Von Rechts wegen: Mindestlohn im Schlaf verdient

APGehört Bereitschaftsdienst zur Arbeitszeit dazu? Ein Gericht entschied jetzt: ja. Damit bekommt eine Altenpflegerin 1000 Euro mehr Gehalt. Der Gesetzgeber muss einschreiten, fordert Arbeitsrechtler Jobst-Hubertus Bauer, sonst wird Pflege unbezahlbar.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-891379.html
  1. #1

    gehts noch

    die Leute in der Pflege sind total unterbezahlt, wie auch Erzieher und andere in sozialen Berufen. Diese Menschen verdienen klar mehr Lohn 1000 Euro plus wäre ein Anfang. stattdessen werden inhumane Bankster oder der Club Med massiv von Deutschland gesponsort. Unglaublich was diesem Herrn Bauer hier aus der Feder geflossen ist.
  2. #2

    Au contraire..

    das was dieser Fall zeigt sind im Wesentlichen 2 Dinge:
    1. Herr Bauer ist mindestens so gelb wie Dr. Rösler ist.
    2. Dort wo früher Tarifvertragsparteien ohnehin geschlampt hätten, kann nun auch eine einzelne Arbeitnehmerin berechtigten Anspruch auf angemessene Entlohnung durchsetzen.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gehört Bereitschaftsdienst zur Arbeitszeit dazu? Ein Gericht entschied jetzt: ja. Damit bekommt eine Altenpflegerin 1000 Euro mehr Gehalt. Der Gesetzgeber muss einschreiten, fordert Arbeitsrechtler <i>Jobst-Hubertus Bauer</i>, sonst wird Pflege unbezahlbar.

    Mindestlohn für Pflegekräfte: Problematisches Urteil - SPIEGEL ONLINE
    Wieso wird die Pflege teurer?
    Man holt sich Leute, vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum, handelt mit denen zeitlich begrenzte Haus - Knebelverträge aus und damit hat es sich wieder. Dann wird ein weiterer "outgesourcester" Bereich gegründet. Das kennt man doch heute schon von den Krankenhäusern.
    Dafür braucht man keinen Arbeitsrechtler, der die Pflege bald als unbezahlbar definiert. Es stellt sich eher die Frage, ob durch solche Mitarbeiter, die evtl. keine fundierte Ausbildung in der Pflege haben, die Quantität unterstützt wird.
  4. #4

    Au contraire..

    das was dieser Fall zeigt sind im Wesentlichen 2 Dinge:
    1. Herr Bauer ist mindestens so gelb wie Dr. Rösler ist.
    2. Dort wo früher Tarifvertragsparteien ohnehin geschlampt hätten, kann nun auch eine einzelne Arbeitnehmerin berechtigten Anspruch auf angemessene Entlohnung durchsetzen.
  5. #5

    Wenn ..

    .. ich das schon lese. Pflegepersonal ist eh VÖLLIG unterbezahlt, völlig. Und dann "..Pflege könnte teuer werden!" Ja, verdammt, warum denn auch nicht??? Pflege ist wichtig und wenn etwas gut ist, dann kostet es auch Geld, so einfach ist das. Und da ich ja sonst immer für meine Kollegen Ärzte ins Feld ziehe, unterstütze ich die Kollegen aus dem pflegerischen Bereich natürlich umso mehr. Irgendwelche Bankgauner stopfen sich die Taschen voll, denn das DIE Geld kosten ist ja klar und dass DIE dann mit Steuergeldern gerettet werden, nämlich DIE Steuergelder, die die zu pflegenden Menschen und die pflegenden Menschen bezahlt haben oder noch bezahlen, ist auch klar. Also wovon reden wir?!
  6. #6

    Kleine Lichtblicke...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Gehört Bereitschaftsdienst zur Arbeitszeit dazu? Ein Gericht entschied jetzt: ja. Damit bekommt eine Altenpflegerin 1000 Euro mehr Gehalt. Der Gesetzgeber muss einschreiten, fordert Arbeitsrechtler <i>Jobst-Hubertus Bauer</i>, sonst wird Pflege unbezahlbar.

    Mindestlohn für Pflegekräfte: Problematisches Urteil - SPIEGEL ONLINE
    ... in der Rechtssprechung, dank einer mutigen Klägerin und aufrechter Richter - und schon tobt der etablierte Mob - der Arbeitsrechtler Bauer scheint mir ein Kadaver des neloiberalen Packs zu sein, der vor allem eines möchte - den gratis Arbeitssklaven gegen minimalen Lebenserhaltungsaufwand.

