je aelter, umso mehr fuerchtet sich der Buerger, auf glatten Wegen hinzufallen...) Und ja, auch ohne "must have" wg "home office" sollte Breitband bis ins Dorf gelegt werden: auch "Alte" haben schnelle Laptops und lieben online games, skypen mit den Enkeln oder video streamen, bis der WLan-Anschluss raucht.... Die Wohn-Lebensqualitaet der weggezogenen Nachbarn war hier eindeutig besser, ausnahmslos alle trauern ihren Wohnungen/Haeusern in unserem Dorf hinterher; sie vermissen nicht zuletzt ihr gewohntes soziales Umfeld - im Alter baut man das nicht mal eben einfach so am neuen Wohnort wieder auf. Ermoeglicht Aelteren, dass sie in ihrem gewohnten Umfeld bleiben koennen - dann entspannt sich auch die innerstaedtische Situation etwas, Wohnraum in der hippen Stadt wird/bleibt fuer die Jungen frei...
  7. #7

    Der Schlüssel ist Bildung.

    In einer Universitätsstadt braucht man viele klein Wohnungen, die aufgrund der kleinen Wohnfläche relativ teuer vermietet werden. Zudem ziehen die Studenten auch alle paar Jahre wieder aus.

    Viele gründen auch Firmen und andere Firmen lassen sich dort nieder. Eine Stadt ohne Hochschule wird schnell überaltern und entvölkert. Die Bildungspolitik ist also im ureigensten Interesse der Immobilienbesitzer.
    Ihr Fondmanager, denkt mal nach!
  8. #8

    durchschnittlich 3000 Euro

    welcher normale Angestellte kann sich da 100m2 leisten? Es ist nicht nur der Kedit abzuzahlen sonder auch Wohngeld zu zahlen Riuecklagen zu bilden etc.
    Un die "neue" Wohnung braucht auch einiges Bad, Kueche Moebel etc
  9. #9

    optional

    Wir haben uns vor kurzem eine Immobilie in Hannover gekauft, zum selber Wohnen. Für uns war neben der Immobilie die Lage (Einkaufen, Arzt, Nahverkehr, Grünflächen) die Grundlage der Endscheidung.