    Selber sieht er sich als Elite und überragenden Großgeist mit Mehrwertkomponenten, die gefälligst anständig zu kapitalisieren sind!

    Würden wir die Bauers dieser Republik ausschleifen und ihnen das dekadente Leben in der ALGII Hängematte ermöglichen - gerne ohne jede Sankiton - sie sollen einfach nur die viele Freizeit genießen - könnten wir jenen die Arbeiten wahrscheinlich das doppelte oder mehr zukommen lassen.

    Danke an den Richter, danke an die Klägerin.
  7. #7

    Was wirklich wichtig ist.

    Ich schließe mich meiner Vorrednerin an. Arbeit im Altersheim und in der Pflege sind sehr belastende Tätigkeiten. Ein Blick in die aktuellen Stellenanzeigen zeigt, dass es immer weniger Personal dafür gibt. Die Berufe im sozialen und pflegerischen Bereich müssen anständig bezahlt werden, sonst will es irgendwann niemand mehr machen. Solange unsere Gesellschaft Geld für Militäreinsätze übrig hat, kann sie auch solche wichtigen Menschen gut bezahlen. Dem Schreiber dieses Artikels ,der wahrscheinlich ein vielfaches eines Altenpflegergehaltes verdient, wünsche ich, nicht in eine Situation zu kommen, wo er genau diese Fachkräfte benötigt und es dann nicht genügend davon gibt.
  8. #8

    Zitat von adazaurak Beitrag anzeigen
    die Leute in der Pflege sind total unterbezahlt, wie auch Erzieher und andere in sozialen Berufen. Diese Menschen verdienen klar mehr Lohn 1000 Euro plus wäre ein Anfang. stattdessen werden inhumane Bankster oder der Club Med massiv von Deutschland gesponsort. Unglaublich was diesem Herrn Bauer hier aus der Feder geflossen ist.
    Wenn eine Altenpflegern 1000€ mehr bekommen soll (also 2800€ brutto, was im Übrigen dem Gehalt eines Assistenzarztes entspricht, der deutlich mehr auf dem Kasten hat), dann muss dieses Geld erst einmal erwirtschaftet werden, sprich der Pflegebedürftige muss deutlich mehr zuzahlen. Bei meiner Tante lag der zuzahlende Anteil bei rund 2000€ pro Monat und hat deren komplettes Vermögen aufgebraucht. Wenn die Pflege noch teurer wird, dann wird der Großteil ganz schnell kein Geld mehr dafür haben und dann wird der Staat (Steuerzahler) einspringen müssen. Wie soll das gehen, wenn das ganze Geld ins Ausland wandert, dass Sozialsystem dank Einwanderer aus Osteuropa immer kostspieliger wird und für die Bildung, Forschung auch Geld zur Verfügung stehen soll?!
    Die linken Vorstellungen klingen immer zu schön um wahr zu sein, einfach weil sie nicht finanzierbar, da viel zu teuer sind.
  9. #9

    Bei Ärzten geht das natürlich!

    "Der Arbeitgeber hielt dagegen, es habe erhebliche Zeiten ohne Arbeitsanfall gegeben. Schon rein physisch sei es nicht möglich, zwei Wochen am Stück durchzuarbeiten, weil die Klägerin zum Beispiel auch schlafen und essen muss." Die haben ja auch studiert. Aber so eine Altenpflegerin. Nichtakademikerin, mein Gott ja, die muss es auch geben, aber man kann doch deren Arbeit, von der Höhe des Gehaltes mal ganz abgesehen, nicht so bezahlen wie die eines Arztes. Wo kommen wir denn da hin? Da muss der Gesetzgeber sofort einschreiten und die alte Ordnung wieder herstellen am besten noch die von vor 1850. Sonst wird die Altenpflege so unbezahlbar wie die Medizin. Nichtakademische Berufe waren immer schon ein notwendiges Übel. Aber das sollte man auf keinen Fall auch noch durch übermäßige Bezahlung fördern. Das unterschreibt vermutlich auch der Marburger Bund. Das wird noch interessant, wenn die Bundesregierung gegen die Spartengewerkschaften vorgehen will. Wie zerschlägt man die Lokführergewerkschaft ohne den Marburger Bund zu treffen?